o
 

Das Palästina Portal

Kostenlos  IST nicht Kostenfrei

Unterstützen Sie
unsere Arbeit


Nach oben
Texte - 34
Texte - 33
Texte - 32
Texte - 31
Texte - 30
Texte - 29
Texte - 28
Texte - 27
Texte - 26
Texte - 25
Texte - 24
Texte - 23
Texte - 22
Texte - 21
Texte - 20
Texte - 19
Texte - 18
Texte - 17
Texte - 16
Texte 15
Texte 14
Texte 13
Texte 12
Texte 11
Texte 10
Texte 9
Texte 8
Texte 7
Texte 6
Texte 5
Texte 4
Texte 3
Texte 2
Texte 1

 

TEXTE - 6
 
 

Gush Shalom Inserat in Haaretz

 

Neun Tage Krieg

Hunderte von Katyushas.

Tausende von Bomben und Granaten

Noch  wurde keine Entscheidung getroffen –

Noch wird es eine geben.

Es gibt nur eine mit einander verhandelte Lösung.

 

 

Feuerpause – jetzt!

Morgen Samstag wird ein Protestmarsch gegen den Krieg in Tel Aviv stattfinden.

Die Zahl der Protestierenden wird von Demo zu Demo wachsen. Schließt euch uns an!

 

Es sollen  am  22.7. in Tel Aviv  5000 Demonstranten  gewesen sein, sagte mir Uri Avnery am Abend – aber die Medien schweigen dazu. Er sei auch von 5 deutschen Reportern interviewt worden . ER

 

Die Anti-Kriegskoalition ruft zu einer Demo auf:

 

Genug! Stoppt das Töten und die Zerstörung des Libanon, des Gazastreifens und Israels.

Die Politik der brutalen Gewalt eines Krieges, der von der Bush-Regierung unterstützt wird, fordert einen hohen Preis von den Israelis, den Libanesen und den Palästinensern. Der Versuch eine „Neue regionale Ordnung“ zu schaffen und auch die Pläne, Syrien anzugreifen, müssen in eine neue Katastrophe führen.

 

Es ist an der Zeit, sich mit den Kriegsverbrechen aus einander zu setzen und dem willkürlichen Zielen auf Zivilisten. Es ist an der Zeit zu fordern: Lasst die Waffen schweigen und beginnt mit dem Reden. Es gibt keine militärische Lösung. Das Bomben verhindert nicht die Angriffe auf die zivile israelische Bevölkerung, noch wird es die gefangenen Soldaten zu ihren Familien zurückbringen.

 

Wir rufen alle Bürger Israels auf, Männer und Frauen, Juden und Araber, jede einzelne Person mit Gewissen, um zusammen zur Wiederherstellung der Vernunft zu wirken – gegen die Illusion eines militärischen Diktates. Lasst uns für einen alternativen Weg, einen Weg des Friedens und der Sicherheit, demonstrieren, der sich auf dem Rückzug der IDF aus allen besetzten Gebieten, der Auflösung der Siedlungen, einem Friedensabkommen zwischen dem Staat Israel und dem Staat Palästina gründet und der Achtung vor der Souveränität aller Staaten in der Region.

Organisatoren: Yesh Gvul, Maki, Hadash, Frauenkoalition für Frieden, Gush Shalom, Tandi, Bat-Shalom, Banki, AIC, Kämpfer für den Frieden; Refusniks (Shministim), Ta’ajush.

 

Petition gegen die Kriegsverbrechen: Stoppt die Verbrechen!

Israel begeht  umfangreiche Kriegsverbrechen. ein ganzes Land wird zerstört, ganze Gemeinden entwurzelt, zehn Tausende von Familien aus einander gerissen, Hunderte von Zivilisten getötet und Tausende verwundet. Kein Vorwand kann diese Verbrechen  entschuldigen: weder die Entführung der Soldaten noch das Töten von Zivilisten  in den Bevölkerungszentren des nördlichen Israels können Israels Barbarei im Libanon rechtfertigen.

Diese Verbrechen müssen gestoppt werden.

 

(dt. Ellen Rohlfs)

 

Flüchtlingskinder im Libanon e.V.
www.lib-hilfe.de


Wir (AK Palästina Tübingen, Verein Arabischer Studenten und Akademiker und unser Verein) hatten gestern in Tübingen eine erfolgreiche Protestkundgebung gegen die israelische Aggression in Nahost unter dem Titel: „Gegen Krieg und Terror! Stoppt die Eskalation in Nahost!“ Ca. 400 Menschen haben teilgenommen, darunter viele aus Palästina und dem Libanon. Gesprochen haben die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel („Die Linkspartei“) und Felicia Langer (Trägerin des Alternativen Nobelpreises). Heike kam eben aus Palästina/Israel von einer Delegationsreise nach Israel und in die besetzten palästinensischen Gebiete mit dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestags zurück und hat über ihre Eindrücke gesprochen, Felicia hat eine Grundsatzrede zum Konflikt gehalten. Ich selbst habe kurz über unsere Arbeit im Libanon gesprochen und zwei persönliche Berichte von Augenzeugen vorgetragen (s. Anhang).

Außerdem hatten wir eine Unterschriftensammlung vorbereitet, die auf ihrer Rückseite die jüngste Erklärung von der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost bekannt macht und auf der Vorderseite unseren Forderungskatalog an die verschiedenen verantwortlichen Politiker trägt (s. Anhang). Wir haben 270 Unterschriften gesammelt. Wer will, kann natürlich diese Unterschriftensammlung für eigene Demos, Kundgebungen und Veranstaltungen benutzen. Wir sind gern bereit, die Anschriften der entsprechenden Politiker weiterzugeben, obwohl Ihr sie natürlich auch selbst im Internet finden könnt. Wir haben den Ausruf  zunächst bis 31.10. terminiert.

Zusätzlich haben wir zu Spenden aufgerufen. Es kamen 820 Euro zusammen. Das Geld geht an unsere Partnerorganisation, die sich mit etlichen Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammengetan hat, um die in Beirut und anderswo angekommenen und immer noch ankommenden Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen (Matrazen, Reinigungsmittel, Nahrung, Wasser, Medizin). Sie haben außerdem ein Medienzentrum gebildet, mit dem sie die neuesten Updates verbreiten.

Wir selbst haben auch erst ziemlich verspätet reagiert, wir waren zunächst einfach sprachlos. Bitte schweigt auch Ihr nicht länger und organisiert alles, was möglich ist.
Ingrid Rumpf

PS. Zur Unterschriftensammlung: Bei Forderung Nr. 4 sollte neben Siedlungspolitik unbedingt noch der Mauerbau eingefügt werden
Auch den Titel „Gegen Krieg und Besatzung – Beendet das Blutvergießen“ möchte ich noch als Alternative vorschlagen.
 

Vorläufiges Terminende für die Unterschriftenlisten ist  der 31.7.06.

Der Aufruf (doc)

Der Terror und die „internationale Gemeinschaft (Entwurf: M.J., IPPNW)


Wieder einmal sehen wir im Fernsehen Bilder einer terrorisierten Bevölkerung: tote und verletzte Zivilisten, zerstörte Brücken, Straßen, Flughäfen und Elektrizitätswerke. Es wird von „Kämpfen“  und von „Offensive“ gesprochen, aber  in Wirklichkeit werden ganz überwiegend wehrlose Menschen mit Raketen, Bomben und Granaten überfallen. Ein Verbrechen, das am helllichten Tage vor den Augen der Weltöffentlichkeit straflos verübt wird. (Zweifellos sind auch die Raketenangriffe auf israelische Zivilisten verbrecherisch, gleichgültig, ob Zahl und Wirksamkeit nur ein Bruchteil der anderen Seite ausmachen.)
Niemand glaubt ernsthaft, dass der Angriff auf Gaza und Libanon die geeignete Methode sein könnte, gefangene und in Geiselhaft gehaltene Soldaten zu befreien, sondern es geht um die Konsolidierung und möglichst die Ausweitung gänzlich unfriedlicher, auf Unterdrückung und militärischer Dominanz beruhender  Machtverhältnisse in der Region.
Es ist entlarvend, wie die selbsternannte „internationale Gemeinschaft“, sprich: die G8  auf dieses Gemetzel reagiert: noch nicht einmal ein UN-Sicherheitsbeschluss zum Waffenstillstand war erreichbar, da die US-Regierung (wie auch die deutsche Bundesregierung) offensichtlich das Vorgehen ihres israelischen Verbündeten unterstützt. Angeprangert wird die Unterstützung der Hisbollah durch syrische und iranische Finanz- und Waffenhilfe; ganz selbstverständlich ist aber die Herkunft der israelischen Flugzeuge und Munition überwiegend aus US-Quellen.
Das Verständnis dieser internationalen G8-Gemeinschaft für das israelische Vorgehen ist durchaus erklärbar: vier der beteiligten Staaten sind bis heute direkt an der Okkupation des Irak beteiligt, wo ganz ähnliche Methoden des „Anti-Terror-Kriegs“ eingesetzt werden: USA, GB, Italien, Japan. Drei weitere Regierungen (Deutschland, Kanada und Frankreich) haben Truppen in Afghanistan, wo sogar die Marionettenregierung Karsai die Kriegsführung gegen die Zivilbevölkerung jetzt anprangern muß. Und Russland als einziges Nicht-NATO-Land dieser Runde ist in seinen eigenen „Anti-Terror-Krieg“ in Tschetschenien verwickelt, der ebenfalls unter massiven Angriffen gegen Unbewaffnete geführt wurde und wird.
Die jetzige „Offensive“ gegen Gaza und den Libanon beweisen nur einmal mehr: dieser Krieg gegen den Terror bringt selber nichts anderes als den Schrecken unmenschlicher Barbarei, Auflösung jeglicher gesellschaftlicher Ordnung, Ende des internationalen Rechts und  Herrschaft der schieren Gewalt.
Es gibt Alternativen für Nahost:
·    ein nachprüfbarer Stopp aller Waffenlieferungen in die Region,
·    ökonomische Anreize und nötigenfalls auch Sanktionen für alle Beteiligten, mit der Auflage, sich an einer „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen Osten“ zu beteiligen, die kontrollierte Abrüstung und wirtschaftliche und politische Kooperation ermöglicht
·    Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten, ebenso wie der alliierten Truppen aus Irak und Afghanistan
·    UN-überwachter Waffenstillstand,  und ein ernsthafter Verhandlungsprozess auf der Basis der einschlägigen UN-Resolutionen, der die Anerkennung Israels mit der Anerkennung eines gleichberechtigten palästinensischen Staats verbindet, und internationale Garantien und Schutzmechanismen für beide Nationen etabliert.
·    ökonomische Anreize und nötigenfalls auch Sanktionen für alle Beteiligten, mit der Auflage, sich an einer „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen Osten“ zu beteiligen, die kontrollierte Abrüstung und wirtschaftliche und politische Kooperation ermöglicht

Nichts von diesen Ideen ist neu. Es wird Zeit, dass nicht nur die fragwürdigen Häuptlinge der ökonomisch-militärischen Großmächte, sondern  die wirkliche internationale Gemeinschaft zusammen mit den friedensorientierten Kräften der betroffenen Länder sich mit dem angemessenen Ernst der Umsetzung dieser Ziele zuwenden.
 

 

From: "Ev. Gemeinde Beirut" <evgembrt@cyberia.net.lb>
To: "Ev. Gemeinde zu Beirut" <evgembrt@cyberia.net.lb>
Subject: Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel
Date: Mon, 17 Jul 2006 14:09:11 +0300

Liebe Gemeindeglieder und Freunde der Gemeinde,

Dr. Willy Rellecke und ich (Pfr. Uwe Weltzien) haben einen Offenen Brief an die Bundeskanzlerin verfasst zur Situation. Wir sind im Moment dabei, die Unterschriften der verschiedenen Leiter von in Beirut tätigen deutschen Organisationen einzuholen. Wer diesen Offenen Brief privat mitunterschreiben moechte, soll uns seine Einverstaendniserklaerung zu Unterschrift bis heute abend 17.00 Uhr zusenden. Unterschriften, die an Textveraenderungsvorschlaege gebunden sind, koennen wir nicht mehr aufnehmen.

Mit herzlichen Gruessen

Pfr. Uwe Weltzien

Offener Brief

an die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Frau Angelika Merkel

Beirut, den 15.Juli 2006

Sehr geehrte Frau Merkel,

die Unterzeichner dieses Briefes sind Leiter von in Beirut tätigen deutschen Organisationen sowie private dt. Staatsangehörige mit lanjährigen Erfahrungen im Alltags,- Wirtschafts,- und Politikleben des Landes. Wir wenden uns an Sie unter dem schmerzhaften Eindruck der Aggression, die dieses Land wiederum erleidet und möchten bei Ihnen eine angemessene Reaktion auf dieses Geschehen anmahnen.

Eindeutig verurteilen wir die Entführung israelischer Soldaten und alle gewalttätigen Aktionen von Hezbollah ohne jede staatliche Legitimation. Die militärische Antwort des Nachbarstaates auf die Entführung der Soldaten verletzt jedoch zweifelsfrei die gebotene Verhältnismäßigkeit. Sie dient nicht der Selbstverteidigung nach Art. 51 UN-Charta und widerspricht dem Völkerrecht. Die israelischen Attacken, die praktische Gefangennahme beider Völker  -sowohl im Gaza-Streifen wie nun im Libanon-  steht auch im Widerspruch zu Prinzipien unserer eigenen Rechtsordnung, die der staatlichen Gewalt Grenzen setzt.  

Die Zerstörung der nach dem Bürgerkrieg soeben wieder aufgebauten Infrastruktur des Landes (Flughafen, Elektrizitäswerke, Brücken, Straßen , Wohnhäuser), wirft das Land wirtschaftlich in die 80iger Jahre zurück. Die Blockierung der Häfen macht die Versorgung von 3,6 Millionen Menschen unmöglich. Die anhaltende planvolle Zerstörung aller Verkehrsverbindungen mit Syrien verwandelt das gesamte Land praktisch in ein großes Gefängnis. Wir erleben diese Zerstörung als Zerstörungswut, wenngleich sie kalkuliert sein mag. Und wir fragen Sie: Kann dieser Terror als Selbstverteidigung eines Landes gerechtfertigt bzw. mit der Befreiung von Soldaten begründet werden?

Von dieser Einlassung ist die israelische Regierung inzwischen selbst abgerückt und nimmt nun für sich in Anspruch, für die Einhaltung des UN-Sicherheitsrats Beschlusses 1559 (Entwaffnung der Hezbollah) sorgen zu wollen. Aber auch diese Begründung gestattet nicht das unmenschliche und völkerrechtswidrige Vorgehen Israels. Es versperrt im übrigen jede Aussicht auf Erfolg für die seit Monaten laufenden Bemühungen des  Ministerpräsidenten Fouad Siniora, durch inner-libanesischen Dialog zu diesem Ergebnis zu kommen.

Viele unter uns haben vergleichbares Vorgehen der israelischen Regierung bei der Invasion von 1982, die bei Beginn auch mit Art. 51 (Selbstverteidigung) vor der Welt gerechtfertigt wurde, miterlebt. Damals haben die Truppen von Sharon 2.000 (=israelische Quellen) bis 18.000 (=libanes. Quellen) Menschen getötet.  Die Verbrechen von Sabra und Chatila unter der Verantwortung der israelischen Truppen  sind unvergessen.

Zu der Frage nach Ursache und Wirkung können die Unterzeichner mit vielen Details und eigenen Erfahrungen beitragen: hier kommt jedoch niemand zu dem Schluss, dass der anhaltende Bomben-Terror der Selbstverteidigung Israels dienen könnte.

Wir sind der Überzeugung, dass dieses Land seit 1978 ständigen Demütigungen seitens der israelischen Regierung  unterworfen wird, die ein Ende finden müssen. Wir fordern Sie auf, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sich in den Schmerz des Libanon und die Verzweiflung derjenigen, die diesen Terror miterleben, einzufühlen und die Rechtfertigung der anhaltenden Bombardierungen seitens der übermächtigen Kriegspartei auch öffentlich aufzugeben.

Demütigungen und Hoffnungslosigkeit tragen dazu bei, Extremismus zu fördern. Bisher haben Ihre öffentlichen Erklärungen den betroffenen hilflosen Menschen hier keinerlei  Hoffnung gegeben.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschriften der Leiter von Organisationen

______________________________

Unterschriften von Privatpersonen

_________________________________________

Ev. Gemeinde Beirut
Pierre Aboukhater Bldg. 1st. floor
near Hotel Concord, opposite Diana Residence
Rue Mansour Jurdak 429
Manara Beirut 2036-8041
Lebanon

Phone / Fax:                      Mobile:
00961-1-740 318                00961-3-839 196
00961-1-740 319

 

Nahost: Schweiz ruft Israel zur Wahrung des humanitären Völkerrechts auf

03.07.2006

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist zutiefst besorgt über die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahen Osten und deren humanitäre Folgen. Bei seinem militärischen Einsatz zur Befreiung eines gefangenen Soldaten muss Israel als Besatzungsmacht das humanitäre Völkerrecht unbedingt respektieren. Um die Zivilbevölkerung im Gazastreifen mit lebenswichtigen medizinischen Gütern zu versorgen, hat die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des EDA zusätzlich eine Million Franken gesprochen.

 

Mit der Zerstörung des Amtssitzes von Premierminister Haniya hat die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahen Osten einen neuen Höhepunkt erreicht. Das EDA ist zutiefst besorgt über diese Entwicklung und appelliert erneut an Israel als Besatzungsmacht, bei den Massnahmen zur Befreiung des gefangenen Soldaten das humanitäre Völkerrecht zu respektieren. Diejenigen, die den Soldaten in ihrer Gewalt haben, ruft es auf, ihn mit Menschlichkeit zu behandeln.

Verschiedene Aktionen der israelischen Armee im Zuge ihrer Offensive gegen den Gaza-Streifen verletzen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit und stellen eine verbotene kollektive Bestrafung der Bevölkerung dar. Für das EDA besteht kein Zweifel: Israel hat die völkerrechtlich erforderlichen Vorsichtsmassnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur nicht getroffen. Die Zerstörung eines Elektrizitätswerks, der Angriff auf den Amtsitz des palästinensischen Premierministers, die willkürliche Festnahme einer grossen Zahl demokratisch gewählter Volksvertreter und Minister sowie der Entzug des Residenzrechts dreier Parlamentarier und eines Ministers in Ostjerusalem sind nicht zu rechtfertigen. Angriffe auf zivile Objekte sind völkerrechtlich verboten. Das EDA fordert von Israel, keine zivilen Objekte mehr anzugreifen, den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen und die festgenommenen Volksvertreter freizulassen, soweit nicht konkrete Vorwürfe im Einzelfall die Festnahme rechtsstaatlich einwandfrei rechtfertigen.

Humanitäre Folgen

Das Elektrizitätswerk, das die israelischen Streitkräfte am 28. Juni zerstört haben, versorgte 43 Prozent des Gaza-Streifens mit Strom. 700'000 Menschen sind von den Stromunterbrüchen betroffen. Stark beeinträchtigt ist dadurch auch die Wasserversorgung, da nicht mehr alle Pumpen funktionieren und es überdies an Benzin und Brennstoffen mangelt. Es wird einige Zeit dauern, das Elektrizitätswerk wiederherzustellen, wobei dies nur möglich ist, wenn die nötigen Ersatzteile in den Gaza-Streifen geliefert werden können.

Besorgniserregend ist die Lage in den Spitälern und Gesundheitszentren, die nicht mehr genügend Wasser und ebenfalls zu wenig Brennstoff für ihre Generatoren haben. Der Transport von Gütern und Personen ist kaum noch möglich. Der Bevölkerung fehlt es an frischen Produkten, Fleisch und Milchprodukten, die in den Lagern verderben. Die Öffnung des für den Güterumschlag wichtigen Übergangs Karni ist für die Lebensmittelversorgung ununmgänglich.

Im Juni 2006 bewilligte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) bereits eine Million Franken zum Kauf von Medikamenten. Nun wurde eine zweite Million gesprochen, um die Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern zu versorgen. Ein Experte befindet sich vor Ort und sichert die Abwicklung der humanitären Operationen.

Letzte Woche empfing das EDA die Vertreter beider Seiten und forderte sie zur Beachtung der Regeln des humanitären Völkerrechtes auf. Dabei setzte es sich auch für die rasche Freilassung des gefangenen israelischen Soldaten ein, die einen wichtigen Beitrag zur Beruhigung der Situation darstellen würde.

Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten

Zu: „wir sind alle traumatisiert

 

Herr Broder kann wirklich stolz sein, dass er so wichtig genommen wird.

Denn was wir täglich in den Medien und von unseren Politikern (bis auf wenige Ausnahmen am linken Rand) hören, sehen oder lesen entspringt seiner und seiner Anhänger  Denkmaschine (think-tank).

 

Sogar – und da wird er besonders stolz sein – unsere Bundeskanzlerin übernimmt bereitwillig seine Diktion und mit ihr unsere Regierung – mit Ausnahme der Linksfraktion.

Für die meistgelesene Zeitung Deutschlands, die „Bild“, sind Herr Broder und seine Freunde unentbehrlich. Doch auch die anspruchvollen Zeitungen gehorchen dem Diktat dieser Leute. Auch durch Verschweigen von Fakten.  Wie käme es sonst, dass man die Feuilletons vergeblich durchforstet nach Buch-Rezensionen oder Interviews, Redebeiträgen,  der von Herrn Broder Stigmatisierten ?  (Die „jungewelt“ und der „Freitag“ sind da eine rühmliche Ausnahme).

 Das Fernsehen oder das Radio - von vereinzelten Sendungen zu später Stunde, wenn die meisten Menschen schon schlafen, abgesehen, haben von Leuten wie Herr Broder wenig zu fürchten. Sie sind konform, d.h. sie verkünden: Hamas gleich Terror-Organisation, Palästinenser gleich Terroristen und Israel ist von der „Auslöschung“ bedroht, deshalb muß es Atomwaffen haben und Uboote geliefert bekommen, die teilweise von Deutschlands Steuerzahlern bezahlt werden und die ganze Welt soll die den Terror liebenden und Hamas wählenden Palästinenser verhungern lassen. Arafat war kein Verhandlungspartner – trotz FriedensNobelpreis war er „irrelevant“, Abbas kein ernstzunehmender Verhandlungspartner und der gemäßigte und demokratisch gewählte Haniye von der Hamas erst recht nicht. „ Mit Terroristen verhandeln wir nicht ! “ Israel hat vergessen, dass seine Staatsgründung teilweise durch Terrorakte ermöglicht, bzw. beschleunigt wurde.

 

Durch diese Verweigerungshaltung riskiert es Israel die Welt in Brand zu setzen.

 Gush Shalom und die anderen  Friedensleute - einschließlich mehrerer kritischer Professoren in Israel  - haben es klar erkannt. In einer ihrer Anzeigen in Haaretz und bei ihren wöchentlichen Demonstrationen in Tel Aviv rufen sie ihre Regierung auf, zu verhandeln und nicht zu töten und zu zerstören :

„Am Anfang war die demokratische Wahl der Hamas, dann kam die Aushungerung des palästinensischen Volkes durch den Boykott und überdies kaum ein Tag ohne Tötungen, - manchmal ganze Familien -  dann die Qassams, der entführte Soldat, Einmarsch in Gaza, statt wie angeboten wurde, von den 10.000 Gefangenen wenigstens die Frauen und Kinder im Austausch freizulassen, die Zerstörung der Infrastruktur, die Palästinenser hungern nicht nur, sie haben auch kaum mehr zu trinken, die Hizbollah, darob erzürnt, sendet Raketen über die Nordgrenze Israels, später weit reichende Raketen nach Haifa, Nazareth, mindestens 8 Tote, 2 verschleppte Soldaten, daraufhin Beginn der Zerstörung der Infrastruktur des Libanon, mehr als 60 Tote.“

 

Ist soviel Zerstörung, sind so viele Tote,  besser als Verhandlungen Herr Olmert , Herr Broder ?

Auf dem G8 Gipfel stimmte man – fast einmütig – und natürlich auch unsere Bundeskanzlerin - für das

Selbstverteidigungsrecht Israels ! Ist das die Stimme der Vernunft – sich blindwütig gegen Raketen zu verteidigen, die man selbst herausgefordert hat ? Höre Israel, willst du denn den Frieden nicht, nach dem sich beide Völker so sehr sehnen, den deine Friedensgruppen propagieren ?

 

Ruth Asfour

 

Wer ist Broder - höre ich mich fragen, als ich das Interview gelesen habe. Broder erscheint mir paralysiert, konsterniert. Die sich selbst behauptende Kraft seiner Wortgewalten durfte für einen Moment innehalten - und der Blick des Lesers erahnt den Menschen, Broder - ... ein Kind seiner Gedanken, ein Zeugnis von Liebe und tiefen Gefühlen - und Realitäten, die sich abzeichnen, während die feinen Tropfen des Nebels ein Stück weit die Sicht freigeben. Irgendwie erinnert er mich an Johannes B. Kerner, er wirkt klein, trotzig, gar nicht so, wie man ihn ansonsten und aus der von ihm durch die Kraft der Worte erschaffenen Betrachterperspektive erkennt.

 

 

Der interessanteste Satz in dem Interview ist:

"Ja. Ich glaube, dass aus allem, was ich von diesen Leuten lese, eine wahnsinnige Angst spricht."

 

Broder beschreibt, was er sieht, was er selber fühlt. Broder hat Angst.

 

 

"Da kämpfen ein paar Leute aus tiefer Angst ums eigene Überleben – was legitim ist."

 

Broder legitimiert sich selbst und sein Tun und seine Gedanken.

 

 

Zweifel? Ja, zweifeln soll man - und darum lese ich weiter.

 

"Wenn der Ernstfall eintritt, werde ich – leider – mit diesen jüdischen Antisemiten im selben Zug sitzen. Das einzige, was uns unterscheiden wird: Es kann sein, dass ich einen Stehplatz haben werde und sie einen Fensterplatz. Aber sie werden im selben Zug sein, es wird ihnen nichts nützen."

 

Was sind das für Gedanken? Er sieht und ahnt Schlimmes, er will nicht, er wehrt sich, er weigert sich, aber das Boot, in das er steigen muss, hat er klar vor Augen.

 

Hochinteressant ist, dass er den von ihm als Antisemiten bezeichneten Juden besondere Erkenntnisfähigkeit zuschreibt:

 

"Jüdische Antisemiten haben eine besondere Antenne, die ihnen sagt, dass ihre Existenz als Juden gefährdet ist."

 

wieso verweist er dabei auf die angeblichen Antisemiten?

 

"mental merke ich, dass es plötzlich viele Leute für möglich halten, dass Israel diesen Konflikt nicht überlebt."

 

warum schreibt er seine eigenen Gedanken anderen zu? Man spürt Angst und Verzweiflung in Broders Worten, Gedanken und Reaktionen und bekommt geradezu Mitleid mit ihm. Aber ich glaube, dass genau das das Allerletzte ist, was Broder erheischen will. Broder trotzt wie ein Kind gegen das, was er spürt und was er erahnt - ohne erkennen zu wollen, was ihn bewegt. Er schiebt seine Intentionen, die sein Ich zu gefährden drohen, anderen zu - und hat Furcht zu denken, was er längst erkannt hat.

 

Tja, irgendwie tut mir Broder leid, weil: Israel, seine große Liebe, steht an einem Scheidepunkt zwischen Unglück und Untergang oder ewig erscheinendem Zwist und Hadern mit sich selbst. Vielleicht hat er, wie viele Menschen, die Israel lieben, Angst, Erkenntnisse über seine Gefühle zu stellen. Als nüchterner Rationalist  - und Broder ist fähig dazu - würde er vielleicht einfach nur weinen über einen verlorenen Traum. Aber ihm fehlt die Distanz, die einst Leibowitz hatte - der große Denker Leibowitz, der das Glück hatte, sein Leben vor dem großen Desaster, was er vorhergesehen hat, in Frieden beenden zu dürfen:

 

 

"Es gibt überhaupt nur zwei Möglichkeiten. Die eine ist Krieg auf Leben und Tod, im vollen Sinne des Wortes, wobei Israel ein faschistischer Staat werden wird. Die andere Möglichkeit, die einzige, die diesen Krieg vermeiden helfen kann, ist die Teilung des Landes. Eine solche Teilung wäre sehr schmerzhaft für beide Parteien. Beide Völker würden ihren Staat haben und ihre nationale Unabhängigkeit, aber keines von den zweien im Rahmen des ganzen Landes."

[...]

"Es gibt auch Koexistenz ohne nachbarliche Liebe und ohne Freundschaft. Sie könnte die Lösung des Problems hier sein. Aber wenn die Großmächte nicht intervenieren und keine Übereinkunft zwischen dem Staat Israel und der PLO zustande kommt, dann steuern wir auf eine Katastrophe zu. Diese Erkenntnis wird heute schon von sehr vielen geteilt, die aber noch keine organisierte politische Kraft darstellen und keine Macht haben.
Das sind die zwei Möglichkeiten. Ich wiederhole: Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht!"

[...]

"Seit dem Sechstagekrieg ist der Staat Israel ein Machtapparat, ein jüdischer Machtapparat zur Beherrschung eines anderen Volkes.
Deswegen sage ich es in schärfster Form: Dieser glorreiche Sieg war das historische Unglück des Staates Israel. Im Jahre des "Völkerfrühlings", 1848, warnte Franz Grillparzer vor dem Weg, der "von der Humanität durch die Nationalität zur Bestialität führt". Im zwanzigsten Jahrhundert ist das deutsche Volk diesen Weg tatsächlich bis zum Ende gegangen. Wir haben diesen Weg nach dem Sechstagekrieg betreten. Es kommt darauf an, diesen Gang zu beenden."

 

Broder sollte das lesen. Broder - er kann das verstehen. Man muss nicht als kleiner Junge alt werden und sein Leben lang der Vernunft trotzen - und: Man muss nicht ständig anderen die Schuld für das eigene Zerwürfnis in die Schuhe schieben. Vor allem dann nicht, wenn es nichts bringt. Gar nichts. Aber es ist sein Leben. Was würde mit ihm geschehen, wenn er die Scheu vor dem Abgrund  verliert und weiterdenkt? 

 

Nun, ich befürchte, er würde sich selber und all das, was ihn in seinem Innersten ausmacht, verlieren. Und darum traue ich mich gar nicht, Broder zum Springen zu ermuntern. Was, wenn er die Landung verpaßt? Und doch - auch Broder kann sich nicht vor Erkenntnissen, die sich tief in ihm manifestieren, schützen. Diese Erkenntnisse sind ein Teil von ihm, sie sind Broder.

 

... bleibt die Frage, ob es ihm und der Heimat seiner Sehnsucht und Liebe noch etwas nützen wird, wenn er heute noch das, was Leibowitz sagte, als Realität begreift. Die Zeichen stehen auf Sturm, die Aussicht auf Besserung wird im zum Sommerregen verklärten Hagel der von jedem Hinterhofbastler herzustellenden Raketen zu einer Farce - und sowohl Broder als auch die Mahner der Gegenwart oder der Vergangenheit können das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen, um einen Neubeginn zu wagen.

 

 Es ist eine Tragik in Dimensionen, die nicht nur Broder, sondern auch die Welt noch nicht in all ihrer Weite erfasst hat. Doch vielleicht schafft Broder noch den Sprung - und findet auf neue Situationen neue Antworten. Warum nicht? Broder ist einzig, nie artig, und er muss  - und kann - sich nur sich selber stellen.

 

Go, Broder!

Konrad Betz   Radevormwald, 15.07.2006

Hinweis: Der Text darf beim Zitieren nur als Ganzes kopiert werden! 

 

Lese auch:

Kommentare zu einem Interview des Wochenmagazins "Tacheles" mit Henryk Broder: «Wir sind alle traumatisiert» - Der Publizist und Journalist Henryk Broder über jüdischen Antisemitismus, Selbsthass und Judenfragen.

Dazu Thomas Immanuel Steinberg - Der antisemitische Popanz - Broder, der Alt-Berliner Zionist und Kommunistenfresser, hat was gegen Antizionismus. In einem Interview (1) erklärt er: „Es gibt keinen Antizionismus, der seinen Ursprung nicht im Antisemitismus hätte.“

 Dazu Anis Hamadeh: -Tachles, das jüdische Wochenmagazin (Schweiz), «Wir sind alle traumatisiert».
 Der Publizist und Journalist Henryk Broder über jüdischen Antisemitismus, Selbsthass und Judenfragen.

Dazu Erhard Arendt: Ein Staat, der auf "jüdischen Werten" gegründet wird, ist schon dadurch rassistisch, weil er alle anderen Nicht-Juden diskriminieren muss, was ja auch in Israel geschieht. mehr >>>

"Unser Netzwerkfreund" Henryk Modest Broder (HMB) liefert in dem Interview mit der schweizerischen Website "tachles" anscheinend sein eigenes Psychogramm ab. Das Psycho-Duo Chomsky und Finkelstein, das HMB auszumachen scheint, sollte zum Trio mit Broder erweitert werden. Sie könnten als Muppet-Show auftreten. Bei so viel Intelligenz wäre es wohl sehr unterhaltsam.

Broder  bedient die gleichen Klischees von jüdischen Selbsthasser, die die zionistische Propaganda verbreitet. Ich habe noch nie einen "Antizionisten" kennen gelernt, der Antisemit war.

Wäre es nicht eine so ernsthafte,  diffamierende Feststellung, die das Honestly Concerned Klischee. "Natürlich kann man Israel kritisieren, aber....." noch unmissverständlicher darstellt, könnte man darüber hinweggehen.

Dieses Hirngespinst scheint es nur in Broders zionistischer Gedankenwelt zu geben. Jüdischer Selbsthass ist ein pathologische Kategorie, also nichts für eine seriöse Debatte.

Auch so kann man (in Netzwerkart) versuchen die jüdischen Kritiker, die das richtige aus der Vergangenheit gelernt haben, zu erledigen. So kann man deren berechtigte Kritik aus dem Weg gehen, es könnte  ja das eigenen oder das Weltbild anderer sich verändern müssen......

Wenn man gerecht ist, die Scheuklappen absetzt und ehrlich ist, muss man feststellen, der Zionismus ist die jüdische Form des Nationalismus. Ein Staat, der auf "jüdischen Werten" gegründet wird, ist schon dadurch rassistisch, weil er alle anderen Nicht-Juden diskriminieren muss, was ja auch in Israel geschieht.  Um nicht den "falschen" eine "Freude" zu machen: Selbstverständlich hat das nichts mit dem Existenzrecht Israels zu tun. Aber, eine demokratische Gesellschaft schließt Rassismus aus.

Broder teilt wohl seine Phobie mit seinen antideutschen Netzwerkfreunden, die teilweise als nichtjüdische Deutsche und fundamentalistische Christen eine besondere Art von Rassismus zeigen. In der, nur  ihnen eigenen Variante sind sie fast extremer als HMB. Broder sollte sich in acht vor den antisemitischen Philosemiten nehmen. Ich hätte ihn für intelligenter gehalten.

Wie abgedreht alles ist, zeigt seine Unterstellung gegenüber seinen eingebildeten "jüdischen Antisemiten". So lieferten sie Argumente gegen Israel, um zu zeigen, "dass sie schon auf der richtigen Seite sind". Sie haben einfach nicht die falschen Lehrer gehabt und das was zum Holocaust führte nicht nur auf die Juden begrenzt. Täter gibt es überall.   Dass er dabei Abi Melzer und Hajo Meyer (den er hemmungslos einen  Berufsüberlebenden nennt) nicht auslässt überrascht nicht. Dass er sich auf Lasters Rubrik "Hall of Fame" bezieht, in die gewissen so genannte selbsthassende Juden gehörten, zeigt einen intellektuellen Tiefflug.  Wer die mehr als fragwürdigen Ansichten der Antideutschen, der christlichen Fundamentalisten eines gewissen Laster, oder eine "Chefredakteurs" von HC teilt, benimmt sich wie der HMBamster im Laufrad, er bewegt sich scheinbar und doch  nicht weiter. Schade um das vergeudete Talent im Kampf für eine friedliche Gesellschaft.  E. Arendt

Lese auch:

Dazu Konrad Betz: "Broder beschreibt, was er sieht, was er selber fühlt. Broder hat Angst."

 Der antisemitische Popanz - Broder, der Alt-Berliner Zionist und Kommunistenfresser, hat was gegen Antizionismus. In einem Interview (1) erklärt er: „Es gibt keinen Antizionismus, der seinen Ursprung nicht im Antisemitismus hätte.“ - Thomas Immanuel Steinberg

Dazu Anis Hamadeh: -Tachles, das jüdische Wochenmagazin (Schweiz), «Wir sind alle traumatisiert». Der Publizist und Journalist Henryk Broder über jüdischen Antisemitismus, Selbsthass und Judenfragen.

"Sicherheit für Israel und Freiheit für die Palästinenser": Gemeinsamer Aufruf der Kirchenvertreter in Jerusalem


JERUSALEM, 13. Juli 2006 (
ZENIT.org).- In einer gemeinsamen Erklärung haben mehrere Vertreter der Kirchen in Jerusalem, darunter auch der Lateinische Patriarch Erzbischof Michel Sabbah sowie Franziskanerpater Pier Battista Pizzaballa, Kustos des Heiligen Landes, zur dramatischen Zuspitzung der Lage in Israel/Palästina Stellung genommen.

Sie erteilen jeglicher Gewalt eine klare Absage und unterstreichen, dass sie den Kampf gegen den Terrorismus voll unterstützen. Ebenso vehement erinnern sie allerdings daran, "dass dieser Kampf mit der Beseitigung der Wurzel aller Gewalt beginnen muss, mit der Beseitigung der Unfreiheit der Palästinenser".

Das Leben des Menschen und seine Würde gelte es zu achten, fordern neben den bereits genannten Hirten auch Vertreter der koptisch-orthodoxen Kirche, der syrisch-orthodoxen Kirche, der griechisch-katholischen Kirche und der armenisch-apostolischen Kirche.

Während sie die Verantwortlichen dazu aufrufen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, appellieren sie an die internationale Gemeinschaft, aktiv einzugreifen und eine diplomatische Lösung herbeizuführen.

Die Reaktion der israelischen Führung auf die Entführung eines israelischen Soldaten sowie die Ermordung eines israelischen Zivilisten, die von den Kirchenvertretern ebenfalls verurteilt werden, wird als "überproportional und unberechtigt" kritisiert.

Die gemeinsame Erklärung wurde noch vorm Einmarsch der israelischen Bodentruppen in den Libanon veröffentlicht, wo die schiitische Hisbollah-Miliz zwei weitere israelische Soldaten festhalten soll. Aktuellen Meldungen zufolge sind an dieser zweiten Kriegsfront mindestens 39 Menschen gestorben, darunter zehn Kinder. Mindestens 56 Menschen wurden verletzt.
ZG06071308

Jüdische Friedensfrau Roni Hammermann in der Martin Luther Kirche (31.5.)

 

 „Kritik an Israel hat mit Antisemitismus nichts zu tun“, sagte die Jüdin Roni Hammermann bei ihrem Besuch im Mai in der Martin-Luther-Kirche. Beim Nachdenken über den Holocaust dürfe man nicht bei den Opfern stehenbleiben, sondern müsse daraus die Verpflichtung ableiten, nicht zu schweigen, wenn in unserer Umwelt Unrecht sichtbar wird.

Die europäische Jüdin hat sich von dieser Überzeugung zur Friedensarbeit leiten lassen; als sie Zeugin einer Geburt am Checkpoint wurde (man hat der Gebärenden den Übergang zur Klinik verweigert), gründete sie mit vier ebenso Entsetzten die Gruppe „Machsom Watch“. Als Jüdinnen konnte den Frauen niemand verwehren, gegen Übergriffe der Soldaten einzugreifen. Heute – vier Jahre später - stehen 450 Frauen jeden Tag an 32 Checkpoints, die zum Großteil  willkürlich als Schikanen Wege blockieren und eine normale Bewegung der Palästinenser behindern. Stundenlanges Warten vor dem Grenzübergang soll die Menschen zermürben. Die Machsom-Watch Frauen greifen ein, weil sie sich auf Gesetze berufen  und oft ganz Arges verhindern können...

Der Plan Israels ist, den Menschen das Leben so schwer als möglich zu machen, um sie damit zum Auswandern zu bringen: Man stiehlt ihnen Lebenszeit, man nimmt ihnen ihr Land, man sperrt sie ein.

R.H. betont ausdrücklich, dass die Hamas nicht teilnimmt an Sprengstoffanschlägen und einen langfristigen Waffenstillstand angeboten hat und bittet die ZuhörerInnen, sich von der Medienpropaganda den Blick auf das Unrecht in diesem Land nicht verschleiern zu lassen. Gerhilde Merz

 

 Frauen in Schwarz (Wien), Press Release, Dienstag, 13. Juni 2006
 Statement der Frauen in Schwarz (Wien)

 

 Boykott und zweierlei Maß

 Was heißt hier Berichterstattung?

 

Es ist erschütternd und inakzeptabel, dass der derzeit einzige Schwerpunkt der Information über die Situation in Israel/Palästina, der in fast allen deutschsprachigen Medien verbreitet wird, die Auseinandersetzungen zwischen Fatah und Hamas und die sogenannten Unruhen in Ramallah sind.

 

Es wird kein Wort darüber verloren, dass die palästinensischen Gebiete seit nunmehr 39 Jahren unter israelischer Militärbesatzung sind; das bedeutete schreckliche Unterdrückung, Raub von Land, Wasser und totale israelische Kontrolle. Totale Kontrolle hieß Verhaftungen von PalästinenserInnen - häufig auch administrative Festnahmen, absolute Kontrolle über die Städte, über die landwirtschaftlichen Flächen, über die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung, ihre wirtschaftliche und persönliche Unabhängigkeit sowie Menschenrechte. Die israelische Administration blockierte und blockiert nicht nur die Güter, die in den Gazastreifen und das Westjordanland herein- und herauskommen, was bedeutet, dass die palästinensische Bevölkerung kaum Nahrungsmittel hat und die medizinische Versorgung darniederliegt. Die

israelischen Behörden verursachen daher nicht nur den Hunger in den von ihnen besetzten Gebieten, sondern sie blockieren zusätzlich die finanziellen Mittel, die die israelische (Steuer- und Zoll-)Behörden durch das Einheben der Taxen für die palästinensische Behörden einbehalten und die sie nicht - wie durch internationale Verträge eigentlich vereinbart - an die

Palästinensische Autonomiebehörde (PA) weiterleiten. Nicht nur, dass sie damit den PalästinenserInnen zustehendes Geld nicht zurückgeben, haben sie mit Unterstützung der Europäischen Union und der USA auch dafür gesorgt, dass keine weiteren Geldmittel an die demokratisch gewählte palästinensische Regierung bezahlt werden. Damit haben sich EU und USA, somit auch die von uns gewählten Regierungen, an der katastrophalen Situation der hungernden palästinensischen Bevölkerung mitschuldig gemacht. Und es wird deutlich,

dass die  Ursache und das Ziel des Boykotts die demokratisch gewählte palästinensische Regierung ist.

Das Faktum, dass die PA ihre BeamtInnen - LehrerInnen, ÄrztInnen, Sicherheitsleute usw. - nicht bezahlen können, hat auch unweigerlich zur momentanen Situation beigetragen. Wie kann, soll sich denn eine hungernde Bevölkerung, ohne ausreichende Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten, die noch dazu unter ständigem Beschuss durch die israelische Armee steht, verhalten? In den letzten Tagen werden in Gaza 9 bis 10 Menschen täglich verwundet und getötet, abgesehen von denjenigen, die wegen der mangelnden medizinischen Versorgung  sterben müssen. Die Morde werden strafrechtlich nicht verfolgt, die israelischen Soldaten blieben bei Tötungsdelikten - auch von Kindern - bisher straffrei.

 

Wir appellieren an alle über Israel/Palästina berichtenden Medienleute, sich ein umfassendes Bild von der Lage in den von Israel besetzten Gebieten zu machen, ehe sie Einzelheiten in den Vordergrund schieben, ohne die Ursachen zu benennen.

 

Weitere Informationen, u.a. auch unter den zahlreichen Links unserer Site:

 www.fraueninschwarz.at

 

 

                                                       

        Arbeitskreis Nahost Berlin                        Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost               www.aknahost.org                                                        European Jews for a Just Peace
                                                                                                       www.juedische-stimme.de                          

 

Schweigt nicht zu Gaza!

 

Wir fordern ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen,

einen Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen,

die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit

und der verhafteten palästinensischen Abgeordneten und Minister.

Wir fordern Verhandlungen über die Freilassung palästinensischer Gefangener!

 

Die militärische Offensive der israelischen Armee im Gazastreifen eskaliert

immer weiter. Die Zahl der zivilen Opfer steigt. Brücken, Straßen, das

wichtigste Elektrizitätswerk, Universitäts- und Regierungsgebäude wurden

bereits vor Tagen durch Bombardierungen zerstört. 700.000 Palästinenser sind

ohne Strom,  die Wasserversorgung ist für einen großen Teil der Bevölkerung

ebenfalls zusammen gebrochen.  Die israelische Regierung befreit so nicht den

israelischen Soldaten Galid Schalit, vielmehr gefährdet sie mutwillig sein Leben. 

 

Amnesty international stellte fest, dass die  „gezielten Angriffe der israelischen Armee gegen die zivile Bevölkerung und Infrastruktur im Gazastreifen“ “die internationalen Menschenrechte“ verletzen und „als Kriegsverbrechen zu betrachten“ sind.  Die Menschenrechtsorganisation appelliert an beide Seiten, Israelis und Palästinenser, alle Handlungen, die internationales Recht verletzen, zu unterlassen.

 

Und amnesty meint weiter: 

„Da die Spannungen zwischen Israel, der Palästinensischen Behörde und bewaffneten Gruppen weiterhin steigt, gibt es eine wachsende Sorge für die Sicherheit der Zivilbevölkerung. Eine große Zahl von unbeteiligten Zivilisten – einschließlich Frauen und Kinder – sind durch israelische Artillerie und Luftangriffe in den vergangenen Wochen und Monaten getötet und verletzt worden“.

 

Die israelische Regierung nimmt die Bevölkerung des Gazastreifens als Geisel und unterwirft sie einer völkerrechtswidrigen Kollektivbestrafung: für die Entführung von Schalit , bei der auch zwei Soldaten getötet wurden und für den Beschuss der israelischen Städte Sderot und Ashkelon.

 

Mit diesen „Strafaktionen“ setzt sich die Politik der israelischen Regierung fort, jeden konstruktiven Ansatz in Richtung gleichberechtigten Dialog zu unterbinden. Wie etwa das Papier der palästinensischen Gefangenen, das von dem palästinensischen Ministerpräsidenten und dem Präsidenten gleichermaßen unterstützt wird.  

Wider besseres Wissen behauptet die israelische Regierung, dass es keine  palästinensischen Partner gebe. Auch dadurch bleiben die Palästinenser im Westjordanland Geiseln einer verschärften israelischen Besatzung  - allen halbherzigen  Rückzugsplänen zum Trotz: beispielsweise durch Landraub im Zuge des Baus der Sperranlage und durch die zunehmend extremere Einengung der Bewegungsfreiheit durch Checkpoints. Die Verhaftung palästinensischer Parlamentarier, Minister und Bürgermeister kam jüngst als Steigerung dazu.  

 

Und letztlich wird auch die israelische Bevölkerung von dieser Besatzungspolitik als Geisel genommen.  

Dabei spricht sich aktuell die Mehrheit der Israelis für Verhandlungen mit den Entführern aus – vor einigen Tagen waren es 53 Prozent der Befragten. Der Vater des Entführungsopfers, Noam Shalit fordert inzwischen von der israelischen Regierung, Verhandlungen auch über die Freilassung palästinensischer Gefangener aufzunehmen.

 

Wie amnesty international stellen wir fest:

„Auch die internationale Gemeinschaft hat eine Verpflichtung zum Handeln.“

 
Untätigkeit kostet täglich weitere Menschenleben. Der Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah, Christian Sterzing betonte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass „Angriffe auf die Zivilbevölkerung“ nach dem humanitären Kriegsvölkerrecht nicht zulässig sind.   Es sei an der Zeit, „an die israelische Regierung einige kritische Fragen zu stellen“.

Ernste Kritik wird gegenwärtig nur von einigen Oppositionspolitikern geübt: 

Jerzy Montag, Bundestagsabgeordneter von „Bündnis 90/Die Grünen“ und Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe:  “Man kann und darf die Menschen nicht vom Strom, vom Wasser, von Lebensmitteln abschneiden.“ Gregor Gysi zur Festnahme eines Drittels der palästinensischen Minister:„Wer so demütigt, weiß, daß das Ergebnis nicht Gespräch, nicht Verhand­lungen und Friedfertigkeit, sondern weitere Gewalt sein wird.“ 

Der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Norman Paech  verlangt von Außenminister Steinmeier, sich für die sofortige Einstellung des israelischen Militärseinsatzes im Gazastreifen einzusetzen und auf die «Freilassung der Festgenommenen» zu drängen.  Außerdem solle die Große Koalition ihre Haltung gegenüber der Hamas-Regierung überdenken, «um sich wirksam für die Freilassung des israelischen Soldaten einsetzen zu können».

Diesen Forderungen schließen wir uns an! Keine Waffenlieferungen nach Israel und in den gesamten Nahen Osten! Keine Bereitstellung des Transportfahrzeuges Dingo 2 an Israel! Der Vertrag über die Lieferung von zwei U-Booten wurde allerdings gerade unterschrieben.

 

Kopie für die Botschaft des Staates Israel in Deutschland

An die Bundeskanzlerin
Frau Dr. Angela Merkel
Bundeskanzleramt 1
10557 Berlin

                                                                                                                                                                                                                    6.7.2006

 

 Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

 mit großer Sorge verfolgen wir in der christlichen Friedensbewegung pax christi Augsburg die Ereignisse derzeit in Palästina. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, mit welch zunehmender Brutalität die Besatzungsmacht Israel unterschiedslos gegen die palästinensische Bevölkerung vorgeht. Jeden Tag erreichen uns schreckliche Nachrichten von Christen aus Bethlehem mit der völkerrechtswidrigen und menschenverachtenden Mauer auf palästinensischem Gebiet und aus dem „abgeschnittenen“ Gaza-Streifen. Die israelische Politik scheint jedes Augenmaß für die Realität verloren zu haben – die Repressionsmaßnahmen übersteigen jede Verhältnismäßigkeit der Mittel, wie auch die Reaktion auf die zu verurteilende Entführung des Soldaten Gilad Shalid zeigt.

 Aber Europa und die Weltöffentlichkeit schaut zu. Auch Deutschland hat nicht den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen, aus einem nach unserer Sicht falschen  Verständnis der Geschichte und der besonderen Beziehung.

 Aber nicht diejenigen, die Israels Politik kritisieren fördern den Antisemitismus und gefährden die Sicherheit und das Lebensrecht des israelischen Staates, sondern diejenigen, die diese hässliche Besatzungspolitik betreiben oder sie schweigend dulden.

Wer für Israel ist, muss als Freund heute diese Politik unmissverständlich in die Schranken weisen. So fordern wir Sie auf, bei der israelischen Regierung in vernehmbarer diplomatischer Schärfe zu intervenieren, mit dem Ziel, die derzeitige Eskalation zu beenden, den Mauerbau rückgängig zu machen und den Rückzug aus den besetzten Gebieten einzuleiten,  wie es dem Völkerrecht, mehreren UNO-Resolutionen und der Road Map entspricht.

Mit Unverständnis nehmen wir die Lieferung von zwei U-Boten mit Teilübernahme der Kosten und die Lieferung von gepanzerten Fahrzeugen vom Typ „Dingo“ - vorerst noch zu Testzwecken  -wahr.

 Christliche Politik fordert auch in dem historisch einmaligen Verhältnis zu Israel und Palästina klare menschenrechts- und völkerrechtsgemäße Positionen.

Wir bitten Sie, sich in dieser Weise für Deeskalation und Frieden in der Nahostregion einzusetzen.

 Wir freuen uns von Ihnen zu hören.

 Mit freundlichen Grüßen
 Für die pax christi Bistumsstelle Augsburg
Christian Artner-Schedler (Referent für Friedensarbeit)

 

PS:       Abschrift geht an den deutschen Außenminister, Herrn Steinmeier und an die Israelische Botschaft

 

Offener Brief

Die Militäroffensive des Regime in Tel Aviv ist das beste, was ihr vor dem Hintergrund der illegalen Landnahme in den nach wie vor besetzten Westbank passieren kann, bzw. passieren konnte.

Während ein Grossteil der Welt auf den Gaza blickt, führt das Regime des jüdischen Staates seinen Staatsterrorismus in den Westbank fort, ohne das der Rest der Welt davon in Kenntnis gesetzt wird, und je länger der Gaza-Einsatz dauert, desto länger kann Tel Aviv in den Westbank schalten und walten, wie es will.

Ein aktuelles Beispiel:
Die Zerstörung der Olivenhaine rund um Beit Jala (Westbank) ist seit 27. Juni 2006 im vollen Gange. Hier wird die letzte Lücke in der Apartheidmauer geschlossen, die den gesamten Bezirk Bethlehem in ein einziges Palästinensergetto verwandelt. Israelische Besatzungstruppen wurden im Gebiet Cremisan zusammengezogen, um die Bulldozer zu unterstützen, die hier eine der fruchtbarsten und historisch bedeutsamsten Zonen des gesamten Bezirkes Bethlehem verwüsten. Mit der Apartheidmauer werden die Städte Bethlehem, Beit Sahour und Beit Jala vollständig von der palästinensischen Hauptstadt Ost-Jerusalem abgemauert, die nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt, aber dennoch für die Palästinenser unerreichbar hinter dem Betonmonster liegt.

Die Verwüstung Beit Jalas kündigt sich jedoch schon im Dezember 2005 an. Seit damals wüten die Bulldozer auf den palästinensischen Grundstücken, und reißen dort, wo die Mauer stehen soll, eine tiefe Wunde ins Land. Die Mauer dient hier unmittelbar zur Expansion der illegalen jüdischen Siedlung Har Gilo, der 345 Dunum (34,5 ha) an palästinensischen Oliven- und Mandelhainen zum Opfer fallen sollen. Anfang dieses Jahres waren die Bauarbeiten zum Stillstand gekommen, doch nun sind die Bulldozer und die Besatzungssoldaten wieder da.

Die Mauer rund um das Getto Bethlehem soll in den ersten Julitagen endgültig geschlossen werden. Der Gemeinderat Beit Jalas wandte sich daher mit einem dringenden Aufruf an die internationale Öffentlichkeit, durch Aktionen und Proteste die Fertigstellung der Gettomauer durch die Besatzungsmacht noch einmal abzuwenden.

Schon 500 Bäume wurden ausgerissen. Der Gemeinderat Bei Jalas beschreibt das betroffene Gebiet als eine der "letzten Grünflächen der Stadt". Es beheimatet "das fruchtbarste Ackerland in der gesamten Region", das für eine große Anzahl palästinensischer Familien, die von der Landwirtschaft leben, die Haupteinnahmequelle darstellt.
Außerdem handelt es sich um ein Gebiet mit außerordentlicher historischer Bedeutung. Zwei antike Klöster, eine Schule und das berühmteste Weingut in ganz Palästina sind unmittelbar durch den Mauerbau bedroht. Der Verlauf der Apartheidmauer ist auch um Beit Jala darauf ausgelegt, sich alle freien Flächen außerhalb des dicht bebauten palästinensischen Wohngebietes einzuverleiben.
Mit der Mauer belagert die Besatzungsmacht die palästinensischen Ortschaften von allen Seiten und erstickt ihre ökonomischen, sozialen und politischen Entfaltungsmöglichkeiten.

Die Bilanz für Beit Jala führt die Bedrohung eindrücklich vor Augen: Die Apartheidmauer und die jüdische Siedlung Har Gilo verleiben sich 60% der Grundstücke der Stadt und seiner BewohnerInnen ein. Von ursprünglich 14.500 Dunum Land (1450 ha) werden Beit Jala nur noch 4500 Dunum (450 ha) Umland bleiben.

Allein im Bezirk Betlehem zieht die israelische Trennmauer vor den Toren Jerusalems eine 52 Kilometer lange Schleife. Die Mauer schlingt sich eng um die palästinensischen Wohngebiete. Dadurch werden die PalästinenserInnen ihres Landes beraubt, denn allein hier verschwinden 70.000 Dunum palästinensischer Grundstücke (7000 ha) hinter Beton und Stacheldraht. Die geraubte Fläche entspricht ca. 2,5% der Gesamtfläche des Bezirkes. Die Mauer dient damit unmittelbar der Expansion der jüdischen Siedlungen und verwandelt die palästinensischen Dörfer in landlose verarmte Gettos.

Wie gesagt, je länger der Gaza-Militäreinsatz dauert, desto mehr Land kann das Regime in Tel Aviv illegalerweise annektieren. Von daher ist die Ankündigung, der Militäreinsatz im Gaza kann noch Monate dauern, allzu verständlich.

Einen schönen Gruss an die "einzige Demokratie im Nahen Osten", wie sich Israel gerne immer wieder mal, wenn es gerade passt, selber bezeichnet. Nur liegen Bezeichung und Realität im Falle Israel Lichtjahre voneinander entfernt.

Andreas Friedrich
Duesseldorf den 10.07.2006

 

 

Leserbrief:

Zum Glück gibt es die Schweiz! Als einziges europäisches Land hat sie es

gewagt, Israels Vorgehen in Gaza zu verurteilen. Es sei kollektive

Bestrafung und verletzte das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Israel

habe nicht die Vorsichtsmaßnahmen getroffen, die das internationale

Recht zum Schutz von Zivilisten verlange. Die Europäische Union dagegen

schweigt. Hätte sie nur den Bruchteil des Mutes von Gideon Levy, dem

bekannten israelischen Journalisten, der gleich zu Beginn der

israelischen Offensive, noch vor einer Vielzahl von Toten, in Haaretz

schrieb: Es ist nicht legitim, 750.000 Menschen von der

Elektrizitätsversorgung abzuschneiden. Es ist nicht legitim, 20.000

Menschen aufzufordern, aus ihren Häusern zu fliehen und ihre Städte in

Geisterstädte zu verwandeln. Es ist nicht legitim, eine halbe Regierung

und ein Viertel des Parlaments zu kidnappen. Ein Staat, der solche

Schritte unternimmt, ist nicht länger unterscheidbar von einer

Terrororganisation.

Tausende palästinensische Kinder, Frauen und Männer hat Israel bis heute

gekidnappt. Unsere Medien und Politiker sprechen in den Fällen

schönfärberisch von -Verhaftung. -Verhaftung würde zumindest bedeuten,

dass Anklage erhoben und ein Prozess geführt würde. In Hunderten von

Fällen aber werden laut Amnesty International entführte Palästinenser

über Monate ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne Anklage und Prozess in

Administrativhaft gehalten. Prozesse vor den Militärgerichten

entsprechen nicht den internationalen Standards und Folter wird

praktiziert. Wird aber ein einziger israelischer Soldat von

Palästinensern gefangen genommen, dann rechtfertigt dies offensichtlich

den Einsatz der gesamten hochgerüsteten israelischen Kriegsmaschinerie

gegen die Menschen in Gaza, ohne dass Europa protestiert. Es ist eine

Schande, unmoralisch und feige, wie sich Politiker und Medien in Europa

in diesem Konflikt verhalten.

~~ Dissident voices in  the mainstream & other Israeli media ~~
 

It's never too late
Haaretz Editorial -- Today Fri., July 07, 2006
http://www.haaretz.com/hasen/spages/735154.html
 

Look who's been kidnapped!
Arik Diamant in Ynet News (July 5, 2006)

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3271505,00.html

No strength for silence

Esther Wachsman, Haaretz July 4, 2006

http://www.haaretz.com/hasen/spages/733773.html

The government is losing its reason
Ha'aretz Editorial June 30
http://www.haaretz.com/hasen/spages/733036.html

Esther Wachsman: It's the same record playing again
Ruth Eglash interview, Jerusalem Post  Jun. 30, 2006
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1150885884815&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

Agatha In The Rain
Uri Avnery July 1, 2006
http://zope.gush-shalom.org/home/en/channels/avnery/1151794314/

Composure is also strength
By Yoel Marcus Ha'aretz, July 3, 2006
http://www.haaretz.com/hasen/spages/733034.html

Suffering from a paralysis of thought
Ze'ev Sternhell - Ha'aretz July 2, 2006
http://www.haaretz.com/hasen/spages/733029.html
 

A Week of Israeli Restraint
Tanya Reinhart, Yediot Aharonot June 21, 2006
http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=14609

We must wake up
David Grossman Ma`ariv June 11, 2006
http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=14449

 

 

Protests against Gaza clampdown initiated by different groups on different dates

June 28

Immediate protest in front of Defence Ministry Gush Shalom

http://www.geocities.com/toi_billboard/Gu_vigil.htm

                                    

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3268789,00.html

June 30

Demonstration at the Gaza border Ometz Lesarev, joined by the Committee against War Crimes

http://www.geocities.com/toi_billboard/Shouting_at_the_canons.htm

July 1

500 hundred to protest at PM's doorstep Yesh Gvul 

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3269764,00.html

 

July 3

22500 already signed Ometz prisoners release petition http://www.publicators.com/tmp/shalit       

July 5

Protest at Defence Ministry previous to fascism discussion Coalition of Women' for Peace

http://www.geocities.com/toi_billboard/CWPJune5.htm

July 7

Appeal on EU countries Gush Shalom

http://zope.gush-shalom.org/home/en

July 8

Demo against invasion in Nazareth, Hadash communists -  announced for tomorrow

http://www.geocities.com/toi_billboard/Nazareth.htm

 

 Protests against Gaza clampdown initiated by different groups on different dates
 

June 28

Immediate protest in front of Defence Ministry Gush Shalom

http://www.geocities.com/toi_billboard/Gu_vigil.htm

                                    

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3268789,00.html

June 30

Demonstration at the Gaza border Ometz Lesarev, joined by the Committee against War Crimes

http://www.geocities.com/toi_billboard/Shouting_at_the_canons.htm

July 1

500 hundred to protest at PM's doorstep Yesh Gvul 

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3269764,00.html

 

 

 

~~Human rights organizations reports and condemnations~~

PHR-Israel  http://www.phr.org.il/phr/cat.asp?catid=55&parentid=45&pcat=-1&lang=ENG

B'tselem http://www.btselem.org/English/index.asp

ACRI http://www.acri.org.il/english-acri/engine/story.asp?id=321

 

* See also the remarkable call by 300 British Jews What is Israel doing?

http://www.jfjfp.org/indexfiles/Gaza%20ad_times.pdf

 

 

 

 

TOI-Billboard updates you in between the issues of our printed newsletter. For more news on the struggle against the occupation, on the ground and in the media, there are the frequently updated sites:

Occupation Magazine

http://www.kibush.co.il/  (articles and action news, worth looking at daily - but also useful archive)

ISM website

http://www.palsolidarity.org/main/ (informing especially about anti-Wall struggle in the villages)

Robert Rosenberg's summary of "peace" issues in the Israeli media

http://www.ariga.com/  (on workdays)

http://www.theheadlines.org/ (a variety of papers, followed dayly by Shadi Fadda)

http://electronicintifada.net/new.shtml (Palestinian press agency, including own research)

+ more links at  http://www.geocities.com/toi_billboard/recommen.htm 


TOI-Billboard current issue 
http://www.geocities.com/toi_billboard/index.htm
 

mmentar von Andreas Friedrich

 

Zur Vorgehensweise der israelischen Armee (nicht nur im Gaza) fällt einem bald nichts mehr ein, außer dass die Armee in dem schmalen Küstenstreifen die komplette Infrastruktur zerstört, die dort lebende Bevölkerung für etwas kollektiv bestraft, wofür sie -die Bevölkerung- jedoch keinesfalls in die Verantwortung gezogen werden darf. Zu denken gibt mir auch, dass sich ausgerechnet der Vater des entführten israelischen Soldaten im israelischen TV-"Kanal 10" für Verhandlungen mit den Entführern und gegen die Militäroffensive ausgesprochen hat (natürlich wird das von einem Grossteil unsrer Presse ignoriert. Es könnte ein schlechtes Licht auf Olmert, Perez & Co. werfen und die Leute könnten anfangen, über das, was im Gaza geschieht, nachzudenken). Ebenfalls ignoriert wird, dass die israelische Armee nicht, wie sie sagt, in den Gaza einmarschiert ist, um den Soldaten zu befreien, sie will schlicht und ergreifend die neue demokratisch gewählte palästinensische Regierung stürzen. Denn die israelische Regierung steht vor dem Problem, das kurz vor Beginn der Militäroffensive Hamas den jüdischen Staat anerkannt hat -in den Grenzen von 1967- demnach hätte sich Israel aus den illegal besetzten Westbank zurückziehen und die dortigen illegalen jüdischen Siedlungen sowie Siedlungsblöcke räumen müssen. So sieht es übrigens auch der Friedensplan der arabischen Liga aus 2002 vor, diesen ignoriert Israel jedoch. Und da die israelische Regierung nach wie vor eine Besatzungsmentalität an den Tag legt, wie sie heutzutage ihresgleichen sucht, kam ihr die Anerkennung des Staates Israel durch Hamas mehr als ungelegen, dafür die Entführung des Soldaten umso mehr entgegen mit der Folge, mal eben in den Gaza einzumarschieren, dort alles kurz und klein zu schiessen und die Hamas zu stürzen. Dann gibt es keine palästinensische Regierung mehr, die den jüdischen Staat anerkennt. Und das Spiel beginnt von vorne. Zudem: Wenn ständig von radikal-islamische Hamas die Rede ist, so ist es nur legitim, von der radikal-jüdischen israelischen Regierung zu sprechen, denn das, was diese Regierung und vor ihre Scharon-Vorgängerin betreibt, ist reinster Staatesterror, nichts anderes. Ein Blick in den Westbank sollte genügen, denn dort wird alles getan, um einen Staat Palästina zu verhindern. Aktuelle Beispiele: Der Ausbau von Ma'ale Adumim, Bauplan "E-1" sowie die Abtrennung Ost-Jerusalems und Bethlehem voneinander (wie am 05.Juli 2006 geschehen). Natürlich wurde auch das in der deutschen Presse nicht erwähnt. Über die Frage, mit welchen Mitteln die Palästinenser dieser "Politik" der Regierung in Tel Aviv begegnen sollen, bzw. begegnen dürfen, sollten wir alle mal ganz intensiv nachdenken. Vielleicht müssen wir demnächst noch Dankschreiben und Blumen nach Israel senden, für soviel "Demokratieverständnis" und Entgegenkommen. Aber statt Blumen bekommt Israel nun Dolfin-U-Boote und Dingos.

Andreas Friedrich
Düsseldorf den 7.7.2006

Gush Shalom, der israelische Friedensblock

 

Aufruf an Europa

 

Der international gepriesene  israelische Abzug aus dem Gazastreifen hat die Besatzung dort nicht beendet. Sie wurde in  Form eines Würgegriffs über Gazas Verbindungen zur Außenwelt fortgesetzt. Der Gazastreifen ist in ein riesiges Freiluft-Gefängnis verwandelt worden.

 

Mit der Weigerung der israelischen Regierung, mit der gewählten palästinensischen Regierung Gespräche zu führen, blieb jetzt nur noch ein Dialog übrig, der der Bomben, oft auf zivile Ziele auf beiden Seiten der Grenze.

 

Ohne internationale Intervention kommt es zu einer fast unvermeidlichen Eskalation.

 

Wir, israelische Patrioten und Friedensaktivisten, rufen die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten auf, möglichst auch in Verbindung mit andern Ländern, sofort  und tatkräftig gegen die bedrohliche israelisch-palästinensische Krise zu intervenieren. Ganz besonders nötig wäre:

 

  1. einen Vertreter im Range  eines Ministers zu ernennen, um die sich  entwickelnden Geschehnissen zu verfolgen und die EU zu  sofortigen  Maßnahmen aufzufordern, wenn die Situation sie erfordert.

  2. die schweren von Europa der palästinensischen Behörde als Strafe auferlegten Sanktionen zu beenden, nachdem die Palästinenser ihr demokratisches Recht, eine Regierung nach eigener Wahl zu wählen, wahrgenommen haben. Die Sanktionen an sich sind schon eine brutale Intervention zu Gunsten der Besatzung.

  3. mit der Regierung Israels und dem gewählten palästinensischen Präsidenten und der palästinensischen Regierung  einen ernsthaften Dialog mit der Absicht aufzunehmen, die gegenwärtige Krise  zu beenden und den Weg für echte, sinnvolle Friedensverhandlungen zu ebnen.

  4. die Grenzunterstützungsmission der EU, die schon erfolgreich am Rafah-Grenzübergang  tätig ist, auf alle Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen zu erweitern, um den regelmäßigen Transport von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Waren in beiden Richtungen sicher zu stellen, unabhängig von politischen und militärischen Entwicklungen.

  5. als permanenter Vermittler bei akuten Krisen wie z.B. im Falle des israelischen Kriegsgefangenen Gilad Shalit, einzugreifen.

  6. beiden Seiten eine permanente, europäische, friedenserhaltene Truppe zwischen dem Gazastreifen und Israel anzubieten.

  7. die Einberufung einer internationalen Konferenz zur Beendigung des israelischen Konfliktes in Betracht zu ziehen.

 

EUROPA KANN ES SICH NICHT LEISTEN, SICH IN SCHWEIGEN ZU HÜLLEN.

 

Gush Shalom, der israelische Friedensblock

POB 3322, Tel Aviv 61033    www.gush-shalom.org   info@gush-shalom.org

 

(dt. Ellen Rohlfs)

----- Original Message -----

From: Ibn Rushd Fund For Freedom Of Thought

Sent: Thursday, July 06, 2006 12:02 PM

Subject: Die israelische Besatzung ist der Kern der Probleme

Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought

Protestbrief

 Die israelische Aggression ist nicht die Lösung der Probleme -
die israelische Besatzung ist der Kern der Probleme

 

Der Verein Ibn Rushd e.V., bekannt für seinen Einsatz für  Meinungsfreiheit und  Demokratie in der arabischen Welt, protestiert gegen und verurteilt scharf den von Israel geführten Krieg gegen das palästinensische Volk und dessen demokratisch gewählte Regierung.

Diese  Aggression wird von den USA geduldet, und die westlichen Länder schweigen zu einer solchen Bestrafung der Zivilbevölkerung -  denn darauf läuft das derzeitige Handeln Israels hinaus – und zur Entführung von legal gewählten Vertretern des palästinensischen Volkes.  Das zeigt zum wiederholten Male, dass sowohl Israel als auch die USA nicht eingestehen wollen,  dass der Kern des Problems in der nunmehr Jahrzehnte währenden israelischen Besatzung palästinensischen Bodens, Luftraums sowie in der Blockade der internationalen Grenzen liegt. Es scheint offensichtlich, dass der Rückzug Israels aus dem Gazastreifen rein symbolischer Natur war.

Die Zeiten der Kolonialisierung und der Eroberungen sind lange vergangen, und jedes Volk hat das Recht auf bürgerliche Freiheiten wie Meinungs-, und Bewegungsfreiheit sowie die Freiheit des Handels. Werden diese Freiheiten einem Volk verwehrt, wird das Leben zu einem Gefängnis. So geschehen in den von Israel seit 1967 besetzten Gebieten:

Eine eigene palästinensische Wirtschaft wird unterdrückt durch Unterbindung von Warentransport ins Ausland, bedingt durch stetig geschlossene Grenzen. So entsteht eine 100%ige Abhängigkeit des palästinensischen Staates von westlichen Spenden. Die Meinungsfreiheit in Wort und Wahl wird zunichte gemacht, indem demokratisch gewählte Regierungen nicht anerkannt und ausgehungert werden, sich so auch nicht bewähren können.

Auf diese Weise wird ein Volk regelrecht genötigt, sich gegen die Besetzungsmacht zu wehren und Widerstand zu leisten.

Dieser Widerstand wird von Israel und vielen mit ihm sympathisierenden Ländern und Medien fälschlicher Weise als Terrorismus bezeichnet, um über die wahren Gründe des Widerstands und die Wurzeln des Konflikts hinwegzutäuschen.

Wir vom Verein Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought rufen daher alle Menschen auf, die sich der Sache des Friedens, der Freiheit, der Menschenrechte und der Achtung des internationalen Rechts verpflichtet fühlen, sich in einer internationalen Front zur Beendung dieser israelischen Aggression gegen die palästinensische Bevölkerung zu vereinen.

Wir fordern:

     Ein sofortiges Ende der israelischen militärischen Aktionen

     Eine sofortige Freigabe der entführten palästinensischen Politiker

     Eine Freilassung  aller politischen Gefangenen (1 israelischer gegenüber ca. 10.000 palästinensischen)

     Eine Rückkehr zu politischen Verhandlungen für einen gerechten Frieden

     Israelische Reparationen für den Wiederaufbau zerstörter ziviler  Ziele im Gazastreifen.

     Die Gewährung  unbegrenzter Bewegungs- und Wirtschaftsfreiheit (Warenexport) für alle Palästinenser in den von Israel 1967 besetzten Gebieten, um eine unabhängige Wirtschaft zu ermöglichen.

Nur ein freies, wirtschaftlich und politisch unabhängiges und überlebensfähiges Palästina, in das keine Armee nach Belieben einmarschiert oder es bombardiert, kann ein friedlicher Nachbar von Israel sein und somit die Sicherheit und den Frieden im Nahen Osten garantieren.

 

Berlin 5/07/2006

 

 IBN RUSHD  
Fund for  Freedom of Thought
Wiesenstr.
53
16348  Wandlitz
Tel.: +49 (0) 33056 - 436469
Fax.: +49 (0) 33056 - 436470
e-mail :
info@ibn-rushd.org 
 web    :
www.ibn-rushd.org

Kommentar von Andreas Friedrich, 04.Juli 2006

Tausende Soldaten in Panzern, Bulldozern und Kampfhubschrauber der israelischen Armee treiben (angeblich) wegen eines einzigen entführten Soldaten, wohlgemerkt "Besatzungssoldat", die im Gaza lebenden Palästinenser in die Katastrophe, politisch wie humanitär.

Die politische Katastrophe ist, dass israelische Polizisten knapp ein drittel der demokratisch gewählten palästinensischen Regierung festgenommen hat, warum steht in den Sternen!
Es werden sich sicher Gründe (er)finden- wo ein Wille ist ist auch ein Weg.
Nur, wer soll nun die palästinensische Politik betreiben, wer soll als Ansprechpartner für andere Politiker dienen, wer soll Reformen in Palästina auf den Weg bringen, die Hamas trat für Reformen und gegen Korruption ein.

Obwohl- die Palästinenser finden im Focus der internationalen Politik eh nicht mehr statt, von daher benötigt man in Palästina ja auch keine Regierung, so oder ähnlich muss Olmerts Gedankengang gewesen sein.

Die humanitäre Katastrophe ist, um es auf den Punkt zu bringen: Kein Wasser, kein Treibstoff, kein Strom, das heißt widerum: Keine Nahrungsaufbereitung, keine OP' s in Krankenhäusern, wenn diese ohnehin nicht schon aufgrund des finanziellen Boykott der internationalen Gemeinschaft außerstande sind, kranke medizinisch zu versorgen, geschweige denn lebensnotwendige OP' s durchzuführen.

Was bleibt ist, dass die israelische Regierung, bestehend aus ehemaligen Mitgliedern des rechtsextremen Likud (z.B. Israels Außenministerin Tzipora Livni, Israels Min.Präsident Ehud Olmert) sowie Amir Peretz (Havoda) im Gaza zwar keinen Völkermord, aber eine von langer Hand geplante Vertreibung betreibt, eine Kollektivstrafe für knapp 1,7 Millionen Palästinenser, die rein gar nichts dafür können, das ein einziger Soldat von mil. Palästinensern entführt wurde, aber das Argument ist ohnehin überflüssig, denn der Einsatz im Gaza hat nichts mit der Entführung zutun.

Vielleicht sollte die israelische Regierungsriege ebenfalls festgenommen werden, wegen Staatsterror, denn nichts anderes betreiben Livni, Olmert & Co. derzeit im Gaza und in den nach wie vor seit über 40 Jahren illegal besetzten Westbank.

Eines ist ganz deutlich: Die Palästinenser sind im wahrsten Sinne des Wortes am Ende, und die internationale/n Politik(er), z.B. Frau Merkel, Herr Steinmeier, Herr Bush tragen durch ihr Schweigen und ihre aktive Unterstützung für Israel eine nicht geringe Mitschuld.

Bleibt die Hoffnung, dass die Palästinenser nicht aufgeben und sich in Deutschland ein paar anständige finden, die diesem Irrsinn im Nahen Osten endlich ein Ende bereiten.

Andreas Friedrich

Trierischer Volksfreund - 1.7.2006 - DAMIAN SCHWICKERATH ZU: NAHOST

 

Es reicht!

 

Niemand kann es Regierungschef Ehud Olmert übel nehmen, wenn er versucht, Leben und Gesundheit seiner Bürger und das Territorium des Staates Israel zu schützen. Aber was die Israelis derzeit im Nahen Osten vor den Augen der Welt an Unrecht anrichten, muss geballten Protest hervorrufen, wird in der arabischen Welt zu neuem Hass führen und neue Gewalt provozieren.
Die Invasion der israelischen Armee im Gazastreifen lässt die Situation im Heiligen Land weiter eskalieren. Was darf sich die israelische Armee noch leisten, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden?
Wie kann es international geduldet werden, dass ein Großteil der demokratisch gewählten palästinensischen Parlamentsmitglieder in einem Handstreich gefangen genommen wurde und nun vor ein israelisches Kriegsgericht gestellt werden soll? Ein entführter israelischer Soldat und ein ermordeter junger Siedler müssen als Vorwand für die völlig rechtswidrige Operation „Sommerregen“ dienen, die längst geplant war und für die die Scharfmacher auf israelischer Seite wohl nur noch einen passenden Vorwand brauchten. Es wäre an der Zeit, dass die westliche Welt und vor allem die Amerikaner öffentlich und eindeutig Stellung beziehen gegen diese brutale israelische Politik. Sie nutzt niemandem, am allerwenigsten Israel selbst. Statt dessen sind diese Rambo-Methoden Wasser auf die Mühlen der Radikalen auf palästinensischer Seite. Es reicht! Diese Botschaft muss laut und deutlich in Jerusalem ankommen.

Die Invasion im Gazastreifen wird zu einer Katastrophe führen

 

Gush Shalom,  29.6.06

 

Weniger als 24 Stunden nach dem Beginn der Invasion in den Gazastreifen, fand die erste Demonstration dagegen statt. Sie wurde von Gush Shalom ausgerufen. Obwohl es vorher keine Öffentlichkeitsarbeit dazu gab, kamen  etwa hundert Friedensaktivisten zum Verteidigungsministerium in Tel Aviv und  drückten ihren klaren und eindeutigen Protest aus.

 

Vor Ort vorbereitete Poster  erklärten: „Die Invasion gefährdet das Leben des gefangenen Soldaten Gilad Shalit!“ „ Wir wollen keinen zweiten Nachshon Waxman!“ (Waxman, ein Soldat, der 1994 von der Hamas entführt wurde, wurde beim Befreiungsversuch der Armee getötet)  „Eine Feuerpause um der Kinder von Gaza und Sderot willen!“

 

Wie erwartet wurde, verfluchten einige Autofahrer die Demonstranten, aber es ist bemerkenswert, dass nicht wenige Autofahrer sie durch Zurufen und Hupen unterstützten.

 

„Der Generalstabschef spielt mit dem Leben von Gilad Shalit“! erklärte Uri Avnery. „Wir sollten ihm sagen: Wenn du mit dem Leben von Soldaten spielst, spiele mit dem Leben deiner Kinder!“

 

Gush-Shalom-Sprecher Adam Keller fasste zusammen: „ Es war wichtig, sofort zu demonstrieren, um klar zu machen, dass es eine Opposition für diese Aktion gibt, und eine Stimme  gegen die Propaganda zu erheben, die unsere Medien überflutet.“

 

(dt. Ellen Rohlfs)

 

Kommentar: Man stelle sich nur einmal vor, die Palästinenser hätten in den letzten Jahrzehnten,

- in denen ihnen immer wieder Land gestohlen
- wo ihre Häuser und Eigentümer zerstört
- wo ihnen ihre Felder und Gebiete für den Bau der illegalen jüdischen Siedlungen
- und seit knapp zwei Jahren für den Bau der illegalen Trennmauer (IGH Resolution ES 10/15) genommen wurde und wird
- wo ihnen der Zugang zu ihren Schulen, Universitäten und selbst Krankenhäusern verweigert wurde und wird
so agiert wie die israelische Armee momentan im Gaza und den Westbank!  mehr >>>

Mit normalen Maßstäben kann dieses Verhalten seitens der Regierung in Tel Aviv und ihrer Armee nicht mehr gemessen werden.
Eines der Hauptprobleme: Niemand scheint sich wirklich dafür zu interessieren, wie das palästinensische Volk von der israelischen Regierung und ihrer Armee bestraft wird. Bestraft nicht nur für eine frei und demokratisch abgehaltene Wahl, sondern auch für die Ermordung zweier Besatzungssoldaten und der Entführung eines anderen Besatzungssoldaten, was ganz klar zu verurteilen ist.

Aber Reaktionen müssen angemessen sein.
Dabei darf es nicht dazu kommen, dass viele Palästinenser im Gaza nicht mehr medizinisch versorgt werden können, weil Israels Luftwaffe die Zufahrtsstrassen innerhalb des Gaza (auch die für Krankenwagen) zerbombt hat, kein Strom und Wasser mehr haben, weil israelische Kampfbomber alles kurz und klein schießen und geschossen haben.
Erst der internationale Boykott gegen die neue palästinensische Regierung und nun der Armeeeinsatz.
Es reicht.  Andreas Friedrich -
Profi-Reporte

Eine Lektion  über Kolonisation ( Orginal: A Lesson in Pickling)
Yossi Sarid, Haaretz 14.6.06

 

In Indonesien macht man sich große Sorgen über den Vulkanausbruch des Merapi, einem der gefährlichsten Vulkane im Pazifik. In den letzten Wochen hat er Gase und Lava ausgespuckt. Die erschrockenen Bauern, die am Füße des Berges leben, bereiten sich auf das Schlimmste vor. Hier dagegen in den frühen Tagen des Sommers schickt uns die Hitze am Nachmittag einschläfernd  zu einem Nickerchen, zum World Cup oder...

Nicht in Indonesien, sondern hier  bewegt sich die Erde und der  Sommerhimmel verdunkelt sich,  wie das Leben im Schatten eines Vulkan, kurz vor einer  Explosion: Dies  sind  die Tage von Pompeji.

 

In dieser Woche endete vor 39 Jahren der 6-Tage-Krieg und die Besatzung begann. In dieser Woche  beginnt in Israel sein 40. Jahr als Besatzer. Ist es wirklich so oder ist es ein böser Traum gewesen ? Es war sicher 40 Jahre lang ein Alptraum, der noch weitergeht. Zuweilen gibt es am Horizont Zeichen für ein Ende – aber  eben nur Zeichen. Aber es wird kein Ende dieser Geschichte geben,  solange die Zukunft in der Road Map oder in der einseitigen Konvergenz gefunden werden soll.

 

Von Anfang an war die Besatzung voll guter Vorsätze und war als  „aufgeklärte“ Besatzung  gedacht. Doch kennt unmenschliche Geschichte der menschlichen Rasse keinen Fall einer guten Besatzung, die sich gegenüber den Besetzten als wohlwollend erweist. Das jüdische Gehirn ist erfinderisch. Der Haken dabei ist, diesmal hat die Erfindungsgabe nicht funktioniert. Die Besatzung ist eine Besatzung, ist eine Besatzung – mit all seiner  Herzlosigkeit, mit all seiner Boshaftigkeit. Israel schaut in den Spiegel und findet hat damit Probleme, sich selbst  darin wieder zu erkennen.

 

Ist das Spiegelbild  heute dasselbe wie 1967 ? Es  ist am besten, den Spiegel  aus Wut  von der Wand zu reißen und zu zerstören, um nicht das  ekelhafte Bild  von uns  von heute zu sehen. Sind diese wahnsinnigen Augen denn unsere? Hat sich die hübsche Jugend, die durch die Felder ging, sich plötzlich in fette Schweine verwandelt? Ist dieser Fette wirklich ein Israeli /Yeshurun? Der eine Menge McDonalds und eine Menge Pizzas frisst, der das Land wie die Heuschrecken verschlingt und der den Nachbarn nur noch die Brosamen übrig lässt. Es ist ein widerlicher Anblick im Spiegel !

 

Nach all den Kolonialstaaten, in denen die Sonne nicht unterging, die aber seit langem ihre Kolonien  aufgegeben haben, hat  Israel sich entschieden, die alten Zeiten des Kolonialismus wieder erstehen zu lassen. Warum die bittere Lektion aus der Erfahrung der andern lernen, wenn man selbst die Erfahrung machen kann, mit dem eigenen Leib und Blut? Dann geht nur den harten Weg! England und Frankreich, Holland und Spanien und Portugal – und die UDSSR und Jugoslawien, die einmal Kolonialmächte waren und es nicht mehr sind, haben freiwillig - oder nicht freiwillig - die Länder aufgegeben, die  ihnen nicht gehören, um sich  vor sich selbst zu retten. Und nur Israels Militär vergeudete seine Energie, um sich vor sich selbst zu schützen, als ob es eine Wahl hätte, als ob es nicht durch einen Angriff seiner eigenen Kräfte auf die eigenen Kräfte besiegt  worden wäre.

 

Der Dumme in seinem Rat, dem Nationalen Sicherheitsrat, macht sich noch immer etwas vor. Giora Eilands Augen sind noch trübe, weil er während einer Sonnenfinsternis direkt in die Sonne geschaut hat. Der  Abzug aus dem Gazastreifen sei ein Fehler gewesen, denkt er, und der Konvergenzplan in der Westbank wird diesen nur bestärken; denn wir haben im Austausch nichts dagegen erhalten und werden nichts erhalten. Aber das ist Unsinn, reiner Unsinn, nichts als Leere. Ganz sicher werden wir nichts im Austausch für Waren erhalten, die nicht gut waren. Wir werden  von niemand anderem als  nur von uns, von unserer eigenen Kraft etwas erhalten; unsere eigenen Händen können uns das schönste Geburtstagsgeschenk zum 60. Geburtstag  bereiten, ein Geschenk, das Leben rettet: ( aus den besetzten Gebieten) herauszugehen und nicht wieder zurückkehren. Es gibt keinen  halben Weggang.

 

Wir sind Helden, außer in Fotoalben keine Helden, weil wir unsere Leidenschaften nicht  überwunden,  sondern Gebiete erobert haben. Jetzt, wenn auch verspätet, ist es an der Zeit, dass wir wie Löwen aufstehen und unsere Leidenschaften überwinden, unsern Wunsch (Land) zu erobern, dem Wunsch zu leben  nachzugeben : Israel soll, obwohl es gegen sich selbst gesündigt hat, zurückkehren, die IDF sollte wieder  die israelischen Verteidigungskräfte  werden und Yeshurun sollte aufhören, ein aufgeblasener Sturmsoldat  zu sein.

 

Ich könnte an das Bild des palästinensischen Vaters erinnern, der versuchte, seinen Sohn Mohammed vor den Scharfschützen zu schützen, die von einer Jupiterlampe geblendet waren: Mein Sohn, mein Sohn , wenn ich doch nur mein  Leben für deines geben könnte! Und ich könnte an  das Bild vom Wochenende erinnern, in dem das junge Mädchen Huda am Strand über seine tote Familie weinte und schrie: Vater, Vater, wo bist du – und er still  mit verdrehten  Augen dalag. Ich könnte noch Tausende andere lebende Zeugen  und Tote in Erinnerung rufen, die ihr schnelles Ende bezeugen könnten ...Stattdessen wähle ich eine Geschichte aus der Besatzungsroutine, ohne Blut und ohne Tränen.

 

Vor vielen Jahren, noch vor der ersten Intifada, baten mich palästinensische Bekannte aus Ramallah um Hilfe. Sie wollten die Genehmigung, um in ihrer Stadt eine Fabrik zur Herstellung  von sauren Gurken aufbauen. Sie stellten Anträge bei den Behörden und erhielten keine Antwort. Ich versprach ihnen zu helfen. Warum nicht? Sie könnten investieren und ein paar Dutzend Leute anstellen und Gewinn machen.  Ich wandte mich also an die Zivile Verwaltung  - und wurde auch abgewimmelt.

 

„Bist du verrückt?“ fragten sie mich in der Behörde. „Wenn sie ihre Fabrik aufbauen, dann geht unsere ganze Industrie für Pickels  bankrott.“ Die Besatzung ist also nicht einmal bereit, eine solche Fabrik entstehen zu lassen.

 

Danach verstand ich; wie hätte ich die ganze koloniale Doktrin nicht verstehen können, da sie  nun direkt vor mir stand. Das ist Kolonialismus mit all seinem  kalkulierten und hämischen Parasitismus. Und so passt die Geschichte genau in unsere Zeit zwischen Verhandlungen, die nicht stattfinden werden und dem Konvergenzplan, der nichts lösen wird.

 

Wann werden wir verstehen, dass nur die Grenzen von 1967  die Grenzen sind, die den „jüdischen und demokratischen Staat“  vor  Bestialität schützen können?  Und wer wird - abgesehen von uns  - sich wirklich darum sorgen, wenn wir bestialisch werden? Es könnte  allerdings auch sein, dass wir uns nicht mehr darum sorgen?

 

(dt. Ellen Rohlfs)

Von: "deborah.gordon" <deborah.gordon(at)wichita.edu>
Datum: 2. Juni 2006 18:16:18 MESZ
An:
academicsforjustice(at)yahoogroups.com
Betreff: [AcademicsforJustice]
Ynet news interview with Israeli professor who supports UK boycott

Israeli professor: UK boycott justified

Professor Rachel Giora of the University of Tel Aviv backs boycott 
on her colleagues with different views; 'I support every form of open 
criticism against the current policies of the Israeli government,' she says

In a special interview with Yedioth Ahronoth, Professor Rachel Giora
of Tel Aviv University gives her reasons for supporting the British 
boycott on Israeli academic institutions.

You support the campaign of the British lecturers' organization for an
academic boycott on Israel. Why?

"A boycott of this type is a CIVIL, NON-VIOLENT ACT. It is a 
straight and clear expression of reservation by the boycotters."

But why an academic boycott?

"I support every form of open criticism against the current policies of the
Israeli government in the occupied territories, whether it is an economic
boycott other forms of resistance. A lack of such stances allows Israelis
to assume that the world is not against them. But the world, or large 
parts of it, are against them. And rightly so."

Isn't it better to act through academic cooperation?

"IT'S HARD TO EXPRESS REVULSION AND SHAKE OFF CRIMINAL ACTS

THROUGH COOPERATION WITH THOSE WE OPPOSE. COOPERATION

IN THIS CASE IS MISTAKEN AND BLURS ALL OF THE EVIL."

What is your response to the claim that the struggle against the occupation
should be limited to Israel, and 'the dirty laundry shouldn't be taken outside?'


"How many other sacred stances will we draw here to silence resisting voices?
Women who are beaten and raped were also demanded to keep silent 
'for the peace of the home.'"


There are those that claim that calls to boycott Israel are an 
expression of a known and ancient European anti-Semitism.

"Israel is not the victim here, but the aggressor, and the 
criticism against it are not a form of anti-Semitism.

Those who criticize it assume that it is possible to demand that

it be moral – to take real responsibility for peace in the region,

to stop the killing and the starvation, and to get out of the territories.
On the part of Israelis criticizing their country, they are doing
it out of deep worry for the society in which they live."

There are many countries that are thought of as imperfect in terms 
of human rights – China, Iran, Saudi Arabia, even the United States,
and they do not face sanctions.

"I have expectations that Israel will not be catalogued together with Iran,
Saudi Arabia, China, and even the United States. It's difficult for 
me to think that a 'democratic' state is not different from military 
dictatorships.
Unfortunately, in its essence Israel is not different, but it is 
appropriate that it should be."
 

Deborah A. Gordon, Ph.D.
Associate Professor
Center for Women's Studies
525 Lindquist Hall
Wichita State University
Wichita, KS.  67260-0082
316-978-7167
 

Der Mann auf der Bergkuppe
Debora Reich, 1982

 

Auf einer Bergkuppe steht  ein Mensch allein

Und  schreit  gen Himmel,

gegen den Wind, zur Sonne  hin,

gegen  Wolken und  Regen

bei Nacht, im Mondenschein und

Sternengefunkel – er schreit.

 

Wenn du ihn hören könntest,

würdest du dies hören:

Ich bin ein Mensch, ein Bürger des Staates,

hier  wurde ich  geboren – mein Vater,

und  meine Kinder auch

Ich liebe dieses Land – ich will es nie verlassen.

Es  ist meine Heimat.

Ich möchte ein normales Leben

Hier und gleichberechtigt sein.

Ich kann dieses Land mit aufbauen.

Und eine Zukunft  für meine Kinder.

Doch wo sind meine Rechte? Hört mich denn keiner?.

Der Staat will mich nicht - keiner kümmert sich um mich.

Bin ich nicht  Bürger hier – warum hört mich keiner?

 

Ich hör’ ihn schreien – und bin  beunruhigt.

In seinem Schreien höre ich das Echo

Mir bekannter Agonien, Agonien meines Volkes -

Sein Schmerz ist mein Schmerz

Ich fühl’ mich gezwungen, ihm zu antworten.

Ich muss etwas tun – kann ihm nicht  abwenden

Ich höre ihn  schreien im Wind , auch in der Nacht

Bei Sonnenaufgang – ich höre ihn.

 

Kann ich denn was tun – ich bin allein?

Ich wende mich um Hilfe an dich -

Wir müssen etwas gegen dieses Schreien tun.

Sein Schmerz ist real – wir kennen doch Schmerzen –

Ist er nicht ein Bürger dieses Staates?

 

Also sag’ ich zu dir, bitte, hör’ zu!

Hörst du nicht, wie  dieser Mensch schreit?

Was sollen wir tun?

 

Du aber antwortest mir:

„Warum sollen wir etwas tun?

Er hat seine Rechte – kümmre dich nicht darum!

Und außerdem: er schreit auf arabisch –

Wir verstehen ihn ja gar nicht – wir sprechen hebräisch.

Wir sind Juden und dies hier ist ein jüdischer Staat.

Die Feinde des Staates sprechen arabisch.

Sie verschwören sich gegen uns -

Vielleicht ist er ein Feind des Staates.

Und außerdem: du sprichst englisch.

Wer bist du eigentlich, dass du solch eine Forderung stellst?

Du bist anscheinend neu hier – du weißt nicht, was hier los ist.

Du bist falsch informiert – geh!

 

Hartnäckig besteh’ ich darauf: bitte warte und höre!

Er schreit jetzt – er schreit noch immer.

Ich versuche, es für dich zu übersetzen.

Da muss etwas dran sein,

Würde er sonst noch immer schreien?

Hörst du nicht den Schmerz in seiner Stimme?

 

Dann nennst du den Holocaust, den Zionismus und die PLO

Und mit deiner unheiligen Trinität versuchst du,

Mich zum Schweigen zu bringen.

 

Und hier zögere ich – es widert mich an,

in dieser Richtung weiterzugehen ,

mir bleibt aber keine Wahl:

ich muss es dir sagen:

Wenn dich das Schreien  dieses Mannes nicht anrührt,

dann  sind die sechs Millionen ( einschließlich – und pass auf –

einige aus meiner und aus deiner Familie )

umsonst gestorben – vergeblich – sage ich.

Und wenn dein Zionismus dich taub macht

Für das Schreien dieses Menschen, dann

 

Wünscht der Gott, der irgendwo in diesem Lande wohnen soll,

deinen Zionismus in seinem Königreich nicht -

und wenn du in seinem Schreien  nur die PLO hörst

dann ist es dein eigenes Schreien, was du hörst  - und nicht seines.

 

Nun bist du  verärgert und wendest dich ab,

du bist empört, du fühlst dich selbstgerecht -

und peinlich berührt.

Schnell willst Du vergessen, dass wir dieses Gespräch führten.

Aber oben auf dem einsamen Gipfel des Berges

Schreit der Mann noch immer voll Schmerz

Und so lange er schreit

Kann ich nicht ruhen – und so lange ich nicht ruhen kann

Wird dein Zorn dich nicht schützen.

 

Deshalb ruf’ ich dir zu: richte dich selbst!

Ich behaupte nicht, dass ich das Recht habe, dich zu richten

Die Zeit der Richter in Israel ist  längst vorbei.

Aber ich sage: achte auf deinen Zorn!

Wenn du nicht  das Schreien dieses Menschen hören kannst

Dann höre auf deinen Zorn!

Du musst nicht ärgerlich sein,

Wenn sein Schreien dir nichts bedeutet.

 

Ich aber sage zu dir, meinem Volk:

 wenn die Herzen deiner Führer verhärtet sind,

dann musst du neue  Führer finden.

Ist keiner unter euch, der das Schreien des Mannes auf der Bergkuppe hört?

Drum sage ich: wir brauchen in Israel eine neue Vision .

Noch seh’ ich  nicht deutlich, doch die Saat liegt in dir

Und auch in ihm.

Aber nicht mit Zorn ist sie zu bewässern

Sondern allein mit Tränen des Erbarmens.

 

Oh Israel, du musst weinen, um diesen Mann,

der  auf der Bergspitze seinen Schmerz  hinausschreit.

Gott hilft  einem Volke nicht, das nur um sich selbst weint.

 

(dt. Ellen Rohlfs)

 

BITTE SCHLIESST EUCH UNS MIT GLEICHZEITIGEN PROTESTEN GEGEN DEN BOYKOTT DER GEWÄHLTEN PALÄSTINENSISCHEN BEHÖRDE AN!
(Internationale Mitteilung der Kommunistischen Partei Israels vom 30. Mai 2006)

Eine Koalition israelischer Friedensgruppen und Bewegungen wird am Samstag, 3. Juni 2006, um 19:00 Uhr in Tel Aviv einen Protestmarsch und eine Kundgebung durchführen.

Wir werden gegen den Boykott der gewählten palästinensischen Behörde protestieren, gegen die Belagerung und Aushungerung des palästinensischen Volkes, für Verhandlungen ohne Vorbedingungen - damit also insgesamt gegen die Besatzung.

U. a. wird die ehemalige Ministerin Shulamit Aloni sprechen, und zeitgleich wird eine Demonstration in Ramallah stattfinden, wo palästinensische politische Bewegungen ihre Solidarität mit der Demonstration in Tel Aviv zum Ausdruck bringen werden.

Diese Aktion geht unserer Demonstration voraus, die am 10 Juni am Eingang zu Nablus durchgeführt werden wird, wo wir mit einem Konvois mit Nahrungsmitteln und Medikamenten für die Palästinenser, an dem Menschen aus aller Welt mit Spenden beteiligt sind, ankommen werden.

Aber Ihr könntet noch mehr tun:

Boykottiert Eure Regierung auch die gewählte palästinensische Regierung?

Warum dann nicht in der Woche zwischen dem 3. und 10. Juni gleichzeitig einen Protest organisieren und Eure Regierung auffordern, das Ergebnis der palästinensischen Wahlen zu respektieren und keine Sanktionen gegen die neue palästinensische Behörde zu verhängen die bisher nicht einmal die Gelegenheit bekommen hat, etwas falsch zu machen.

Bitte informiert uns darüber, was Ihr so kurzfristig zustande bringen könnt, und wir werden es in unsere weitere Berichterstattung aufnehmen.

Veranstaltende Gruppen in Israel:

Hadash (Front für Frieden und Gleichheit - Kommunistische Partei Israels), Koalition Frauen für Frieden, Gush Shalom, Ta’ayush, Balad, Israelisches Komitee gegen Häuserzerstörungen (ICAHD), AIC, Koalition von Studenten, Künstler ohne Mauern, Bat Shalom, Banki (Junge Kommunistische Liga), Yesh Gvul

Internet: http://www.maki.org.il

Email: info@maki.org.il

(Quelle: Email info@solidnet.org vom 31. Mai 2006 14:13)

 

Israel sollte mit Sanktionen konfrontiert werden
Ronnie Kasrils und Victoria Brittain, SA, The Guardian, 19.5.06

 

Westliche Regierungen machen die demokratischen Wahlen in Palästina  dadurch zunichte, dass sie die Hilfsgelder zurückhalten, kollektive Strafe, wirtschaftliche Belagerung und  Hungersnot als politische  Waffe anwenden, um die Hamas dahin zu bringen, die „Geschäftsbedingungen“ Israels zu akzeptieren.

 

Im langen Freiheitskampf gegen die Apartheid in Südafrika  gab es niemals eine  solch dramatische Situation wie heute in Palästina: obgleich auch dort Kinder getötet wurden, die gegen eine zweitrangige Schulbildung  protestierten;  Führer der Befreiungsbewegung waren Jahrzehnte auf Robben Island im Gefängnis; neue Führer wurden ermordet; Kirchenführer wurden vergiftet; Häuser wurden zerstört und Vertreibungen waren häufig; und westliche Regierungen sagten Südafrikanern, wer ihre Führer sein sollten und wie ihre Politik aussehen sollte.

 

Der Afrikanische Nationalkongress begegnete der militärischen, wirtschaftlichen und sozialen Macht der weißen Regierung mutig mit einer kleinen Guerilla-Armee; die Massenunterstützung des Volkes und  moralische Autorität gewann ihr Unterstützer unter Millionen in aller Welt. Viele vergessen heute, dass das verhasste Apartheidsystem von den Mächtigen der Welt wie ein normaler Staat behandelt wurde: eingewurzelte Interessen bestimmten, dass westliche Medien eine aufpolierte Version der Leiden und der Ungerechtigkeit  produzierten.

 

Heute gibt es im Nahen Osten nach Jahren der  Doppelmoral in Palästina und dem laufenden verheerenden Krieg im Irak keine westliche Moralautorität mehr. Es gibt keine Entschuldigung  mehr dafür, nicht die Wahrheit über das zu wissen, was  jetzt  Palästinensern geschieht. Und was erst kürzlich durch das Quartett (US, EU, die UN und Russland) an diplomatischen Schritten  unternommen wurde, um das Leiden zu erleichtern, während  gleichzeitig  über den gewählten Vertretern der Palästinenser der Bann gehalten wird, ist absolut unangemessen.

 

Was im Klartext über die augenblickliche Krisis  und über das ausgesagt wird, was ohne ernsthafte politische Intervention geschehen wird,  zeigt warum. Das Hauptproblem ist die Verschärfung der israelischen Besetzung von palästinensischem Land. Trotz  des Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofes, dass die Mauer illegal sei, schlängelt sich  diese 390km lang  durch die Westbank und raubt weitere 10 %  des Landes, das der Ausdehnung illegaler jüdischer Siedlungen dient. Fast 50 000 Palästinenser werden im Limbo  - zwischen der Grünen Linie und der israelischen Seite der Mauer - gehalten: 65 000 müssen täglich durch die  11 Kontrollpunkte pendeln. Städte wie Qalqilia und Yayous, die früher wohlhabend, fruchtbares Hinterland und genügend Wasserreserven hatten, sind praktisch  eingekreist – ihre landwirtschaftlich genützten Ländereien und  Gewächshäuser  liegen auf der israelischen Seite.

Inzwischen hält Israel 50 Mill.$/Monat an Zollgebühren und Steuern zurück, die den Palästinensern gehören. Die Energiequellen wurden abgeschnitten.

Die palästinensischen Zivilangestellten, Lehrer, Ärzte, Sicherheitskräfte werden seit März nicht mehr  bezahlt. Die Möglichkeit für einen zivilen Krieg zwischen den Fraktionen bewaffneter, zunehmend verzweifelter Menschen ist so offensichtlich, dass nicht nur die Palästinenser denken, dass die USA solch eine Selbstzerstörung wünscht.

 

Den Palästinensern wurden wegen ihrer politischen Wahl  Sanktionen auferlegt. Aber es ist Israel, das neue Fakten vor Ort schafft, um die Entstehung eines lebensfähigen Staates zu verhindern,  dem  Sanktionen  durch die UN auferlegt werden sollte.

Der UN-Generalsekretär Kofi Annan  sollte seine letzten Monate im Amt dazu nützen, um zu Sanktionen gegen Israel aufzurufen, um die Erfüllung des Rechtsgutachtens des ICJ zur Mauer, die Schließung der Westbanksiedlungen und die Entlassung der Gefangenen zu erreichen.

Und alle die sich um Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit sorgen, müssten eine globale palästinensische Solidaritätsbewegung bilden, um die Anti-Apartheidbewegung der 80er-Jahre wieder aufzunehmen.

 

Ronnie Kasrils war der Chef des Geheimdienste des bewaffneten Flügels des Afrikanischen Nationalkongress und ist jetzt  der Geheimdienstminister Südafrikas. Er schreibt hier seine persönliche Meinung.

Victoria Brittain ist Co-Autorin  mit Moazzam Begg von „Enemy Combatant“

victoriabrittain@hormail.co.uk

www.guardian.co.uk/comment/storie/0,,1778549,00.html

 

(dt. Ellen Rohlfs)

 

Leserbrief von Ruth Asfour, Offenbach


Sehr geehrte Damen und Herren der FAZ Redaktion

 Zu : Angela Merkel bekennt sich zur Verantwortung Deutschlands für Israel und „Hilflose Helfer“ von Jörg Bremer

 

Wenn unsere Bundeskanzlerin sich zu unserer „Verantwortung für Israel“ bekennt, meint sie damit auch die Taten Israels ?

Das wäre wahrlich eine schwere Verantwortung ! Ist der Kanzlerin bewußt, daß Israel bis jetzt sämtliche UN Resolutionen ignorierte, wie auch das Urteil Den Haags über den völkerrechtswidrigen  Verlauf der Mauer, an der noch immer weiter gebaut wird und die, mitsamt den zahllosen Checkpoints der Besatzung, den Palästinensern ein normales Leben unmöglich macht. Dieser Mauer und der israelischen Armee fielen unzählige Olivenhaine zum Opfer, manche stammen noch aus der Römerzeit. Diese Mauer zerstört die Umwelt und eine uralte Ackerbaukultur in manchen lieblichen Gegenden des Heiligen Landes. Will Frau Merkel sich zu all dem bekennen ?  Es ist ihr vielleicht auch nicht bewußt, daß in Israels Gefängnissen gefoltert -wird und daß dort nahezu 9000 Gefangene einsitzen mit willkürlicher Haftdauer – auch Frauen und sogar Kinder ! Will sich unsere Kanzlerin auch zu den zahlreichen Häuserzerstörungen bekennen, sogar in der schönen Altstadt von Nablus, auch in Jerusalem ?

Ist ihr bewußt, daß Israel die viertstärkste Militärmacht der Erde ist – einschließlich  Atomwaffen – daß die noch von der Regierung Schröder an Israel als Geschenk gegangenen 3 Uboote,  die von dem Empfänger atomar aufgerüstet wurden, eine Bedrohung des gesamten Mittelmeerraumes darstellen ?

 1948 wurde Israel gegründet ein Jubeltag, der heute noch gefeiert wird. Aber für die Palästinenser war es die Naqba – die Katastrophe. Sie wurden vertrieben, ca 420 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und ca 750.000 Menschen heimatlos. Heute noch bewahren Alte in den Flüchtlingslagern die Schlüssel ihrer Häuser auf, die es nicht mehr gibt. Man muß sich das vorstellen, Bauern, die täglich ihr weites Land bestellten, ihre Olivenbäume pflegten, beschränkt auf die paar Quadratmeter ihres Zimmers in einem Lager, dann kamen Enkel und Urenkel dazu, die bei  Ausgangssperre nicht einmal auf der Straße spielen durften.  Wir hatten damals in Deutschland unsere eigenen Sorgen. Wir wußten nichts von der Naqba. Aber wir haben wegen unserer Geschichte im 3. Reich den beispiellosen Judenmord zu ver-  antworten. Deshalb steht im 1. Paragraph unseres Grundgesetzes:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gleich welcher Religion oder Hautfarbe.

Demnach ist – bis auf die Meinung weniger Unverbesserlicher – der Antisemitismus bei uns gestorben.  Aber die fortwährenden Menschen- und Völkerrechtsverletzungen Israels während der nun schon 40 Jahre währenden brutalen Besatzung, können bei manchen Menschen, die nicht unterscheiden können zwischen Juden und der derzeitigen Politik des  jüdischen Staats, antisemitische Gefühle auslösen. Diese Menschen vergessen oder sie wissen es nicht, daß viele  Juden diese Politik verurteilen.

 

Wie zum Beispiel mehrere Professoren der israelischen und amerikanischen Universitäten, die israelische Menschenrechtsanwältin und Schriftstellerin Felicia Langer (altern. FriedensNobelpreis), deren neuestes Buch für 2007 „40 Jahre Besatzung sind genug“ vielleicht noch dieses Jahr erscheinen wird,  die Friedensgruppen wie Gush Shalom, an deren Spitze Uri Avneri, des öfteren gewaltlose Mauerproteste der palästinensischen Bevölkerung anführt, wobei er selbst mit Tränengaspatronen beschossen wurde. Er erhielt auch  Morddrohungen von seiner eigenen Regierung  ! Uri Avneri richtete einen dringenden „Aufruf an Europa“, den notleidenden Palästinensern zu helfen, egal ob sie Hamas gewählt haben und auch an Israel    mit der demokratisch gewählten palästinensischen Regierung  zu verhandeln. Wie der „hilflose Helfer“ im Artikel von Jörg Bremer in der  FAZ sagt: „Ich kann doch nicht jeden, dem ich einen Mehlsack gebe, fragen ob er Hamas gewählt hat!“ 

Die Israelis sollten nicht auch noch die Einnahmen, die sie für die bitter armen Palästinenser kassieren, einbehalten und somit ein ganzes Volk verhungern lassen als Lohn für  eine tadellos demokratische Wahl. Wenn sie der Hamas eine Chance geben und  endlich verhandeln, gibt auch die Hamas ihre starre Haltung auf. Schließlich ist ja Herr Olmert auch kein demokratisches Vorbild, wenn er eine hilflose Bevölkerung in Bantustans einmauert und ihre Lebensgrund -lagen dabei vernichtet .

 

Frau Merkel sollte auf den Friedensmann,  Uri Avneri, hören und diesen Boykott durchbrechen. Sie würde damit etwas für den Frieden tun, den man mit Aushungern nie erreicht – im Gegenteil der Hass wird größer.            

Es ist in Vergessenheit geraten, daß Israel die Hamas als Gegengewicht zur Fatah protegiert hat, damit diese nicht zu stark wird.

 Mit freundlichen Grüßen Ruth Asfour, Offenbach,

Liga der Arabischen Staaten richtet Spendenkonto ein - Angesichts der äußerst dramatischen humanitären Situation in Palästina bedarf das palästinensische Volk Hilfe und Unterstützung mehr denn je. In den besetzten Gebieten herrscht eine akute Lebensmittelknappheit. Auch im medizinischen Bereich mangelt es an Medikamenten und medizinischem Material. Die Krankenhäuser in Gaza und in der Westbank können die Gesundheitsversorgung der Palästinenser nicht mehr garantieren. So können lebensnotwendige Operationen oder auch Impfungen nicht mehr durchgeführt werden.

Zur Linderung der Not der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten hat die Mission der Liga der Arabischen Staaten in Berlin ein Spendenkonto „Humanitarian assistance for Palestinian people“ eingerichtet.

Commerzbank - Kontonummer: 267 634 401 - IBAN-Nummer: DE 301 00 4000 00 267 634 401 - SWIFT-Code: COBADEFFxxx

Dachverband Arabischer Vereine Deutschlands e. V. i. G. “DAV“

Öffener Brief

An:

1. Europäische Kommission, Vertretung              2. Mitglieder des Europäischen Parlamentes

    in der Bundesrepublik Deutschland                     c/o Europäische Kommission,  

    10117, Unter der Linden 78                                     10117, Unter der Linden 78   

                                                           Berlin, den 29.04.2006

Sehr geehrte Damen und Heeren,

 

Die europäischen Länder haben nach dem Wahlsieg der Hamas in Palästina die Hilfe für das Volk eingestellt, obwohl die Wahl friedlich und korrekt ablief nach offizieller Beobachtung, Urteil der EU Vertreter und Herrn Jimmy Carter: von Beobachtungsteam der USA.

 

Die Araber und ihre Freunde in Deutschland, Europa, der arabischen Länder und in der Welt sind schwer verwundert und schockiert über die Entscheidung der Hilfe-Einstellung nach Berichten der arabischen Medien in der Welt – obwohl das Volk demokratisch gewählt hat!

 

Wir sind überzeugt, dass die Meinung der Völker akzeptieren werden muss.   

 

Aus diesem Grund appellieren wir an Sie, die Hilfe-Einstellung aufzuheben! Ansonsten erscheinen Sie unweigerlich als Unterstützer der „israelischen“ Politik, wie z.B.:

 

Deportation, gezielte Menschen-Tötung, Häuser-Bombardierung, Bäume-Entwurzlung,  Ländereien-Enteignung, Apartheidsmauer  u.s.w.

 

– Sie wissen, das alles geschieht gegen den Willen der Weltgemeinschaft –

 

Uns scheint, der Begriff der „Demokratie“ wird manipuliert und „nur die eine Art“ der Demokratie wird akzeptiert!

 

Das Volk in Palästina leidet genug unter dem Joch der „israelischen“ Besatzung und braucht keine neuen Probleme.

 

Wir  finden, die Hilfe-Einstellung für das Volk in Palästina ist ein fataler Fehler und eine unmenschliche kollektive Bestrafung für das gesamte Volk, in einer Zeit, wo Armut und Arbeitslosigkeit die höchste Rate erreicht. Das führt nicht zur ersehnten Völkerverständigung.

 

 

Wir bitten Sie, die Entscheidung des Volks in Palästina zu akzeptieren und hoffen auf eine zügige Beendigung der Hilfe-Einstellung!

 

Wir danken Ihnen im Voraus.

 

Mit Freundlichen Grüßen

           

Der Vorstand

i.A.

Nabil Rachid

Vorstands Vorsitzender

 

 Ökumenischer Rat der Kirchen - Nachrichten
Kontakt: + 41 22 791 6153 +41 79 507 6363 media@wcc-coe.org
Zur Veröffentlichung frei - 26/04/2006 09:26:56 AM

ÖRK PROTESTIERT GEGEN ANGRIFFE ISRAELISCHER SIEDLER AUF CHRISTLICHE FREIWILLIGE IN HEBRON

In einem formellen Protestschreiben an den Botschafter Israels in der Schweiz hat der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) seine "Sorge und Beunruhigung" über zwei Vorfälle zum Ausdruck gebracht, bei denen es unlängst zu Gewalttätigkeiten israelischer Siedler gegen christliche Mitarbeiter/innen des Ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel (EAPPI) gekommen war.

In seinem Schreiben vom 25. April 2006 an den israelischen Botschafter Aviv Shir-On forderte der Direktor der ÖRK-Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten, Peter Weiderud, angemessene Maßnahmen seitens der israelischen Behörden und Strafverfolgungsorgane, um "missbräuchliche, rechtswidrige und gewalttätige Aktionen von Siedlern gegen Palästinenser und internationale Begleitpersonen" zu unterbinden.

Am 1. April wurde Silvana Hogg, eine Schweizer Rechtsanwältin, von einem jungen israelischen Siedler im Bezirk Tel Rumeida in Hebron mit Steinen beworfen. Sie erlitt Verletzungen am Kopf, die mit sieben Stichen genäht werden mussten. Am 20. April wurden Karin Laier, eine deutsche Sozialarbeiterin, und Tore Ottesen, ein norwegischer Soziologe, von einer Gruppe jugendlicher Siedler angegriffen. Sie erlitten schwere Prellungen, wurden aber nicht ernsthaft verletzt.

In beiden Fällen wurden die christlichen Freiwilligen während ihres Dienstes angegriffen, als sie palästinensische Schülerinnen der Cordoba-Mädchenschule begleiteten, um sie vor Angriffen der Siedler zu schützen. Die Freiwilligen sind Mitglieder eines Teams von vier ökumenischen Begleitpersonen, die seit Februar in Hebron im Einsatz sind. Die Cordoba-Mädchenschule liegt gegenüber der Siedlung Beit Hadassah. Schülerinnen und Lehrkräfte werden von den Siedlern häufig mit Steinen beworfen, getreten und bespuckt.

Die gewalttätigen Übergriffe seien zwar "an sich schon schwerwiegend genug", betont Weiderud in seinem Schreiben an den israelischen Botschafter, aber sie stellten "nur einen kleinen Teil der Angriffe israelischer Siedler gegen Palästinenser in Hebron, anderen Teilen des Westjordanlands und Ostjerusalem" dar.

Weiderud unterstreicht, dass die Wurzel des Problems "im Bau, der Sicherung und Erweiterung der Siedlungen" liege, und fordert "konkrete Maßnahmen, die zum vollständigen Abzug aller Siedler aus Hebron und der Rückgabe des von Siedlern besetzten Landes an die palästinensischen Eigentümer führen".

Weiderud bekräftigt das langjährige Engagement des ÖRK für eine friedliche Lösung des Konflikts und erinnert in seinem Brief daran, dass der Rat "alle Formen von Gewalt und Übergriffen seitens des Staates Israel innerhalb der Besetzten Palästinensischen Gebiete und seitens bewaffneter palästinensischer Gruppen innerhalb Israels nachdrücklich verurteilt".

Das vom ÖRK koordinierte Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel wurde 2002 ins Leben gerufen und bislang haben 270 Begleitpersonen aus 14 Ländern als Freiwillige daran teilgenommen. Ziel des Programms ist es, Palästinenser und Israelis in ihrem Engagement für den Frieden zu unterstützen, indem Verstöße gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht beobachtet und gemeldet werden, die Gemeinschaften vor Ort von den Freiwilligen bei alltäglichen Aktivitäten begleitet und geschützt werden und ganz allgemein Solidarität mit den Kirchen geübt und zusammen mit ihnen Fürsprachearbeit für eine friedliche Beendigung der Besetzung geleistet wird.

Integralen Wortlaut des Briefes auf Englisch:
http://www.oikoumene.org/index.php?id=2131
Weitere Informationen über die jüngsten Vorfälle (auf Englisch):
http://www.eappi.org/eappiweb.nsf/list/hebron%20attack.html
Webseite des Ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel:
http://www.eappi.org/
Der ÖRK und Palästina/Israel (auf Englisch):
http://wcc-coe.org/wcc/what/international/regconcerns-palestine-israel.html

Medienkontakte:
Jerusalem: +972 (0) 2 628-9402, +972 (0) 54 737-9766, eappi-co@jrol.com
Deutschland: Maren von der Heyde, +49 40 25 456 177, maren.vonderheyde@emw-d.de
Andreas Maurer, +49 71 16 367 837, maurer@ems-online.org
Norwegen: Anne Veiteberg, +47 22 09 2700, anv@nca.no
Schweiz: Daniela Fariba Vorburger, +41 44 272 27 88, palestine@peacewatch.ch


Weitere Informationen: Juan Michel,+41 22 791 6153 +41 79 507 6363 media@wcc-coe.org


Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 348 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. Der Generalsekretär des ÖRK ist Pfr. Dr. Samuel Kobia, von der Methodistischen Kirche in Kenia. Hauptsitz: Genf, Schweiz.

mehr Texte >>>

 

Start | oben

Mail           Impressum           Haftungsausschluss                Honestly Concerned  + Netzwerk             Erhard  arendt art