o
 

Das Palästina Portal

Kostenlos  IST nicht Kostenfrei

Unterstützen Sie
unsere Arbeit


Nach oben
Texte - 34
Texte - 33
Texte - 32
Texte - 31
Texte - 30
Texte - 29
Texte - 28
Texte - 27
Texte - 26
Texte - 25
Texte - 24
Texte - 23
Texte - 22
Texte - 21
Texte - 20
Texte - 19
Texte - 18
Texte - 17
Texte - 16
Texte 15
Texte 14
Texte 13
Texte 12
Texte 11
Texte 10
Texte 9
Texte 8
Texte 7
Texte 6
Texte 5
Texte 4
Texte 3
Texte 2
Texte 1

 

 

TEXTE - 4
 

Israelische Soldaten töten Kind im mittleren Gazastreifen

 

GAZA, 18. Juli 2005 (WAFA) – Israelische Soldaten schossen am Montag im mittleren Gazastreifen auf ein Kind und töteten es dabei, wie medizinische Quellen berichteten.

 

Die Quellen führten aus, dass der 13jährige Ragheb al-Masry durch eine Kugel in die Brust getötet wurde - abgefeuert von israelischen, am Abu-Holi-Checkpoint nördlich von Khanyounis stationierten Soldaten. Dieser Checkpoint wurde vier Tage hintereinander gesperrt. Häufig eröffnen Soldaten das Feuer auf die an diesem Checkpoint aufgehaltenen Bürger und verletzen etliche von ihnen.

 

Zwischenzeitlich ist die Anzahl der Verhaftungen in Ramallah auf zehn angestiegen, nachdem israelische Truppen ihre Angriffe und Durchsuchungen gegen die Stadt und ihre Umgebung verstärkt haben.

 

In Qalqilya verhafteten israelische Truppen sieben Einwohner, nachdem sie einige Hauptwohnviertel gestürmt hatten, wie Augenzeugen berichteten.

 

Unterdessen entwurzelten israelische, von Truppen unterstützte Bulldozer beträchtliche Gebiete ertragreicher Baumplantagen im Dorf Shufa bei Tulkarem, um die israelische Siedlung „Afni Hefets“ zu erweitern. - WAFA - Palestine News Agency
Übers. v. Gabriele Al Dahouk -
auch >>>

In Israel leiden arabische Städte unter Wassermangel

 

WAFA Palestine News Agency - NAZARETH, 14.7.05  – Mehrere arabische Städte in Israel leiden unter Wasserver­knappung, da eine israelische Gesellschaft das Wasser abgesperrt hat.

 

Einwohner der Stadt West-Baqa (22.000 Einwohner) berichteten, dass die Mekorot Water Company Ltd. das Wasser ohne Vorankündigung abgestellt habe. „Während eine Hitzewelle über dem Gebiet liegt, dreht Mekorot das Wasser ab und überlässt Kinder und Kranke ihren Leiden."

 

Weitere Bürger des Dorfes Kofor Kanna (17.000 Einwohner) bezeichneten die Lage in ihrem Ort als dermaßen schrecklich, da Mekorot das Wasser seit langem abgestellt habe.

 

Sie kaufen, um das Problem in den Griff zu bekommen, Wasser von fahrbaren Tanks. Die Mekorot Company behauptete, dass sie das Wasser deshalb abgedreht habe, weil Zahlungen ausstünden. Bürger nannten eine solche Entscheidung „Kollektivstrafe“, da die meisten der Leute ihre Gebühren bezahlt hätten.
-
15.07.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Palästinenser aus ihren Farmen ausgesperrt

Von Lawrence Smallman für Al-Jazeerah

12. Juli 2005

 

Israelische Besatzungskräfte hinderten Palästinenser daran, Tore der Grenzabsperrung zu passieren, um auf ihren Bauernhöfen zu arbeiten, berichtete ein Aktivist für Menschenrechte.

 

Khalid Yassin aus dem Ramallah-Menschenrechtszentrum äußerte am Dienstag gegenüber Al-Jazeerah, dass seit Schließung des Tores 46 am 04. Juli die Bauern aus dem Westbankdorf Mas’ha von ihren Anwesen quasi verbannt worden sind.

 

„Der Zugang war immer schwierig – israelische Soldaten erlaubten den Zutritt nur einige Male pro Tag. Aber nun haben die Besatzungskräfte das Tor für immer verschlossen, obwohl das Vieh auf die Weiden müsste, und man sich um die Ernten kümmern sollte. Eine Olivenernte im November und Dezember wird unmöglich sein“, meinte Yassin.

 

Keinerlei Zugang

 

Yassin fügte hinzu, dass weitere Tore, wie etwa das Tor 45, mehr als 1 1/2 Jahre lang geschlossen waren, und dass die Bauern keinen realisierbaren Zugriff auf ihr eigenes Land gehabt hätten oder irgendjemanden hätten informieren können, der auf der anderen Seite der Mauer Zugang gehabt hätte.

 

„Soldaten sagten den Leuten aus Mas’ha, sie sollten Tor 48 benutzen – das bedeutet 11 km Fußmarsch! Ist es zumutbar, von Bauern zu erwarten, dass sie täglich 44 km laufen, nur um auf ihr e eigenen Anwesen jenseits der Mauer zu gelangen? Wie dem auch sei, sie werden nicht die richtigen Passierscheine haben, um durch Tor 48 zu gehen – und werden fast keine Chance haben, sich einen zu beschaffen“, schloss Yassin.

 

Antwort dauert

 

Aljazeera.net kontaktierte Israels Bezirksorganisationsamt in Qalqilya, die Zivilverwaltung und einen Sprecher der israelischen Besatzungskräfte, um eine Erklärung für die Schließung von Tor 46 zu erhalten.

 

Niemand konnte unmittelbar darauf antworten.

 

Die Trennmauer wurde im September 2003 durch das palästinensische Dorf Mas’ha gebaut.

 

Die Wohn- und Gewerbegebiete landeten auf einer Seite, 92 % (oder 5700 Dunams, wobei 1 Dunam = 1000 m² sind) Ackerland auf der anderen.- 13.07.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk


Soll der amerikanische Steuerzahler die Rechnung für Israels Rückzug aus Gaza bezahlen? -  TV-Umfrage

 

Die Umfrage vom 11. Juli 2005 ist noch nicht abgeschlossen aber sie zeigt dennoch, dass die amerikanischen Steuerzahler den Konflikt bereits mit anderen Augen sehen.

 

LOU DOBBS TONIGHT QUICKVOTE:

"Sollen amerikanische Steuerzahler die Rechnung für Israels Rückzug aus Gaza begleichen?"

 

Ja:          4 %

Nein:     96 %

 

Diese Schnellabstimmung (QUICK VOTE) ist nicht wissenschaftlich untermauert und spiegelt lediglich die Meinung derjenigen Internetnutzer, die sich zur Teilnahme entschlossen haben, wieder. Die Ergebnisse können weder die Meinung der Internetnutzer allgemein reflektieren noch diejenige des ganzen Volkes. Der Auftraggeber der Schnellumfrage übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt, die Funktionalität bzw. für die zum Ausdruck gebrachten Meinungen.

 

Ronald Douglas Kennedy schickte das vorläufige Ergebnis der Umfrage an Al-Jazeerah.

 
12. Juli 2005 (aus Al-Jazeerah)

12.07.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Unkommentiert, da er für sich spricht.
Ein Gästebucheintrag der außerirdischen Art.  8.7.05.

"Zu dem Inhalt dieser Seite kann ich in keiner Weise meine Zustimmung geben, denn es handelt sich um eine verleumderische Kapagne gegen Israel, den Augapfel Gottes. Der Zaun ist nur das Ergebnis, das die Palästinenser ihrem eigenen Terror gegen Israel zuzuschreiben haben. Beide Parteien sind vor Gott, dem Gott Abrahams, Isaacs und Jakobs zur Umkehr zu ihm durch Yeshua unseren Messias gerufen, denn nur durch den Sohn Gottes ist Versöhnung möglich. Er wird sein Volk mit einer Feuermauer umgeben, solange der arabisch islamische Terror gegen Israel und Yahwe tobt. Der Islam muss sich ohne jeden Zweifel vor dem wahren Gott Israels demütigen.
Pax Christi dient, wie schon so oft, mal wieder erneut mit seinen antisemitischen Kampagnen der falschen Seite. Dies wird Gericht über die katholische Kirche bringen. Es ist eine Schande, dass sie die Feinde Gottes den Freunden Yeshuas vorzieht. An den Früchten sollt ihr sie erkennen! Ihre Früchte sind böse und tödlich!
NEIN ZUM ANTISEMITISMUS durch Pax Christi und seine Hintermänner und Frauen!

Shalom Esther
Mit freundlichen Gruessen
ShalomEsther(at)aol.com
Uta Schmidt"

Lese auch Messianische Christen
Lese auch: Die g"ttlichen Verheißungen

Wegen Evakuierung: Israelische Armee beschlagnahmt Land in Westbank

 

Das israelische Militär meldete am Montag, 52 Morgen (1 Morgen = 4047 m² = 1 acre) Acker­land in der nördlichen Westbank beschlagnahmen zu wollen, um Behausungen für Soldaten, welche diesen Sommer hier vier Siedlungen auflösen sollen, zu errichten.

 

Laut dem Sprecher der israelischen militärischen Zivilverwaltung, Adam Avidan, ist ein Teil des Landes Privatbesitz palästinensischer Farmer. Avidan meinte, er könne nicht genau sagen, wie viel Land in privater Hand sei.

 

Das Büro des Armeesprechers teilte mit, dass die Landnahmen, die er als „leihweise“ beschrieb, befristet seien – nämlich zum Zwecke des Rückzugs – und dass das Militär das Land nicht länger als notwendig behalten werde.

 

Avidan schätzt, dass die Armee das Land vier bis sechs Wochen benötigen werde. Es seien Zelte, ein Parkplatz und medizinische Einrichtungen sowie Lagermöglichkeiten geplant, hieß es.

 

Die von den Befehlen betroffenen palästinensischen Bauern schworen sich, sie  würden nicht tatenlos zusehen und nichts tun. Sie zögen vor Gericht, falls nötig, um gegen die Übernahme ihres Landes zu kämpfen.

 

Der 35jährige Muatassem Ghazal erzählte, dass er in seinem Weizenfeld gearbeitet habe, das entlang der Straße liegt, welche die großen Westbankstädte Nablus und Jenin verbindet, als Soldaten in einem Jeep anhielten und ihm einen Zettel aushändigten – ohne militärischem Briefkopf oder Stempel – auf dem handgeschrieben die Absicht der Armee stand, das Land zu vereinnahmen.

 

Das Gesamtvolumen der in der Notiz aufgelisteten Parzellen beläuft sich auf mehr als 625 Morgen. Es steht dort, dass es sich hierbei um fünf von insgesamt 16 Beschlagnahmungen handle.

 

Ghazal sagte, dass die Soldaten ihm gegenüber verbal geäußert hätten, dass die Beschlagnahme zwei Monate lang dauern würde, die Notiz dagegen spezifiziere keinen Zeitrahmen.

 

Das Militär habe nicht versucht, die Ländereien effektiv zu vereinnahmen, aber es sei eine kilometer­lange Straße von seinem Dorf Sebastia zu den Äckern blockiert worden, berichtete Ghazal. In der letzten Zeit seien häufig Soldaten erschienen und um seine Äcker herum gelaufen, aber sie hätten nicht mit ihm gesprochen.

 

Avidan behauptet, dass palästinensischen Besitzern Geld für die Landnutzung geboten worden sei aber sie hätten abgelehnt.

 

Ghazal bestand jedoch darauf, dass er kein Geld annehmen würde, da er beabsichtige, gegen den Befehl zu kämpfen, weil er befürchte, dass die israelische Armee sein Land auf Dauer enteignen könnte.

 

„Und wenn mich sogar ein Gericht dazu zwänge, Geld anzunehmen, werde ich es unter keinen Umständen tun“, sagte er. „ Ich lebe von diesem Land, wir sind eine siebenköpfige Familie, und ich will mein Land nicht aufgeben – nicht für einen Monat – und nicht einmal für einen Tag!“

 

Aljazeera.com - Middle East Review - 05.7.05

05.07.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

IOF plus Siedler = Neun Verletzte, darunter vier Kinder

 

KHANYOUNIS, 29. Juni 2005 (WAFA) – Laut medizinischen Quellen verletzten israelische Soldaten und Siedler am Mittwoch neun Bürger, darunter vier Kinder im Gazastreifen und in der Westbank.

 

Wie medizinische Quellen aus Khanyounis im südlichen Gaza berichteten, eröffneten israelische Soldaten das Feuer auf das westliche Flüchtlingslager der Stadt und verletzten dabei den 13jährigen Mohammed Khreis mit einem Schrapnell am Kopf sowie den 5jährigen Dia’ Abu Hatab durch eine Kugel am Bein.

 

Zwischenzeitlich weiteten israelische Siedler ihre Aggression gegen die Bürger von al-Mawassi aus und verletzten fünf von ihnen. Sie verbreiteten Furcht und Panik, so dass sich die Einwohner als Folge der Bedrohung durch die Siedler in ihre Häuser einsperrten.

 

Im Flüchtlingslager Aida – es liegt in der Westbank nördlich von Bethlehem – verletzten israelische Besatzungskräfte (IOF) zwei Kinder, nachdem sie schweres Geschützfeuer auf die Häuser des Lagers eröffnet hatten, wie Augenzeugen berichteten.

 

Währenddessen verhaftete die IOF Mohammed Zubedi am Enab-Checkpoint, östlich von Tulkarem, und verbrachte ihn an einen unbekannten Ort.
WAFA Palestine News Agency

30.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

PGFTU: Fünf Arbeiter während der letzten drei Monate von IOF getötet

 

GAZA, 29. Juni 2005 (WAFA) – Der Palästinensische Generalverband der Gewerkschaften (PGFTU = Palestine General Federation of Trade Unions) berichtete am Mittwoch, dass israelische Besatzungskräfte (IOF) innerhalb der vergangenen drei Monate fünf Arbeiter getötet, drei verwundet und 2.444 weitere inhaftiert hätten.

 

In seinem Quartalsbericht bekräftigte der PGFTU, dass die IOF im zweiten Vierteljahr dieses Jahres unmenschliche Übergriffe gegen palästinensische Arbeiter ausgeübt habe.

 

Der Bericht wies aus, dass Israel weiterhin Verhaftungsaktionen gegen Arbeiter durchführt und die Schrauben seiner Belagerung anzieht, indem es Tausenden von Arbeitern vorenthält, ihrer Beschäftigung in Israel nachzugehen.

 

Der PGFTU hob den Ernst der Situation hervor, der sich durch die israelische Praxis ergäbe, und betrachtet letztere unter internationalem Recht als grobe Verstöße und kollektive Bestrafung. 
WAFA Palestine News Agency
30.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Israelische Siedler besetzen palästinensisches Haus in Al-Mawassi im südlichen Gazastreifen. Sie stürmten das Haus, das Mansour al-Byouk gehörte, unter dem Schutz israelischer Besatzungskräfte. Palästinensische Buben (unten im Bild) schauen ihnen zu.
(IPC, 29.06.2005, Al-Jazeerah)

Lese auch >>>

Lese auch >>>

RAFAH, 27. Juni 2005 (WAFA) Palästinensische Offizielle weihten am Montag einen neuen Park in der Stadt Rafah ein – mit komplett ausgerüstetem Spielplatz, Bäumen und frischen Grasflächen.

In einer Presseerklärung verlautbarte die US Agency for International Development (USAID = US Kommission für internationale Entwicklung), dass sie 37.000 $ zum Aufbau des Parks beigetragen habe.

 

„Die Stadtverwaltung von Rafah stiftete das Grundstück und beauftragte einen Ingenieur mit der Gestaltung des Parks. Sie übernahm die Baumbepflanzung und versorgte den Park mit Wasser und Elektrizität.“

 

Die Stadtverwaltung wird für die laufenden Kosten des Parks verantwortlich sein und hat einen Wärter angestellt, der den Park instand hält. Es werden keine Eintrittsgebühren für den Park erhoben.

Der Park ersetzt ein hässliches, mit Abfall bedecktes Grundstück, das als Gesundheitsrisiko für Hunderte von Schulkindern betrachtet wurde, die täglich darüber liefen.

 

Der neue Park wird etwa 24.000 Einwohnern der Wohnviertel Al-Shabora und Al-Siamat zu Verfügung stehen – genau nördlich des Al-Shabora-Lagers.

 

Laut offiziellen Verlautbarungen soll der Park dazu genutzt werden, kulturelle und Freizeitver­anstaltungen für Kinder und Familien der Gemeinde Rafah abzuhalten.


WAFA Palestine News Agency - 27.06.2005
28.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk
 

Eine Milliarde Dollar für Israel als nachträgliche Rückzugshilfe

 

29.06.2005, Middle East Review (Aljazeera.com)

 

Die Vereinigten Staaten haben vor, Israel eine zusätzliche Milliarde Dollar als nachträgliche Rück­zugshilfe zu gewähren. Wie Jerusalem Post unter Bezugnahme auf US-Beamte berich­tete, sollen davon der Negev im Süden und Galiläa im Norden entwickelt werden.

 

Das Weiße Haus warte noch darauf, dass Israel einen detaillierten Plan vorlege, bevor es die „beträch­tlichen“ Finanzmittel  bewillige, teilten US-Regierungsstellen mit.

 

„Es ist bisher noch nicht klar, über welchen Zeitraum und wie die Mittel zwischen dem Negev und Galiläa aufgeteilt werden“, äußerte sich ein Regierungsbeamter über das Hilfspaket, das Teil des US-Budgets des kommenden Jahres sein wird.

 

Die Erschließung der beiden Regionen wurde im April dieses Jahres beim Treffen von Premierminister Ariel Sharon mit G.W. Bush in Crawford, Texas, besprochen.

 

„Der Premierminister ist der Ansicht, dass die Entwicklung des Negev und der Galilaä-Region uner­lässlich ist, damit eine pulsierende wirtschaftliche Zukunft für Israel gesichert wird. Ich unterstütze dieses Ziel, und wir werden zusammenarbeiten, um diese Pläne zu verwirklichen“, sagte Bush.

 

Der Amtssitz des israelischen Vizepremierministers Shimon Peres hat Amerika dringend darum gebe­ten, bei der Infrastruktur in den Regionen, die erhebliche arabische Minoritäten aufwiesen, behilflich zu sein.

 

Israel möchte auch, dass die Vereinigten Staaten bei der Verlegung von Militärbasen, der Durchführung von Schulungen und der Bereitstellung von Hightech-Einheiten im Negev sowie bei der Verbesserung der Bildungsarbeit, der Infrastruktur und der Arbeitsmöglichkeiten im dortigen Beduinengebiet helfen.

 

„Die israelische Regierung steht nicht nur für den Rückzug aus Gaza, sondern auch für ihr Engagement im Negev und in Galiläa“, sagte Peres.

 

Der Rückzugsplan sieht vor, dass Israel Mitte August sowohl alle 21 Siedlungen im Gazastreifen als auch vier weitere Enklaven in der nördlichen Westbank evakuiert.

 

„Es ist eine besondere Lage; Israel nimmt enorme Lasten auf sich“, meinte Malcolm Hoenlein, der leitende Vizepräsident der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations (Konferenz der Präsidenten der größten amerikanischen jüdischen Organisationen) in Bezug auf die Ausweitung der amerikanischen Hilfe an Israel.

„Es ist eine Unterstützung, denn es ist eine kritische Aufgabe: <Wohin mit den evakuierten Menschen?> (nach dem Rückzug), und die Vereinigten Staaten sind verpflichtet, Israel zu helfen.“ 

 

 

Die gesamte US-Hilfe für Israel belief sich im Jahre 2004 auf 2,853 Milliarden Dollar, der größte Teil davon floss in die israelische Armee. Die Kapitalbeihilfen wurden von einer 3-Milliarden-Dollar-Bürg­schaft flankiert.

 

29.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

 

Palästinensisches Fernsehprogramm ab 1. August weltweit

 

WAFA Palestine News Agency - GAZA, 25. Juni 2005
Palästina wird ab 1. August weltweit zu sehen sein, nachdem zwei Abkommen zwischen der ARABSAT-Satellitengesellschaft und dem Informationsministerium unter­zeichnet worden sind.

 

Vizepremier- und Informationsminister Nabil Shath unterschrieb am Samstag in Gaza zwei Verträge mit dem Direktionsbevollmächtigten der Gesellschaft, Khaled Bel Khyour.

 

Eines der Abkommen erlaubt dem palästinensischen Fernsehen, auf internationale Satelliten zuzugreifen, die mit Hilfe von ARABSAT eine weltweite Abdeckung erreichen.

 

Der andere Vertrag erlaubt dem palästinensischen Fernsehen, einen großen Bereich des ARABSAT-Frequenzbandes, das die Westbank mit dem Gazastreifen über Satellit verbindet, zu nutzen.

 

Währenddessen unterzeichnete heute das Informationsministerium eine Abmachung mit der Palästinensischen Telekommunikationsgesellschaft über die Nutzung von Glasfaserverbindungen für die Datenübertragung.
 

26.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Blinder Gefangener verwandelt israelisches Gefängnis in Schule
 

WAFA Palestine News Agency

 

NEGEV, 21. Juni 2005 (WAFA) – Der 33jährige Gefangene Ezz el-Din Amarna, Bürger aus Ya’bad bei der Westbankstadt Jenin, beginnt seinen frühen Morgen im israelischen Gefängnis „Majedo“ mit einigen körperlichen Übungen, kurz bevor er seiner Aufgabe nachkommt, seine Mitgefangenen in Geschichte und Arabisch zu unterrichten.

 

Amarna ist seit Geburt blind, verheiratet und hat fünf Kinder, jedoch hat ihn seine Blindheit nicht davon abgehalten, der israelischen Besatzung auf’s Heftigste Widerstand zu leisten. Seit 2001 ist er in­haftiert und hat seitdem seine Kenntnisse so aufpoliert, dass er zum Sprecher für die anderen Gefangenen wurde.

 

Die Gefängnisdirektion von Majedo fürchtet eine solche „Sehkraft“, die mit Bildung, einer schönen Stimme und einer Ausstrahlung gepaart ist.

 

Amarna schildert seine Lebensgeschichte - angefangen mit einer erbärmlichen Kindheit bis zur gegenwärtigen Haft hinter israelischen Gittern. Er erzählt, dass er vor drei Jahren verhaftet worden sei, seine Entschlossenheit das Gefängnis jedoch in eine neue Kampfstätte und eine hochwertige Schule verwandeln könne. Die Gefängnisaufsicht erkannte eine derartig schöpferische Bedrohung und verhängte mehrere Male Einzelhaft für Amarna.

 

Letztendlich wurde er zwischen den drei israelischen Gefängnissen „Askalan“, „Hadareem“ und „al-Jalama“ hin- und hergeschoben – ein Versuch, ihn zum Schweigen zu bringen sowie ihn daran zu hindern, seine Aktivitäten voranzutreiben. Zurzeit sitzt er im „Majedo“.

 

Innerhalb des Gefängnisses ist Amarna als zentraler Lehrer angesehen, der mit seiner wunderschönen Stimme gewöhnlich nationale Lieder singt, welche die Moral der anderen Gefangenen heben. Amarna verfasst auch revolutionäre Gedichte.

 

Seine Hochschulbildung erwarb Amarna an der al-Najah-Universität in Nablus mit der Hilfe seiner Frau, die ihm die Unterrichtsstoffe vorlas, so dass er sie auswendig lernen konnte. - 

22.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Israeli ruft zur Vertreibung aus palästinensischen Dörfern innerhalb 48er-Grenzen auf

 

Mustafa Sabre, Qalqiliya, 16.06.2005, für Palestine News Network
Israelische Medien berichteten, dass der Vorsitzende der fundamentalistischen, israelischen Transfer­partei – der Nationalen Union – Avighador Vildman, seine Politik gegen die Araber in den 1948er-Territorien fortsetze. Er rufe dazu auf, sie von ihren Ländereien und aus ihren Häusern zu vertreiben. Mitglieder der Partei erklärten, dass sie Schilder auf den Hauptverkehrsstraßen aufstellen und Werbe­plakate verteilen würden, die dazu aufrufen, palästinensische Städte und Dörfer wie etwa Um El Fahem, Kufur Qassem und andere, die innerhalb der 1948er-Grenzen liegen, vor dem Rückzug aus dem Gazastreifen räumen zu lassen.

 

Der Bürgermeister von Um El Fahem, Sheikh Hashem Abdel Rahman, verlangte, dass gerichtlich Klage gegen Vildman eingereicht und Ermittlungen gegen ihn eingeleitet werden sollen.

 

Abdel Rahman sagt: „Dies ist nicht einfach nur ein rassistischer Aufruf“.

 

Der Bürgermeister fährt fort: „Wir betrachten diese Aussagen als Aufruf für eine neue Nakba (Kata­stro­phe im Jahr 1948). Er spricht nicht nur über Um El Fahem, sondern auch über Galiläa und die Dörfer im Allgemeinen. Deshalb sehen wir zu, dass solche Erklärungen zurückgewiesen werden, und der Rassist sollte lokal und international verklagt werden, weil er dazu aufruft, die Grundbesitzer aus ihren Ländereien und ihren Häusern hinauszudrängen.“

 

16.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

 


Israelische Soldaten griffen eine friedliche Demonstration an, die von einer Anzahl körperbehinderter Palästinenser organisiert wurde.
Quelle  Siehe auch >>>


 Israelische Besatzungskräfte attackieren Demonstranten in Rollstühlen

 09.06.2005, Middle East Review - Die israelischen Besatzungskräfte (IOF) griffen am Donnerstag eine friedliche Demonstration an, die von einer Anzahl palästinensischer körperbehinderter Rollstuhlfahrer organisiert wur­de. Sie wollten die Menschen aus dem Dorf Bil’in bei deren Anti-Mauer-Kundgebungen unter­stützen.

 

„Die IOF griff die Teilnehmer an – auch die 35 behinderten Personen, die von verschiedenen Teilen der Westbank gekommen waren, um die Moral der Dorfbewohner zu stärken. Israelische Tränengaskanister und Gummigeschosse verschonten sie jedoch nicht und verletzten einige von ihnen“, sagte Abdullah Abu Rahma, der Koordinator des Anti-Mauer-Komitees. .. mehr >>>

 Israelische Besatzungskräfte attackieren Demonstranten in Rollstühlen

 09.06.2005, Middle East Review - Die israelischen Besatzungskräfte (IOF) griffen am Donnerstag eine friedliche Demonstration an, die von einer Anzahl palästinensischer körperbehinderter Rollstuhlfahrer organisiert wur­de. Sie wollten die Menschen aus dem Dorf Bil’in bei deren Anti-Mauer-Kundgebungen unter­stützen.

 

„Die IOF griff die Teilnehmer an – auch die 35 behinderten Personen, die von verschiedenen Teilen der Westbank gekommen waren, um die Moral der Dorfbewohner zu stärken. Israelische Tränengaskanister und Gummigeschosse verschonten sie jedoch nicht und verletzten einige von ihnen“, sagte Abdullah Abu Rahma, der Koordinator des Anti-Mauer-Komitees.

 

„Wir wollten die Aufmerksamkeit der ganzen Welt erzielen und zum Ausdruck bringen, dass jene behinderten Menschen das Ergebnis der fortgesetzten israelischen Angriffe und Überfälle auf unschuldige palästinensische Zivilisten sind. Was wir jetzt lediglich tun, ist, unsere elementarsten Menschenrechte zu verteidigen“, versicherte er.

 

Ebenfalls am Donnerstag berichtete die hebräische Tageszeitung Ha’aretz, dass das israelische Militär beschlossen habe, seine Sicherheitsmaßnahmen in und um die libanesischen Sheba-Farmen herum aufzustocken, um Angriffen der libanesischen Hizbolla-Organisation vorzubeugen.

 

„Der israelische, stellvertretende Stabschef Moshe Kibilinsky bestätigte einen Militärplan über 2,3 Millio­nen Dollar zur Verstärkung der elektronischen Sicherheit längs der Farmen und zur Verbesserung der Überwachungseinrichtungen entlang der Straßen“, so Ha’aretz.

 

Laut israelischen Militärquellen werde der Plan in zwei Stufen umgesetzt, was infolge der Bedrohung durch die Hizbollah ein Jahr lang dauern könne.
11.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Israelische Armee erwägt Einsatz von Schallwaffen
10.06.2005, Middle East Review

 

Irael erwäge den Einsatz von Schallwaffen sowohl gegen palästinensische Zivilisten als auch gegen jüdische Siedler, die sich dem Gazarückzug widersetzten, äußerten militärische offizielle Stellen.

 

 

Die neue Waffe sendet eine schmerzhafte Tonsignalfolge einer bestimmten Frequenz, die auf das Innenohr zielt und Schwindelanfälle und Brechreiz auslöst.

 

Israelische Sicherheitskräfte wollen die Waffe zur Überwachung der Siedler während ihrer Evakuierung benutzen, Experten warnen jedoch davor, dass bisher die Nebenwirkungen des Geräts unbe­kannt sind.

 

Ein militärischer Offizieller meinte, dass eine Einwirkung von etlichen Minuten auf nahe Entfernung zu Gehörverlust führen könne.

 

Zuerst gebrauchte die Armee diese Waffe mit dem Namen „Der Schrei“ bei einer kürzlich stattgefundenen Demonstration gegen Israels illegale Apartheidgrenze, an welcher Palästinenser und jüdische Menschenrechtsaktivisten teilnahmen.

 

Ein israelischer Offizieller meinte, dass die Armee „Den Schrei“ gegen jüdische Siedler einsetzen könne, falls sie ihre Häuser nicht freiwillig verließen.

 

John Pike, Direktor der GlobalSecurity.org-Expertenkommission in Alexandria, Va., nimmt an, dass bei der Demonstration am vergangenen Freitag der erste eigentliche Einsatz dieser Technologie stattgefunden habe. Er sagte, dass die USA und möglicherweise auch China und Russland ähnliche akustische Waffen entwickeln würden.

 

Die israelische Armee verlautbart, dass sie immer versuche, Waffen zu entwickeln, die keine tödlichen Folgen haben. Ihr derzeitiges Arsenal beinhaltet Tränengas sowie gummiummantelte Stahlkugeln, die mehrfach tödliche Verletzungen verursacht haben.

 

Kritiker sind der Ansicht, Israel hätte mehr für die Entwicklung nicht tödlicher Waffen tun sollen und vertreten die Auffassung, dass israelische Soldaten während palästinensischer Demonstrationen oft mit überzogener Gewalt reagierten.

 

Israels B’Tselem-Menschenrechtsgruppe meint, dass israelische Soldaten nicht dafür ausgebildet seien, mit Massenprotesten gewaltlos umzugehen.

 

„Obwohl sie damit rechnen können, dass sie Menschenansammlungen auflösen müssen, rüsten sie sich nicht mit Hilfsmitteln aus, die nicht tödlich wirken“, sagte die Sprecherin Sarit Michaeli und fügte hinzu, dass die nicht-tödlichen Waffen, die sie hätten, wie etwa Gummigeschosse, falsch angewendet würden.

 

Indessen warnte der frühere Leiter des israelischen Shin-Beth-Sicherheitsdienstes davor, dass jüdische Extremisten versuchen könnten, Premierminister Ariel Sharon zu ermorden, um den Rückzug zu sabotieren. „Es gibt jüdische Extremisten, die nicht zögern könnten, auf andere Juden das Feuer zu eröffnen“, äußerte Avi Dichter, der letzten Monat zurückgetreten ist, gegenüber Israels Tageszeitung Yediot Asharonot. „Wir könnten jüdische Selbstmordattentäter haben, deren Hauptziel es ist, einen Anschlag auf den Premierminister durchzuführen. Es gibt Juden, die darauf vorbereitet sind, sich für diese Sache umzubringen, und wir lassen es nicht darauf ankommen“, fügte er hinzu.

 

Beim Mitte August fälligen Rückzug wird Israel alle 21 Siedlungen im Gazastreifen sowie im Sommer vier weitere Enklaven in der Westbank räumen.
11.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Ministerium für Fremdenverkehr und Altertümer weiht historische Sehenswürdigkeit in Gaza ein

 

WAFA Palestine News Agency - GAZA, 08. Juni 05

 

Am Mittwoch weihte das Ministerium für Tourismus und Altertümer in Gazastadt den zwischenzeitlich restaurierten al-Basha Palace ein.

 

Der Minister für Tourismus und Altertümer Ziad Bandak hieß in seiner während der Einweihungs­zeremonie gehaltenen Rede Timothy Rothermel, den Sondergesandten des UNDP (United Nations Development Programme = Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen)  für die besetzten palästinensischen Gebiete, willkommen, ebenso Migual Berger, Deutschlands Vertretung in der Palästinensischen Nationalbehörde PNA, Regis Koetschet, den französischen Generalkonsul in Jerusalem und Mohammed Abdul Aziz, Ägyptens PNA-Botschafter.

 

In seiner Ansprache im Namen der Deutschen Regierung, welche die Restaurierung des al-Basha Palace finanzierte, versicherte Berger die Bereitschaft seines Landes, die Palästinensische Nationalbehörde bei der Förderung von Investitionen im Gazastreifen und in der Westbank zu unterstützen.

 

Er fügte hinzu, dass sein Land dazu bereit sei, die Wirtschaft des Gazastreifens nach dem israelischen Rückzug zu fördern, und er sich wünsche, dass dieser Rückzug einen Schritt zur Umsetzung der Roadmap darstelle, die letztendlich zur Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates führen werde.

 

Koetschet erklärte seinerseits, dass das Französische Kulturzentrum ein Jahr lang die kulturellen Veranstaltungen im Schloss organisieren wolle, und fügte hinzu, dass der al-Basha Palace als Museum für Altertümer, die in den letzten Jahren in Gaza gefunden worden seien, dienen werde.

 

An die Besucher der Einweihungsfeier gerichtet meinte Rothermel, dass es eine Ehre für das UNDP sei, bei diesem Projekt mit der deutschen Regierung zusammenzuarbeiten sowie im kommenden Jahr bei einigen kulturellen Projekten in Gaza Partner der französischen Regierung zu sein. Er sagte, dass das Projekt nicht nur großartig sei, weil es eine historische Sehenswürdigkeit darstelle, sondern auch, weil es Beschäftigungsmöglichkeiten für viele arbeitslose Bürger schaffe.

 

Der al-Basha Palace in Gaza ist ein Gebäudekomplex, dessen ältester Teil aus dem XIV. Jahrhundert (Mamelukkenherrschaft) stammt.

 

09.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Ostjerusalem zu annektieren war ein Fehler
07.06.2005, Middle East Review

 

Offen gestand Israels Vizepremierminister Shimon Peres ein, die Regierung habe während des Sechstagekrieges 1967 mit der Eroberung ganz Ostjerusalems einen Fehler gemacht.

 

„Wer auch immer annimmt, dass 240.000 Araber aus Ostjerusalem eingegliedert werden könnten, obwohl Jerusalem eine jüdische Hauptstadt bleibt, ist im Irrtum, genau wie diejenigen, die meinen, dass die Stadt mit Zäunen und Mauern geteilt werden könne“, sagte Peres anlässlich der von der Arbeiterpartei im Gerard-Behar-Zentrum abgehaltenen Feierlichkeiten zum Jerusalem Day.

 

„Wenn es keinen Frieden in Jerusalem gibt, wird es keinen Frieden im Land geben, und falls wir den Gazastreifen nicht verlassen, wird es keinen Frieden in Jerusalem geben“, wurde der dienstälteste Staatsmann von der Jerusalem Post zitiert.

 

Das Areal, welches die heiligen Plätze von allen drei großen Religionen der Region  – Judentum, Christentum und Islam – einschließt, stellt die schwierigste Herausforderung auf dem Weg zu jedwedem Abkommen über einen endgültigen Status dar.

 

Sharon gelobt

 

Israels Premierminister Ariel Sharon gelobte am Montag in einer Rede zum 38. Jahrestag der Eroberung des Ostteiles der Heiligen Stadt, dass Israel für immer die Herrschaft über Jerusalem beibehalten wolle.

 

Sharon sagte: „Jerusalem gehört uns auf Ewigkeit und wird niemals in ausländische Hände ge­langen.“

 

Israel annektierte Ostjerusalem nach dem Sechstagekrieg und erließ im Jahre 1980 ein Gesetz, welches die gesamte Stadt zu seiner ungeteilten Hauptstadt erklärte. Das Gesetz und der Schachzug werden jedoch durch die internationale Gemeinschaft nicht anerkannt.

 

Die Palästinenser wollen Ostjerusalem zur Hauptstadt ihres zukünftigen Staates machen. 07.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

UNESCO hebt ein Zentrum für Palästinensische Frauen aus der Taufe

 

WAFA Palestine News Agency - RAMALLAH, 4.6.05
 Die UNESCO und das palästinensische Ministerium für Frauenangelegenheiten werden im November 2005 in Ramallah ein Palestine Women’s Resource Center (PWRC =  Hilfszentrum für Palästinensische Frauen) etablieren.

 

Auf der UNESCO-Webseite ist zu lesen, dass eine gemeinsame Absichtserklärung über die Einrichtung des Zentrums unterzeichnet worden sei. Das Zentrum soll als Beobachtungs- und Clearingstelle für Informationen, die Frauenangelegenheiten in der Palästinensischen Nationalautorität themati­sie­ren, dienen.

 

Das Zentrum wird mit der Organisation, den Interessen und politikbezogenen Untersuchungen der Gleichberechtigung sowie der Menschenrechte palästinensischer Frauen betraut sein. Untersu­chungs­prioritäten werden gesetzt auf: Gesetzgebung für Frauenrechte, Ursachen und Folgen von Frauenarmut, Gewalt gegen Frauen und Beteiligung der Frauen in der Politik.

 

Das Zentrum ist das erste seinesgleichen, das in einem arabischen Land außerhalb des Maghreb gegründet wird.

Die UNESCO wird einen Etat von 200.000 Dollar und einen zusätzlichen Betrag über 150.000 Dollar zur Deckung der personellen sowie der Betriebskosten und für die Untersuchungsaktivitäten für den Zeitraum 2006 bis 2007 bereitstellen.
05.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Geburt eines neuen palästinensischen Anführers:
Abeer Qibti, eine junge Palästinenserin aus Al-Nasserah (Nazareth) nahm an der Fernsehshow "Anführer gesucht" teil, die im Kanal 2 des israelischen TV-Programms ausgestrahlt wurde. Abeer Qibti war die stärkste unter den vier Finalisten in der Show, die eine Art Donald-Trump-Show "The Assistant" ist.
Die Preisrichter disqualifizierten Abeer, als sie es ablehnte, sich zu Ehren der israelischen Nationalhymne zu erheben. Sie erklärte ihren Standpunkt damit, dass sie Symbolen des zionistischen Rassismus keinen Respekt zolle, und wenn dies den Verlust der von ihr erwarteten Gewinnsumme von 1,1 Millionen Dollar bedeute. - (Alquds Alarabi, 04.06.2005)

Extremistische jüdische Organisationen planen am Montag einen Sturm auf die Al-Aqsa-Moschee
Gaza, 02.06.2005 (IPC + Agenturen)

 
Einige israelische jüdische Extremistenorganisationen riefen Juden dazu auf, am Montag die Heilige Stätte der Al-Aqsa-Moschee in Ostjerusalem zu stürmen, um ihre Rituale dort auszuüben.

 

Der jüdische Aufruf würde mit dem „Jerusalem Day“ zusammenfallen, der von den Juden am 06. Juni vorgesehen ist. Er wird als „Tag der Jerusalemer Einheit“ gefeiert – als derjenige Tag, an dem israelische Besatzungssoldaten Ostjerusalem besetzten und es als „vereinigte und Ewige Hauptstadt Israels“ beanspruchten.

 

Diese jüdischen Organisationen verteilten Flugblätter und forderten ihre Anhänger darin auf, an in der Nähe des Jerusalemer Löwentors abgehaltenen Ritualen teilzunehmen, bevor dann die Heilige Moschee gestürmt werde.

 

Drei der extremistischen jüdischen Organisationen riefen dazu auf, vor der Al-Aqsa-Moschee Andachten sowie Sitzdemonstrationen abzuhalten, um sie dann zu stürmen und die israelische Besetzung Ostjerusalems feierlich zu begehen.

 

Im Flugblatt wird erwähnt, dass das extremistische israelische Knesset-Mitglied Arieh Eldad aus der Moledet-Bewegung zusammen mit Rabbinern aus den illegalen Siedlungen des Gaza und der Westbank an der Sitzdemonstration teilnähmen – neben beliebten und prominenten jüdischen Persönlichkeiten.

 

Das Flugblatt wies darauf hin, dass alle Aktivitäten der Organisationen, einschließlich des Sturms auf die Al-Aqsa-Moschee, mit israelischen Sicherheitskräften koordiniert worden seien, was auch beinhalte, dass ein Miniaturmodell des mutmaßlichen Jüdischen Tempels sowie Fotos von israelischen Soldaten beim Eindringen und Besetzen Ostjerusalems in die Al-Aqsa-Moschee gebracht werden sollen. 03.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk
 

Lese auch: "Jerusalem of Gold"
 Und Palästina gibt es nicht?

dzajjid dzidda
 Palästinensisches Team erhält <Außerordentliche Anerkennung der Jury> beim Mondialogo Engineering Award, einem internationalen Förderpreis für junge Ingenieure
 

 

WAFA – Palestine News Agency
Berlin, 02. Juni 2005 (WAFA)
:


Ein palästinensisches Team von der An-Najah-Universität hat den Mondialogo Engineering Award gewonnen und zusätzlich die <Außerordentliche Anerkennung der Jury> für hervorragende Leistungen erhalten.

 

In einer Pressemitteilung der Mondialogo-Engineering-Award-Webseite konnte man lesen, dass die internationale Jury in einem abschließenden Festakt die Preise im ersten Ideenwettbewerb für nachhaltige technische Fortschritte in Entwicklungsländern verliehen hat. Preise gingen an die 21 besten Projektteams aus mehr als 30 Ländern - einschließlich Palästina.

Die palästinensische Arbeitsgruppe wurde durch Dr. Hassan Arafat und Herrn Khaled Khalili vertreten – beide von der An-Najah-Universität, Fachbereich Chemische Verfahrenstechnik.

 

Laut Pressemitteilung „haben die Arbeitsgruppen zehn Monate lang in einem interkulturellen Dialog miteinander an gemeinsamen Lösungsvorschlägen gearbeitet. Unter den 21 Preisträgern erhielten fünf Projektgruppen, darunter Palästina, eine zusätzliche besondere Auszeichnung. Ihnen wurde die <Außerordentliche Anerkennung der Jury> für hervorragende Leistungen verliehen.“ Das Thema des Projekts ist die Aufbereitung und Rückgewinnung des Molkeausschusses in den palästinensischen Molkereiunternehmen. Die Realisierung findet in Palästina statt.

 

Das Projekt wurde im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der An Najah National University und der kanadischen Dalhousie University durchgeführt. Die Projektidee ist die Entwicklung einer Lösung für den Molkeausschuss, welcher in der palästinensischen Molkeindustrie anfällt und gegenwärtig ohne Aufbereitung in das Abwassersystem entsorgt wird.

 

Projektziel ist es, in Ermangelung strenger Gesetzesvorschriften auf die derzeitige Umweltsituation der Westbank zu achten. Die vorgeschlagene Lösung zeigt verschiedene süße und saure Molkewiederaufbereitungsmethoden auf, die Herstellung von Softgetränken sowie die Produktion mehrerer Molkebestandteile à Lactobacillus bulgaricus und Ethanolerzeugung durch Hydrolyse des Milchzuckers.

 

Der Mondialogo-Preis für Ingenieurleistungen ist eine Initiative von Daimler-Chrysler und UNESCO. Er ist dazu gedacht, den interkulturellen Dialog zwischen jungen Ingenieuren aus aller Welt zu fördern. Die Initiative ruft Studenten aus Industrie- und Entwicklungsländern auf, gemeinsam an Vorschlägen für nachhaltige technische Anwendungen zu arbeiten, um Entwicklungsländer zu unterstützen. Der Mondialogo Engineering Award ist mit 300.000 Euro dotiert.

 

03.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Israelische Streitkräfte gestehen „Auge-um-Auge“-Tötungen

 

03.06.2005, 6.30 Uhr - http://www.aljazeera.com/

 

Israelische Streitkräfte töteten im Jahr 2002 18 Palästinenser – darunter auch Polizisten – in einem „Auge-um-Auge“-Tötungsrausch.

 

Der Befehl dazu erging, um Kameraden, die während eines Angriffs auf die Westbank ums Leben gekommen waren, zu rächen, wie eine israelische Zeitung am Freitag berichtete.

 

Zwei ehemalige israelische Kommandotruppen, die anonym bleiben wollen, berichteten der israelischen Tageszeitung Maariv, dass ihnen befohlen worden sei, mit palästinensischen Polizisten besetzte Checkpoints anzugreifen, nachdem palästinensische Kämpfer am 19. Februar 2002 sechs israelische Soldaten an einem Checkpoint außerhalb Ramallahs (in der Westbank) getötet hatten.

 

Die Soldaten fügten hinzu, dass Premierminister Ariel Sharon dem Umfang der Vergeltung zugestimmt hätte.

 

„Wir werden jetzt palästinensische Polizisten an einem Checkpoint liquidieren als Rache für unsere sechs Soldaten, die sie umgebracht haben“ zitierte der Soldat einer ehemaligen Kommandogruppe seinen Befehls­haber.

 

„Wir empfanden dies als eine ‚Auge-um-Auge’-Aktion“, fügte er hinzu.

 

Die Soldaten erzählten Maariv auch, dass sie an einem Überfall auf eine Gruppe unbewaffneter palästinensischer Polizisten, die an einem Checkpoint in der Nähe von Ramallah gerade beim Kaffeetrinken waren, teilgenommen hätten.

 

„Der Plan war einfach, sie alle umzubringen. Wann auch immer sie sich einfänden, würden wir sie töten, ob bewaffnet oder nicht“, sagte der heute studierende Ex-Soldat der Kommandotruppe.

 

„In dem Augenblick, als wir wussten, dass wir sie eliminieren werden, betrachteten wir sie nicht länger als Menschen.“

 

„Es war das erste Mal, dass ich getötet hatte, und das erste Mal, dass ich jemanden sterben sah. Es war einfach ein vergnüglicher Tag“, fügte er hinzu.

 

Die israelische Armee gab eine Erklärung ab, welche die Darstellung der Soldaten bestätigte: „Es wurde entschieden, dass die IDF (israelische Armee) alle jene, die in Terroraktivitäten verwickelt sind, zur Strecke bringen wird – einschließlich der Mitglieder des palästinensischen Sicherheitsapparates.“ Sie fügte hinzu, dass sie zu der Zeit „von der politischen Befehlsebene angewiesen worden war, ihr Vorgehen zu ändern und es dem Boden der harten Tatsachen anzupassen.“

 

Die palästinensische Behörde dementierte zu der Zeit, dass ihre Sicherheitskräfte in Angriffe gegen Israelis eingebunden waren.

 

Maarivs Bericht ist die jüngste öffentliche Kampfansage an Israels Behauptung, seine Armee habe während der 4 1/2jährigen palästinensischen Intifada bzw. des palästinensischen Aufstandes einen strengen Moralkodex beachtet.

 

Menschenrechtsorganisationen beschuldigen Israel, unter Verletzung des internationalen Rechts ille­gale, außergerichtliche Tötungen in der Westbank sowie im Gazastreifen durchzuführen. 04.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Lese auch:

Zeitung- Israel tötete "aus Rache" palästinensische Polizisten
 
Die israelische Armee soll einem israelischen Zeitungsbericht zufolge vor drei Jahren willkürlich 15 palästinensische Polizisten als Vergeltung für den Tod von mehreren israelischen Soldaten getötet haben. ...

 

Dämmerung im Lager der zerbrochenen Träume
Gideon Levy

Vier Buben und ein Mädchen, alle 18 Jahre alt, die in einer Woche ihre Reifeprüfung ablegen werden. Wer von ihnen wird in den nächsten fünf Jahren noch am Leben sein? Und wer in zehn Jahren? Wer wird in Freiheit leben? Wer im Gefängnis? Wer wird gesund sein und wer versehrt? Wer wird eine Arbeit finden, und wer wird arbeitslos sein? ... mehr >>>

 

Israelis übernehmen weitere palästinensische Stadt in die Grenzmauer

 Najib Farag, Bethlehem, für Palestine News Network, 31.05.2005

 

Am Montagnachmittag zerstörten israelische Planierraupen die Hauptzufahrt nach Nu’man im Osten Bethlehems. Dies ist Teil einer kontinuierlichen Zerstörung palästinensischen Landes mit dem Ziel, die israelische Grenzmauer zu errichten, welche hier das Dorf umschließt.

 

Jamal Dar'awi, aktives Mitglied des Komitees zur Landverteidigung und Vorsitzender des Gemeinderates, erklärte gegenüber PNN, dass durch die Zerstörung der Hauptzufahrt „das Dorf total abgeriegelt und von allen Seiten mit Mauern und Zäunen umgeben sei, was bedeute, dass die gesamte Ortschaft in ein Ghetto verwandelt würde. Die Menschen können ihre Autos nicht mehr benutzen, um die Stadt Beit Sahour, welche unser Dorf mit Bethlehem und den anderen Ortschaften verbindet, zu erreichen. Wenn sie das Dorf verlassen müssen, sind sie gezwungen, 3 km zu laufen, um an die erste Transportmöglichkeit zu gelangen."

 

Etwa 200 Palästinenser leben auf den 5.000 dunams (1 dunam = 1000 m²). Das Gebiet wird nun komplett unter israelischer Kontrolle sein und der von Israel kontrollierten Jerusalemer Stadtverwaltung  angegliedert werden – hier hat man verschiedene Planungen für das Gebiet.

 

Die israelischen Behörden wenden in den vergangenen Monaten etliche Methoden an, um Menschen aus ihrem Dorf zu vertreiben, seien es nun Festnahmen, Hauszerstörungen, israelische Gesetze und übermäßig lange Verzögerungen in den Feldern und auf den Straßen. - 31.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Israel beabsichtigt Zerstörung einer Jerusalemer Moschee
30.05.2005 für Middle East Review

 

Die israelischen Besatzungsbehörden haben einen Abrissbefehl für eine 20 Jahre alte Moschee erteilt, wie palästinensische Quellen am Montag berichteten.

 

Die Quellen fügten hinzu, dass die israelischen Behörden den Abrissbefehl an den Toren der Bader-Moschee angeschlagen hätten.

 „Die Anwohner hatten wenige Tage zuvor mit Renovierungsarbeiten an der Moschee begonnen; sie waren dennoch über den von der Jüdischen Stadtverwaltung der Heiligen Stadt herausgegebenen Befehl, die Moschee innerhalb von 24 Stunden abzureißen, entsetzt“, sagten Augenzeugen.

 Hunderte Palästinenser beten gewöhnlich in der Moschee, die 1986 erbaut wurde und unter die Kontrolle des Islamischen Awkaf-Amts der Altstadt fällt.

 

 Zwischenzeitlich meldeten lokale Quellen, dass israelische Besatzungssoldaten eine junge palästinensische Frau in der Nähe des Al-Fawwar-Flüchtlingslagers verhaftet hätten … „Die 28jährige Nerman Ahmed Al-Salamein aus Al-Samo im Distrikt Al-Khalil und ein Student der Quds-Fernuniversität wurden an einem israelischen Checkpoint beim Al-Fawwar-Flüchtlingslager festgenommen und ins Ashkelon-Gefängnis überstellt.“

 

Ebenfalls am Montag verhafteten die israelischen Besatzer in der Stadt Yatta (Al-Khalil) zwei palästinensische Teenager, Ahmed Yousef Al-Hareini und Mohammed Muneer Al-Hareini, beide 17 Jahre alt.

 

Israel hat seine Aggression gegenüber den Palästinensern innerhalb der letzten 48 Stunden verstärkt und gefährdet damit die im Februar zwischen beiden Seiten vereinbarte Feuerpause.

 

Am Montag wurden auch zwei palästinensische Mädchen, Wafa und Ibtisam Ghandour, bei einem israelischen Raketenangriff auf das Jabaliya-Flüchtlingslager im nördlichen Gazastreifen - der Angriff galt Jihad-Mitgliedern - verwundet. Wie Augenzeugen berichteten, schlug eine der Raketen in ein palästinensisches Haus im Lager ein und verletzte die beiden Mädchen. Die Jihad-Mitglieder entkamen dem Angriff unverletzt. - 31.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Israelische Soldaten hindern älteren Mann daran, das Krankenhaus zu erreichen: „Lass ihn weit weg von uns sterben“

 

Muath Shrideh, Nablus, 27.5.25,  Palestine News Network

 

Am Freitag (heute) verstarb der Palästinenser Azam Atia Suwan. Der 56Jährige stammte aus dem Dorf Amatin im Gebiet von Qalqiliya. Er starb, als er versuchte, auf seinem Weg ins Krankenhaus den Beit-Iba-Checkpoint westlich von Nablus zu passieren.

 

Der Taxifahrer Ashraf Mitani, der Azam ab seiner Wohnung transportierte, schilderte den Vorgang: „Azam, mein Onkel, wachte heute früh um 5.30 Uhr auf, um zu beten, als er sich aufgrund seiner Herzprobleme wirklich schlecht fühlte. Wir riefen beim Watani-Krankenhaus in Nablus an und baten um einen Krankenwagen. Ich entschied mich dann dafür, meinen Onkel mit meinem Auto zum Beit-Iba-Kontrollpunkt zu bringen, um etwas Zeit zu gewinnen. Als ich den Checkpoint erreichte, hinderten mich die Soldaten in einer befremdlichen Art und Weise am Überqueren – sie begannen, mich mit Schlägen anzugreifen. Ich sagte ihnen, dass ich einen kranken Mann bei mir hätte. Einer der Soldaten, der wohl der Vorgesetzte zu sein schien, meinte: ‚Lass ihn weit weg von uns sterben!’ Dann kam der Krankentransport, und sie hinderten die Ambulanz ebenfalls an der Überfahrt.“

 

Mitani fuhr fort: „Ich begann, die Soldaten anzuschreien, und die wiederum schlugen weiter auf mich ein, bis etliche Taxifahrer dazukamen und mich aus ihren Händen befreiten. Nach 40 Minuten erlaubten sie uns, meinen Onkel auf unseren Händen – ohne irgendeine Trage - durch den Checkpoint zu tragen, um ihn zum Krankenwagen zu bringen. Der Ambulanzfahrer kam uns entgegen, um uns zu helfen, als wir meinen Onkel brachten, und stellte dann fest, dass dieser bereits tot war.“

 

Azam war Vater von sieben Kindern, fünf Buben und zwei Mädchen. Es ist nicht der erste und wird vermutlich nicht der letzte Fall sein, der an den Checkpoints der Erniedrigung, insbesondere im Gebiet um Nablus, tödlich endet. 

27.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk
 

ICAHD: Jerusalemer Stadtverwaltung beabsichtigt die Zerstörung von 88 Häusern in Ostjerusalem

 

WAFA Palestine News Agency

 

JERUSALEM, 24. Mai 2005 (WAFA): Das israelische Komitee gegen Hauszerstörungen (Israeli Committee Against House Demolitions = ICAHD) berichtete, dass die israelische Stadtverwaltung von Jerusalem beabsichtige, im Gebiet el-Bustan des Dorfes Silwan – Ostjerusalem – 88 Häuser zu zerstören.

 

In einer Presseerklärung teilte das ICAHD am Dienstag mit, dass die Stadtverwaltung die Zerstörungsaktion mit dem Codename „The Cherry in the Crown“ (= Die Kirsche* in der Krone) belegt habe. Einige der Häuser in diesem Gebiet wurden vor 1967 gebaut, ein anderer Teil wurde in den Siebzigerjahren errichtet. Die ersten vier Häuser haben bereits Abrissbefehle erhalten.

 

„Es gab nie ein Amtsgericht, das entschieden hätte, dass irgendeines dieser Gebäude illegal oder ohne Genehmigung gebaut worden wäre. Demnach werden diese Zerstörungen gemäß der Bauvorschrift (5) 212 des israelischen Bau- und Planungsrechts ausgeführt, die einen Abriss von Häusern, die von den Gerichten nie als illegal befunden wurden, erlaubt."

 

Das ICAHD forderte die internationale Gemeinschaft auf, gegenüber der israelischen Regierung sowie der Jerusalemer Stadtverwaltung ihrem Missfallen über solche Abrisse Ausdruck zu verleihen, die den Geist, wenn auch nicht die Buchstaben der Roadmap verletzten.

 

ICAHD-Bereichskoordinator Meir Margalit wird Führungen für Journalisten und Diplomaten nach Silwan am Samstag, den 28. Mai, um 16.00 Uhr und am Donnerstag, den 2. Juni, um 17.00 Uhr abhalten.

 

*Cherry hat zwei Bedeutungen ... der Übersetzer hat sich für das Wort "Kirsche" entschieden.

 

25.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Wieder israelische Übergriffe auf Wahl-Registrierungsbüros

 

Von PGO am Montag, 23. Mai 05 um 20:18:52 EST
Israelische Soldaten sind erneut in ein Wahlregistrierungsbüro. Diesmal handelte es sich um ein Büro in Harmala, im Bezirk Bethlehem. Nach Berichten der zentralen palästinensischen Wahlkommission (CEC) haben israelische Soldaten wiederholt die Registrierung von Wählerinnen und Wählern für die Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat im kommenden Juli behindert. Wahlberechtigte Palästinenser müssen sich im Vorfeld der Wahl in Wählerlisten eintragen, da nur ein solcher Eintrag zur Wahl berechtigt. Einwohnermeldelisten können wegen der Ungenauigkeit der Eintragungen nicht zugrunde gelegt werden.
Nach Berichten der CEC waren israelische bewaffnete Kräfte in zwei Jeeps vorgefahren. Sie hatten zwei Mitarbeiter und einen Besucher des Büros festgesetzt und drei Stunden ohne Angabe von Gründen festgehalten. Zu einem ähnlichen Übergriff war es am Wochenende in einem Registrierungsbüro in Jerusalem gekommen. Dort wurden die Ausweise der Mitarbeiter kontrolliert; außerdem kopierten israelische Soldaten die Ausweisnummern in den Listen.
Die CEC rief alle betroffenen Parteien auf, einzuschreiten und das obstruktive israelische Vorgehen zu beenden. Dieses Vorgehen, so die CEC, stehe in Widerspruch zu allen bezüglich der Wahl getroffenen Vereinbarungen mit Israel. - Quelle

Illegale Hauszerstörung in South Hebron Hill, der ärmsten Zone der Westbank

 

Arabic Media Internet Network – Internews Middle East 22. Mai 2005 Von Dove Operation* Gewaltfreie Friedensorganisation der Association of the Community of Pope John XXIII.

 

HEBRON, Westbank – Am Morgen des 22. Mai 2005 zerstörten um 9.30 Uhr in dem kleinen Dorf Halt-El Thabit – Massafer-Jatta-Gebiet in South Hebron Hill – drei IDF-Jeeps und zwei Planierraupen das einzige Haus des Dorfes. Die Zerstörung war illegal; kein Zerstörungsbefehl war der Familie vorgelegt worden, die ihr Haus innerhalb von fünf Minuten verlassen musste und dabei versuchte, so viele Habseligkeiten wie möglich mitzunehmen. Die elfköpfige Familie war Augenzeuge bei der Zerstörung ihres eigenen Hauses, ohne etwas dagegen tun zu können.

 

Die Armee brauchte etwa 15 Minuten; die Soldaten verließen den Schauplatz sofort nach der Zerstörung.

 

Das Haus wurde 1998 nahe bei der Höhle, in welcher die Familie zuvor lebte und ab heute wieder wird leben müssen, gebaut. Laut UN ist das Massafer-Jatta-Gebiet das ärmste der Westbank. In diesem Gebiet leben die Menschen in Höhlen – einige, weil sie sich kein Haus leisten können, andere, weil sie keine Baugenehmigung von der israelischen Verwaltung, die gemäß den Oslo-Verträgen die totale Kontrolle über dieses Gebiet hat, bekommen.

 

Es gibt diverse Siedlungen hier, deren israelische Bewohner zu den extremistischsten jüdischen religiösen Gruppen gehören. Häufig werden die hier lebenden Palästinenser von diesen Siedlern angegriffen. Schon mehrmals wurden internationale Freiwillige attackiert und verletzt – manchmal auch schwer verletzt – als sie mit den Hirten auf die Weiden gingen oder die palästinensischen Kinder von dem kleinen Dorf Tuba in ihre Schule nach At-Tuwani begleiteten.

 

Es gibt auch eine Anzahl Außenposten in dieser Zone, die nach 2001 errichtet worden sind, und die gemäß Roadmap aufgelöst werden müssten.

Der israelische Hohe Gerichtshof will am Jahresende ein Urteil über das Bleiberecht der Bewohner verkünden.

 

Tatsächlich wurde vom israelischen Verteidigungsministerium ein Plan ausgearbeitet, der die zwangsweise Umsiedlung der etwa 1.300 Bewohner des Gebietes vorsieht, um ein für Manöver geeignetes Militärgelände zu schaffen ... Manöver, die allerdings bereits durchgeführt werden – ohne Rücksicht auf die Anwesenheit der Dörfer.

 

23.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

WAFA Palestine News Agency

 JERUSALEM, 16. Mai 2005 (WAFA): Khalil Tafakgi, Direktor der Kartierungs- (Kartographie-) und Vermessungsabteilung des Orienthauses in Jerusalem sagte am Montag, dass der israelische Plan, den Jerusalemer Flughafen auszubauen, darauf abziele, die Stadt Jerusalem zu judaisieren.

 Tafakgi machte deutlich, dass Israel plane, den alten Qalandia-Flughafen vollständig an sich zu reißen, und dass israelische Besatzungstruppen (IOF) damit fortführen, Ländereien der Bürger, die in der Nähe des Qalandia-Checkpoints liegen, zu zerstören, um diese Flächen dem Flughafen anzuschließen.

 Hinzu fügte er: "Israel bereitete schon im Jahre 1997 einen Plan vor, der den Jerusalem Airport zu einem internationalen Flughafen machen soll, so dass er Flugzeuge aus aller Welt empfangen kann."

 Tafakgi betonte, es sei notwendig, die israelische Vorgehensweise aufzudecken und weitere Schritte dahingehend zu unternehmen, die vorgesehenen Maßnahmen zu stoppen.

 Der Qalandia-Flughafen wurde unter britischer Mandatsherrschaft errichtet.
 17.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

8814 palästinensische Gefangene in Israels Gefängnissen

Der palästinensische Minister für die Angelegenheiten der Gefangenen und Ex-Gefangenen berichtete am Dienstag ( 10.5.05), dass die Zahl der in Israels  Gefängnissen und Haftanstalten  festgehaltenen Gefangenen 8814 beträgt.
Außerdem: die Haftbedingungen der Gefangenen haben sich in  einem alarmierenden Grade verschlechtert: die Gefangenen werden ihrer grundlegenden menschlichen und bürgerlichen Rechte beraubt, da der israelische Gefängnisdienst die nach langen Hungerstreiks erreichten Verbesserungen widerrufen hat.

Die Nachrichtenabteilung des Ministeriums sagte auch, die israelische Besatzung habe ihre Verhaftungs-Kampagne  trotz des Waffenstillstandabkommens  zwischen den Israelis und den Palästinensern  in den besetzten palästinensischen Gebieten  nie reduziert.

Die israelischen Besatzungsmächte führen noch immer willkürliche Verhaftungskampagnen gegen die Bürger durch. Die israelischen Gefangenenzentren sind gerammelt voll mit palästinensischen Gefangenen.

In einem veröffentlichten Bericht der Nachrichtenabteilung heißt es, dass die Gefangenen in etwa 28 Gefängnissen und Haftanstalten untergebracht seien; die meisten sind im Negev-Gefängnis eingekerkert , wo etwa 2250 Gefangene seien.

Das Ministerium bestätigt auch, dass der israelische Gefängnisdienst die männlichen und weiblichen Gefangenen ständig mit der  fortdauernden Taktik der  Nacktkörperdurchsuchungen quält, außerdem mit hohen Geldstrafen aus irrelevanten Gründen belegt und für lange Perioden mit dem Verbot von Familienbesuch. 

 Außerdem liest man in den Berichten von fast 1000 kranken Gefangenen, die an Krankheiten leiden, die die direkte Folge der harten Gefängnisbedingungen sind.

Die kranken Gefangenen benötigen entsprechende medizinische Versorgung, einschließlich operativer Eingriffe, die die israelischen Militärbehörden selten, wenn überhaupt gewähren. Einige der Krankheiten, an denen die Palästinenser  auf Grund der kalten und feuchten Zellen leiden, sind  die schlechte Belüftung und  Hämorrhiden von der zu stark gewürzten und schlecht gewordenen  Nahrung .

Das Ministerium appelliert an das Internationale Rote Kreuz (IRCS) und die relevanten Menschenrechtsorganisationen, damit sie Druck auf die israelische Regierung ausüben, um die in den israelischen Gefängnissen zusammengepferchten Gefangenen zu schützen. -
( www.aljazeera.com)

Für palästinensische Bauern ist das Jayyous-Tor 25 geschlossen
 
The Palestine Chronicle - Sonntag, den 15. Mai 2005 - Sonia Nettnin

"Die Menschen von Jayyous sind darüber besorgt, wie ihre Familien ohne die Erträge ihrer Bäume und Felder überleben sollen."

Während der letzten fünf Tage schlossen israelische Besatzer das Tor 25 für die palästinensischen Bauern von Jayyous. Dieses Tor ist der einzige Zugang zu 8.000 dunum palästinensichem Land mit drei Obst- und Gemüseplantagen. Dieses Land stellt Nahrung für 300 Familien bereit.
Ohne Zugang zu ihrem Land können die Bauern ihre Saaten nicht pflegen, und die Pflanzen werden zugrundegehen.

 "Die Bauern und ihre Familien harren in der heißen Sonne aus und warten, dass sich dieses Tor öffnet", erklärte ein Mann, "jedoch die Hoffnung schwindet."

Wenn die Schließung am Sonntag, dem israelischen Unabängigkeitstag, nicht endet, werden Mitglieder von Gush-Shalom, einer israelischen Friedensorganisation, Initiativen ergreifen.

 Sie hoffen jedoch, dass sobald der Unabhängigkeitstag vorüber ist, auch die Schließung vorbei sein wird, und die Bauern von Jayyous wieder auf ihr Land gelangen können.

 Der Grund für das plötzliche Schließen durch das IOF ist unbekannt. Fragen die Bauern israelische Soldaten, warum sie das Tor nicht öffnen wollen, antworteten diese ihnen, sie sollen doch zurückgehen und mit ihren Vorgesetzten sprechen. - 16.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

57. Jahrestag der Katastrophe 'Al Nakba'.
Im Mai 1948 zwingen israelische Truppen die Palästinenser dazu, ihre Dörfer und Städte zu verlassen. -
(PMC, 14.05.05).

 

Frau stirbt an ihren Verletzungen in Hebron

 HEBRON, 13.05.2005:
Laut Ärzteaussagen starb am Freitag eine palästinensische Frau an den Verletzungen, die sie erlitten hatte, als israelische Soldaten in das Haus ihres Bruders eindrangen. Es geschah in der Nacht vom 12.05. auf 13.05. in der Altstadt von Hebron.
 Ärzte aus dem al-Khalil-Krankenhaus sagten, dass die 57jährige Wedad al-Qa'ood an den Wunden, die sie am Kopf und im Gesicht aufgrund harter Schläge davongetragen hatte, gestorben sei.
Familienangehörige berichteten, dass israelische Soldaten das Haus angegriffen hätten, und als Wedad al-Qa'ood die Tür öffnete, sie derartig auf den Kopf schlugen, dass heftige Blutungen später zu ihrem Tod führten.
WAFA, Palestine News Agency
14.05.2005, Übers.  Gabriele Al Dahouk

Israelische Schädlingsbekämpfungsmittel zerstören libanesische Tabakernte

Parlamentsmitglied Ali Bazzi bittet um eine UN-Intervention, während die Bauern dringend um Entschädigung nachsuchen

 

AITAROUN: Israel hat hunderttausende Quadratmeter Tabakpflanzen dadurch vergiftet, dass landwirtschaftliche Pestizide auf Obstbäume in einem Hain in Israel versprüht wurden, der an das Dorf Bint Jbeil angrenzt.
 

 Mehr als 400.000 m² der AITAROUN-Tabakplantagen – die Seele der südlibanesischen Landwirtschaft – wurden durch die Schädlingsbekämpfungsmittel angegriffen, welche tausende Setzlinge gelb und deformiert zurückließen, was die Tabakanbauer veranlasste, einen Protest in Gang zu setzen und Entschädigung zu verlangen.

 

AITAROUNs Bürgermeister Salim Mrad, der von Hause aus Agraringenieur ist, sagte, er sei von den Schadensmeldungen der Bauern überschwemmt worden.

 

„Vor einer Woche begann unser israelischer Gegner, an unserer gemeinsamen Grenze Pestizide mit Hochdruck-Sprühgeräten auszubringen. Der Schaden wurde durch die starken Ostwinde, welche die Pestizide in Richtung Libanon bliesen, noch vergrößert“, meinte Mrad.

 

Mrad erklärte, dass israelische Bauern Glyphosate (organische Pestizide) anwenden, welche von den Blättern absorbiert werden und rasch durch die Wirtspflanze wandern, um anschließend die sie umgebenden Pflanzen zu schädigen bzw. zu zerstören.

 

Mrad bat die Vereinten Nationen dringend, sofort zu intervenieren, und rief die libanesische Regierung dazu auf, die Bauern zu entschädigen und eine offizielle Beschwerde bei der UN einzureichen.

 

Bauer Khalil Baalbaki berichtete, dass er sein Feld 40 Tage zuvor bestellt und bepflanzt hatte. „Aber vor einer Woche begannen die Setzlinge gelb zu werden, und bald verlor ich alles.“

 

Bauer Ali Yacoub sagte, als die Pestizide versprüht wurden „bedeckte eine Wolke weißen Nieselregens unsere Felder, und es war unmöglich, die Hand vor Augen zu sehen.“ Eine Woche später erkannte Yacoub das volle Ausmaß des Schadens für seine Ernte.

 

Israelische Soldaten wurden bemerkt, wie sie die Bauern hinter dem Stacheldraht, der Israel von Libanon trennt, aus ihren drei HUMMER-Fahrzeugen heraus beobachteten, die entlang der angrenzenden Haine standen.

 

Der Präsident der Vereinigung der Tabakbauern im Süden des Landes, Hassan Faqih, beschrieb die Schäden als ein Desaster und bat den Außenminister dringend, eine Klageschrift bei der UN einzureichen und darauf zu bestehen, dass die Verluste der Bauern 661.000 $ überschritten. 

Mohammed Zaatari und Samer Wehbe

Daily Star Staff

Mittwoch, den 11. Mai 2005

Verkürzte Übers. v. Gabriele Al Dahouk

Die im Orient House beschlagnahmten Dokumente beweisen Landraubabsichten

 

Maisa Abu Ghazaleh, Jerusalem, für Palestine News Network

 

Israelische Quellen bestätigen, dass die Besatzungsbehörden geplant hätten, Jerusalem zu judaisieren, nachdem Dokumente im Orient House in Jerusalem beschlagnahmt worden sind. Die israelischen Verwaltungsbehörden schlossen das Orient House, das sich im Jahre 2001 mit palästinensischen Angelegenheiten im besetzten Jerusalem befasst hatte. Der Leiter des Orient House, Faisal Al Huseini, betreute die Jerusalem-Akten für die PLO.

 

Quellen verlautbaren, dass die beschlagnahmten Akten einen kompletten Überblick über palästinensische Grundstücke und Häuser in Ostjerusalem sowie über Flächen, die Gefahr laufen, von jüdischen oder israelischen Organisationen aufgekauft zu werden, beinhalteten. Andere Quellen bestätigen, dass gemäß jener Dateien israelische Siedlervereinigungen versuchten, eine größtmögliche Anzahl von Anwesen in der Stadt zu kaufen, was durch den jüngsten Landverkaufskandal des Griechisch-Orthodoxen Patriarchen noch offensichtlicher wurde.

 

Der israelische Minister für Innere Sicherheit ließ das Orient House schließen, weil es als eine politische Einrichtung der Palästinensischen Behörde in Ostjerusalem galt. Die Israelis sagten, dass die Organisation ein Zeichen für die Erlaubnis setzen könnte, Ostjerusalem zur Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates zu erklären.

 

Die Altstadt von Jerusalem wird von 32.000 Palästinensern bewohnt. Etwa 4.000 israelische Juden leben im jüdischen Stadtteil und in Häusern, die überall in den christlichen, moslemischen und armenischen Vierteln verstreut liegen. Sogar Israels Ministerpräsident Sharon kaufte sich dort ein Haus, auf welchem er die israelische Flagge hisste. Außerhalb der Altstadt leben 230.000 israelische Juden, was in etwa der Anzahl palästinensischer Einwohner in der Stadt entspricht.

 10.05.05, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

 

Israelische Armee beschlagnahmt Land im Al-Baqaya-Tal

 

Ali Samoudi, Jenin, für Palestine News Network

 

Bauern im Al-Baqaya-Tal berichten darüber, wie überrascht sie waren, als Panzer und israelische Militärfahrzeuge sie umkreisten und mit dem Angriff begannen. Es war Teil einer Landnahmekampagne im Gebiet von Jenin zu Beginn dieser Woche, bei welcher Bauernhöfe, Acker- und Weideland beschlagnahmt wurden.

 

Das Al-Baqaya-Tal liegt zwischen der Stadt Tamoun und dem Dorf Atouf und hat sich schon einer Vielzahl von Übergriffen gegenübergesehen. Bewohner sagten, es sei nicht das erste Mal, dass die israelische Armee Scheunen und Unterstellräume zerstöre.

 

Der Bewohner Mohammad Bani Oda erläuterte PNN: „Die Soldaten drangen sehr schnell überall ein und vertrieben alle. Sie begannen mit ihren Jeeps eine Aktion der Zerstörung; wir konnten unsere Habe nicht mehr herausholen. Die Haltung der Soldaten gegenüber uns war sehr aggressiv; sie nahmen überhaupt keine Rücksicht auf unsere Lage. Sie töteten sogar mehrere, darunter auch neugeborene Schafe.

 

Der Bürgermeister von Tamoun, Basher Bani Oda, meinte: „Um etwa 12 Uhr mittags wurden wir davon überrascht, wie 20 Militärfahrzeuge und Planierraupen, die von etwa 200 Soldaten begleitet wurden, sich über das ganze Al-Baqaya-Tal verteilten. Es schien so, als würden sie sich auf einen Krieg vorbereiten. Sie riegelten das Gebiet, wo die Scheunen waren, ab. Die Panzer standen dort, wo Leute wohnten. Sie kamen ohne irgendeine Vorwarnung, und es sah so aus, als sei die Entscheidung gefallen, anzugreifen und zu zerstören sowie jeglichen Versuch zu unterbinden, der dieser Entscheidung zuwiderlaufen würde.“

 

Feras Khalid blieb auf seinem Land, als die Planierraupen damit begannen, die Existenz seiner Familie zu zerstören. „Nun haben sie meine zehn Schafe getötet. Dieses Verbrechen hat mir schwere Verluste zugefügt. Und sie reden über eine Waffenruhe! Ich sagte einem der Soldaten, als sie meine Zelte zerstörten, die Besatzung beweise täglich, dass sie nicht an einem Waffenstillstand bzw. an Frieden interessiert sei. Beweis hierfür sei diese gewaltsame und unnachsichtige Vorgehensweise. Welches Delikt läge denn gegen uns vor, dass man unsere Hütten und Zelte, in denen wir die Nahrung für unsere Familie lagern, zerstören müsse? Die Besatzung vernichte uns; wir hätten große Verluste, und kein Mensch würde uns je dafür entschädigen.“

 

Haje Suheira Bani Oda weinte, als sie mit ansah, wie die Planierraupen ihre Ställe zerstörten. Sie fragte: „Was für ein Waffenstillstand und welcher Weg zum Frieden ist dies denn? Sie reden darüber, wie wir über eine Waffenruhe verhandeln können, während die Besatzung unsere Einkommensquellen vernichtet! Ich habe versucht, die Soldaten zu überreden, unsere Sachen herausbringen zu dürfen aber sie lehnten dies ab, und innerhalb weniger Sekunden haben sie alles zerstört, sogar die Wasserreservoirs! Sie begraben den Frieden und jegliche Waffenruhe durch ihr gewalttätiges Verhalten.“

 

Bani Oda bestätigte, dass Israel plane, die Ländereien im Al-Baqaya-Tal zu beschlagnahmen, da sie als äußerst fruchtbar gelten. „Diese Angriffe auf uns werden unsere Entschlossenheit nur verstärken und werden uns noch unkaputtbarer machen.“

 

05.05.2005, Übersetzung von Gabriele Al Dahouk

 

 

UN-Abgeordneter: Palästinensische Kinder werden an der Spitze der Agenda stehen

 

Ali Samoudi, Jenin, für Palestine News Network

 

Sandy Nasser Al Sa’di, das kleine Mädchen, das den Brief an Kofi Annan verfasste und um die Entlassung seiner Eltern aus dem israelischen Gefängnis bat, traf sich am vergangenen Freitag mit dem UN-Abgeordneten F. Aglo in Ramallah.

 

Aglo war angeblich gerührt als er sich die Geschichte des Mädchens anhörte, das ihm ihre Lage sowie diejenige ihrer Geschwister im Flüchtlingslager Jenin darlegte, seit israelische Soldaten ihre Eltern gefangen genommen hatten.

 

Die Organisation Defence for Children International (DCI)“, die sich nun Sandys Anliegen angenommen hat, wohnte dem Treffen bei sowie Issa Qaraqa von der Palästinensischen Gefangenenorganisation in Bethlehem.

 

Aglo sagte zu Sandy: „Bitte, verliere Deine Hoffnung nicht! Ich wünsche Dir, dass Du Deine Eltern in naher Zukunft umarmen kannst. Ich werde mein Bestes tun, um zumindest einen Besuch im Gefängnis in die Wege zu leiten und die Anliegen palästinensischer Kinder an die Spitze der UN-Agenda zu stellen.“

 

Palestine News Network und Al Quds waren die ersten Zeitungen, die von dieser Geschichte berichteten, die inzwischen internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, inklusive jener der Organisation Defense Children International. DCI bereitet Sandys Besuch bei der UN in New York vor, damit sie sich direkt mit Generalsekretär Kofi Annan treffen kann.

 Lese auch >>>

30.04.2005

Übersetzung: Gabriele Al Dahouk


Großmütter nehmen es mit der Polizei auf ....
Oder Yesh Din, es gibt ein Gesetz
Lily Galili, Haaretz, 26.4. 05

 Eine kleine Gruppe versammelte sich am letzten Montag im Hause Ibrahim Alams im Westbankort Tolat. Einige Dorfbewohner kamen, um über die Verletzungen und  den Schaden zu berichten, der ihnen und ihrem Eigentum durch Angriffe jüdischer Siedler zugefügt worden war.

 Ein Dorfbewohner hatte eine Platzwunde am Kopf, einem anderen waren die Olivenbäume ausgerissen worden und einer dritten Person war der Zugang zum eigenen Land verwehrt worden. Die Geschichten sind nicht neu – aber die, die kamen, um sie zu hören, waren neu. Die Töchter von Israels Gründergeneration hatten sich entschieden, die Dinge in Ordnung zu bringen.

Ruth Kedar, 77, und Dina Gur, 67,  machten sich  - auch von der Hitzewelle nicht abgehalten - mit der Gewandtheit von Beduinenpfadfindern auf den Weg ins Dorf. Im kleinen Wohnzimmer auf dem Sofa sitzend, stellten sie Fragen und füllten Formulare aus, die sie aus dicken Aktenordnern entnahmen. Sie gingen auch zu den Örtlichkeiten der Angriffe, zeichneten eine Skizze der Gegend und  zeichneten die Stellen ein, wo es zu  Auseinandersetzungen kommt.

Die 37 Jahre Besatzung ließen eine Reihe israelischer Hilfsorganisationen entstehen. Yesh Din ( Es gibt ein Gesetz), das Kedar und Gur kürzlich mit andern gegründet haben, betritt ein Vakuum, das durch die fehlende Gesetzeseinhaltung der Siedler in den besetzten Gebieten, ..... mehr >>>

Die palästinensische Behörde schließt den Grenzübergang Rafah

Kristen Ess, 26.04.2005, für Palestine News Network

 

Soweit man denken kann, ist es heute morgen das erste Mal, dass die palästinensische Autonomiebehörde die Grenze nach Ägypten schließt. Normalerweise ist dies eine israelische Maßnahme zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Palästinenser. Aber seit das israelische Militär einen hoch umstrittenen Röntgenraum eingeführt hat, der dazu gedacht ist, großen gesundheitlichen Schaden bei den Palästinensern, die den Raum zu passieren hatten, anzurichten, war durch diese Grenze vermehrt Unruhe entstanden.

 

Palästinensische Bürger, Wissenschaftler sowie die Regierung haben laut ihre Stimmen gegen die zwei Monate alte israelische Praxis erhoben, dass Palästinenser, welche die Grenze vom Gazastreifen nach Ägypten und zurück überqueren wollen, sich einer Serie von Röntgenstrahlen in einem Raum, der ausschließlich für einen derartigen Zweck angelegt ist, aussetzen müssen. Gesundheitsexperten warnen vor Krebs, während Bürger davon sprechen, dass dies eine weitere Erniedrigung in Zusammenhang mit der katastrophalen Behandlung darstelle, welcher sie sich gegenüber den israelischen Grenzsoldaten bereits ausgesetzt sähen.

 

Als der Raum eingerichtet wurde, sagten Mediziner im Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza City den Reportern: „Es ist ein Raum, der aus bleiverstärktem Glas konstruiert  und mit einem Röntgengerät ausgestattet ist, dessen Strahlen in den menschlichen Körper eindringen, was gefährliche und schwierig zu behandelnde Krankheiten auslöst, die erst nach geraumer Zeit auftreten … was langsam tötet und schwerwiegende Leiden verursachen kann.

Dies missachtet internationale Standards über erlaubte Röntgenstrahlenbelastung."

 

Übersetzung ins Deutsche von Gabriele Al Dahouk
 

Israelische Siedlungen kippen ihren Müll in Mawasi ab

 

Wisam Afifeh, Gazasteifen, für Palestine News Network

 

Am Mittwochnachmittag (20.04.2005) hinderten israelische Besatzungssoldaten eine schwangere Frau aus Mawasi daran, den Tufah-Checkpoint zum Khan-Younis-Flüchtlingslager zu passieren. Sie musste ihr Kind am Checkpoint auf die Welt bringen … ihr Baby starb.

 

Zusätzlich zu der menschlichen Katastrophe in Al Mawasi ist auch eine solche der Umwelt im Entstehen. Aufgrund der Schließung des Tufah-Checkpoints und wegen israelischer Siedlungen, die den südlichen Gazastreifen umgeben, haben die Bewohner von Al Mawasi keinerlei Zugang zu eigenen medizinischen und wirtschaftlichen Einrichtungen sowie zu ihren Bildungsstätten. Israelische Soldaten eröffnen das Feuer auf den Checkpoint mit alarmierender Regelmäßigkeit.

 

Fayez Sha’at, der Präsident der Jerusalemer Organisation für die Entwicklung von Al-Mawasi im Bezirk Khan Younis im südlichen Gazastreifen warnte heute vor einer Umwelt- und Gesundheitskatastrophe in Mawasi, da Israel fortwährend Müll und Abwasser in dieses Gebiet abkippe.

 

Fayez Sha’at erklärte, dass die israelischen Behörden einen 880 Dunam (1 Dunam = 1000 m²) großen Müllplatz für israelischen Siedlermüll im Norden von Mawasi angelegt hätten.

 

Außerdem werden noch neue Abwassersammelbecken gebaut, und Sha’at warnt vor den Gefahren, die sich ergeben, falls giftiger Müll in den besetzten palästinensischen Gebieten vergraben wird. „Das hat eine verheerende Wirkung auf das Grundwasser und trägt gewaltig zu einem Anwachsen der Umweltverschmutzung bei.“

 

Zu den negativen Auswirkungen auf die Umwelt und deren Artenvielfalt kommt hinzu, dass die gesundheitlichen Konsequenzen für die Palästinenser internationales Recht verletzen, welches es Besatzungsregierungen verbietet, ihren Abfall  - so wörtlich – auf die besetzte Bevölkerung abzukippen.

 

Sha’at rief die örtlichen und internationalen Organisationen dazu auf, sich einzuschalten, um die Besatzungsbehörden daran zu hindern, den Müll abzuladen und zu vergraben, indem er gleichzeitig bestätigte, dass die Abfallmengen in jüngster Zeit zugenommen hätten, und dies auf den möglichen israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen zurückzuführen wäre.

 

Die palästinensische Wasserbehörde (PWA) bestätigte, dass die prozentuale Verunreinigung des Gazawassers zunähme. Der Chloridanteil des Wassers sei doppelt so hoch wie der international erlaubte Standard. Statt 250 mg Chlorid pro Liter hätte der israelische Abfall zu 500 mg Chlorid pro Liter geführt. Diesen Anteil fände man bereits in 90 % des Wassers.

 

20.04.2005

Übersetzung ins Deutsche von Gabriele Al Dahouk

Ein Mädchen aus dem Flüchtlingslager Jenin schreibt an die UN:

Wir wollen kein Geld, Öl oder Gold

 

Ein 13jähriges Mädchen aus dem Flüchtlingslager Jenin schreibt einen Brief an Kofi Annan. Sandy Nasser Al Sa’di appelliert an internationale Organisationen, ihr behilflich zu sein, die UN-Generalversammlung in New York zu erreichen. Sandy möchte ihren Brief persönlich an den Generalsekretär der UN aushändigen. Sie befürchtet, dass ihr Schreiben, sofern sie es nicht persönlich überreichen kann, entweder von der israelischen Regierung konfisziert werden würde oder unter die vielen anderen Papiere auf den staubigen Regalen der UN, die mit „Palästina“ beschriftet sind, geraten könnte.

Sandy will dem höchsten internationalen Komitee von ihrem Leid und dem ihrer drei jüngeren Geschwister erzählen. In ihrem Brief besteht sie darauf, dass sie ohne fremde Hilfe schreibt; Sandy schildert die Einsamkeit und die Traurigkeit ... mehr >>>

 

Die einen können nicht vergessen,

die anderen sich nicht erinnern

von Anis Hamadeh, April 2005

 

"Denk an die Kinder!" sagte Sarah von der anderen Seite des Tisches. Zwischen den Gläsern konnte Samir sehen, wie ihre Violinen-Finger mit dem Salzstreuer spielten. Er versuchte, sich daran zu erinnern, was "Denk an die Kinder!" bedeutete, doch schien es ihm in diesem Augenblick, als könne er sich an gar nichts mehr erinnern. Was tat er hier? Er schaute in die Runde. Da war Ari vor seinem leeren Nudelteller. Daneben Thomas, noch essend, aufblickend, grinsend. Sarah bestellte Espresso. In drei Stunden war der Auftritt. Ach ja, der Auftritt. Frieden in Israel und Palästina. Ein Zeichen setzen. Denk an die Kinder.

 

Samir rutschte auf seinem Stuhl herum und zündete sich fahrig eine Zigarette an. Am Anfang war es ja gut, dachte er bei sich, da war ein Potenzial. Aber wurde es nicht langsam zur Routine, zum Mechanismus? Einen Sommer lang waren sie durch Deutschland getourt, für den Frieden im Nahen Osten. Sie spielten klassische Musik und lasen Dichtung. Standen zusammen auf der Bühne, Palästina und Israel, zusammen, in Deutschland. Eine Begegnung. Es war gut. "War es nicht gut?" fragte Ari und Samir lächelte. Doch ja, es war gut.

 

Draußen nieselte es auf das Pflaster der Altstadt. Durch das Restaurantfenster sah Samir Passanten mit hochgeklappten Kragen in verschiedene Richtungen laufen. Er sehnte sich nach einem Spaziergang und begann ohne Hast, seine Sachen vom Tisch zu räumen und einzusammeln. Handy, Zigaretten, Feuerzeug, Kugelschreiber, den Flyer des heutigen Abends. "Ich will noch mal für eine Stunde ins Hotel, mich frisch machen", sagte er in die Runde. "Treffen wir uns dann hinter der Bühne?" Sarah und Ari nickten.  ... mehr >>>>

 

Warum sind sie Kollaborateure?
Viktoria Buch, Jerusalem, 2.4.05

 Das folgende Paradox wundert mich immer wieder.

 Warum unterstützt der größte Teil der Israelis die Besatzung? (wörtlich übersetzt: Warum sind sie Kollaborateure der Besatzung ?) Die meisten von ihnen sind überhaupt nicht begeistert vom Siedlungsunternehmen. Man hört sie oft sagen: „Ich unterstütze die Siedler nicht“, „Ich würde schnell - um des Friedens willen - die Gebiete aufgeben“ . Und da es einen nationalistischen Publicityrummel in Israel gibt, sind solche Aussagen begrenzt. Während der ersten beiden Jahre der Intifada begleitete ich Palästinenser, die dringend  medizinische Versorgung brauchten, zu israelischen Krankenhäusern. Wenn es erst mal gelang, bis dorthin zu kommen, versuchten viele Israelis, ihnen  wirklich und echt zu helfen. In alltäglichen Situationen kann man viel Anständigkeit, Großzügigkeit und menschliche Wärme in Israel finden.

Doch dienen die Söhne derselben Leute in der Armee, gefährden ihr Leben in den besetzten Gebieten und schießen auf Palästinenser, wenn man ihnen das befiehlt.

Zum Beispiel: Seit Beginn der  Intifada  ist die israelische Armee damit beschäftigt, systematisch den Gazastreifen zu verwüsten. Nicht nur als Reaktion auf Angriffe auf Sderot – die Qassams sind ein verhältnismäßig neues Phänomen. Seit Jahren, noch vor den Qassams, können die Militäraktivitäten im Gazastreifen nur als Offensive beschrieben werden. Militärische Invasionen geschahen alle paar Wochen , eine Reihe von Angriffen auf dicht bevölkerte palästinensische Wohnviertel, wo die Menschen keine Möglichkeit haben, sich zu verbergen und nirgendwo hin fliehen können.  ... mehr >>>

 

Dr. Al Tamimi: Israel betreibt Umweltterrorismus

 

Mustafa Sabre, Qalqiliya,- Palestine News Network

 

Eine israelische Fabrik innerhalb der Mauern der illegalen Siedlung Kedumim östlich von Qalqiliya pumpt giftige Flüssigkeiten in die Ortschaften Kufur Qadum and Jit. Einwohner dieser Dörfer entdeckten die Flüssigkeit, welche durch die Täler und zwischen den Mandel- und Olivenbäumen fließt.

 

Einer der Bauern im Nordwesten der Westbank meinte, dass er dieses Jahr aufgrund dieser giftigen Substanzen seine Oliven sowie andere Früchte nicht ernten könne. Er erläuterte, dass die Auswirkungen an den Bäumen und deren Blätter sichtbar würden, was bewiese, dass die Firma die Umwelt schädigt.

 

Der Direktor der Palästinensischen Gruppe für Gewässerkunde (PHG), Dr. Abdel Rahman Al Tamimi, erklärt, dass Israel Umweltterrorismus betreibe, und dass diese Politik gestoppt werden solle, da sie die Zukunft der Umwelt attackiere.

deutsch Gabriele Al Dahouk
 

Laut israelischer Besatzungsmacht wird die dritte Intifada eine Art Guerrillakampf sein

Mustafa Sabre, Qalqiliya – Palestine News Network

Israelische Sicherheitsquellen erwarten, sobald der Bau der Apartheidmauer abgeschlossen ist, eine dritte Intifada auf den palästinensischen Straßen. Die Quellen sind der Meinung, dass diese Intifada gewalttätiger als ihre beiden Vorgängerinnen sein wird.

Laut der israelischen Tageszeitung Yediot Ahronot beschloss der israelische Zentrale Befehlsausschuss (Israeli central command committee), Besatzungssoldaten auf eine weitere Runde direkter Auseinandersetzung mit der Widerstandsbewegung, die in Guerillamanier der Hizbollah agieren wird, vorzubereiten.

Wie von der Zeitung erwähnt, erwarten israelische Sicherheitsquellen, dass die Palästinenser sich zwar darum bemühen werden, die Ruhe während des Auseinanderrückens (Übersetzer fügt hinzu: im Gazastreifen) so weit wie möglich aufrecht zu erhalten, dann aber auf eine harte Konfrontation in der Westbank vorbereitet seien.

Hinzu fügt diese Zeitung, dass der Zentrale Befehlsausschuss (central command committee) einen Strukturwechsel innerhalb der Widerstandsbewegung in der Westbank registriert hat, nämlich eine Verschiebung weg von Selbstmordanschlägen und hin zu einem Guerillakampf. Dieselben Quellen behaupten, dass jene palästinensischen Guerillastrukturen wiederholte Aktionen durchführen werden – auf der gleichen Ebene wie die Hizbollahbewegung und wie die Widerstandsgruppen im Gazastreifen, die auf Siedlerstraßen und an Militärstützpunkten aktiv werden.

Israelische Quellen erwähnten, dass es fortwährend Bemühungen gäbe, Projektile zu entwickeln und Waffen über Ägypten und Jordanien zu schmuggeln.
deutsch Gabriele Al Dahouk

 

Israelische Besatzungssoldaten zerstören Häuser im Südwesten Bethlehems

 

Palestine News Network

Najib Faraj, Bethlehem

 

Israelische Besatzungssoldaten führten am vergangenen Donnerstag eine große Hauszerstörungsoperation in Wadi Rahdal südwestlich von Bethlehem durch. Die Dorfbewohner berichteten, dass die Zerstörungsaktion um 9.30 Uhr am Donnerstag begann und um 17.00 Uhr beendet war.

 

Drei der Häuser waren bewohnt, während sich drei weitere im Bau befanden. Mehrere andere Gebäude dienten als Lager und Viehställe. Drei große Schaufelbagger und zwei Planierraupen zerstörten das palästinensische Eigentum, während 150 israelische Soldaten das Dorf besetzten.

 

Die Operation betraf unter anderem das zweistöckige Wohnhaus mit 300 qm² Wohnfläche von Asaad Mohammad Ismail Fuwarai. Dreizehn Menschen bewohnten das Haus. Aufgrund der Größe des Hauses dauerte die Zerstörung mehr als drei Stunden. Sein Sohn Tariq versuchte schnell, Möbel und familiäre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen. „Was hier vor sich geht, ist absoluter Terrorismus. Es ist schwierig, zu glauben, dass sie uns in unsere Häuser und auf unseren Grund und Boden folgen, um uns zu entvölkern. Sie gaben uns nicht einmal genügend Zeit, um unsere Möbel hinauszutragen und bezeichnen uns als Terroristen!“

 

Die israelischen Besatzungssoldaten zerstörten dann das 150-m²-Haus von Walid Mohammad Juda, in dem sechs Menschen lebten sowie das 120-m²-Haus von Ghralib Abed Ziada, das fünf Familienangehörige beherbergte.

 

Drei Häuser, die im Bau waren, wurden ebenfalls zerstört. Sie gehörten Abdullah Khuder Ziada, Ahmed Ali Ziada und Issa Ali Ismail. Die Dorfbewohner meinten dazu, dass diese Zerstörungen ein Gefühl der Traurigkeit auf ihr Dorf gelegt, jedoch auch ein Gefühl des Hasses entzündet hätten.

 

Dutzende Menschen versammelten sich vor den israelischen Planierraupen und versuchten, sie anzuhalten, während sich die Soldaten und die Familienmitglieder gegenseitig wegstießen. Die Soldaten verbrachten schließlich fünf  Leute an unbekannte Orte, weil sie der Zerstörung Widerstand geleistet hatten.

 

Eine Frau, Miteigentümerin eines der Häuser, sagte, dass sie in Zelten auf den Grabhügeln ihrer Häuser weiterleben würden. „Wir werden bleiben und nicht weggehen, egal wie hoch der Preis sein wird, um unser Land und unseren Besitz zu schützen. Es ist unmöglich für uns, dies alles zu verlassen."
deutsch
Gabriele Al Dahouk

 

Israel kippt israelischen Müll in der Nähe von Nablus in die Westbank

Palestine News Network
 

Die israelische Regierung erlaubt einer privaten israelischen Firma, ihren Abfall in der Nähe von Nablus zu entsorgen. Internationales Recht verbietet so etwas, da die Nutzung besetzten Landes durch den Besatzer illegal ist, es sei denn, es käme dem Besetzten zu Gute.

 

Die israelische Regierung verbietet es den Palästinensern nicht nur, in vielen Gebieten neue Wasserquellen zu erschließen, während sie damit fortfährt, das Land zu konfiszieren, sondern verbietet ihnen auch, eigene Müllentsorgungsanlagen zu errichten.

 

Sogar die israelische Tageszeitung Ha’aretz brachte kürzlich einen Bericht mit folgendem Wortlaut:

 

„Israels Bau und Inbetriebnahme des Kedumim-Müllabladeplatzes handelt offensichtlich den Internationalen Gesetzen zuwider, was den Transfer von Müll auf besetztes Territorium angeht.

Die Westbank ist voll mit illegalen palästinensischen Müllhalden, die ernsthafte Umweltrisiken darstellen und das Grundwasser gefährden, da die israelischen Zivilbehörden den Palästinensern untersagen, moderne Abfallbeseitigungsanlagen zu errichten. Die modernste Anlage, die hier gebaut wurde – die Kedumim-Anlage – ist ausschließlich für Abfälle aus Israel vorgesehen.“

 Palestine News Network - Übersetzung: Gabriele Al Dahouk


lese auch: Israel will seinen Abfall im Westjordanland entsorgen

 

Sabine Schiffer empfiehlt:

Bei einer Rahmenveranstaltung zur Leipziger Buchmesse hatte ich Gelegenheit Dr. Hajo Meyer kennen zu lernen, der "Das Ende des Judentums"  verfasst hat, im Abraham-Melzer-Verlag erschienen

. Hinter dem provokanten Titel verbirgt sich eine beeindruckende Analyse, die der Holocaust-Überlebende in den letzten Jahren durchgeführt hat.
Er, der die Propaganda zu Beginn der Nazi-Zeit als Kind erlebt hat - also lange bevor von Vernichtung die Rede war, stellt fest, dass die israelische Propaganda einige Parallelen zu dieser frühen Phase aufweist - etwa wenn das Gegenüber durch eine Krankheitsmetaphorik dämonisiert und schließlich entmenschlicht wird (Stichwort "Krebsgeschwür"). Auf ein langes Leben zurückblickend, auf eine umfassende Bildung zurückgreifend und vor seinem spezifischen Erfahrungshorizont sind seine Beobachtungen und Warnungen nicht nur bemerkens- und bedenkenswert, sondern unheimlich wichtig in einer Zeit, in der sich die Menschen durch politisches Machwerk wieder leicht auseinander treiben lassen. Als Buch und Referent empfehlenswert.
http://melzerverlag.de/

Die Autorin eines zweiten Buches im gleichen Verlag war ebenfalls anwesend.

Lia Nirgad beschreibt in "Winter in Qualandia" Ihre Erfahrungen als Aktivistin von Machsomwatch an dem Checkpoint gleichen Namens zwischen Jerusalem und Ramallah.
s.auch
www.machsomwatch.org
.

 

mehr Texte >>>

 

 

Start | oben

Mail           Impressum           Haftungsausschluss                Honestly Concerned  + Netzwerk             Erhard  arendt art